25.05.2026, 12:22
Zwerge am Svellt #33
Sie ließen den schweren Teil ihres Gepäcks im kleinen Zimmer über dem Hof zurück, verriegelten sorgfältig die Tür und machten sich wieder auf den Weg hinauf zum Marktplatz. Die Gassen der südlichen Altstadt waren enger als in Thorwal oder vielleicht Beilunk oder Festum, verwinkelt zwischen schiefen Fachwerkhäusern und düsteren Innenhöfen, und doch öffnete sich Lowangen immer wieder unvermittelt zu weiten Plätzen und prächtigen Fassaden.
So traten sie schließlich gegenüber dem großen Akademiegebäude heraus, dessen helle Mauern und hohen Fenster selbst in diesen bedrückten Tagen noch etwas Stolzes ausstrahlten. Dahinter erhob sich die Festung der Stadt über den Dächern Lowangens, wuchtig und grau. Furka drehte beim Vorübergehen den Kopf. "Die machen Elfenmagie da drin?" "Ja", erwiderte Althea beiläufig. "Verwandlungen... zum Beispiel in Adler, Wölfe... Hammerhaie..." Furka blinzelte. "Wozu das?" "...oder eben Heilzauber." "Aha."
Sie stiegen weiter hinauf bis zum Vorplatz der Festung, bestaunten die gewaltigen Mauern und Türme und wurden schließlich mit knappen Worten vom Fallgatter fortgeschickt. Auch am schwer befestigten Nordtor ließ man sie nur kurz verweilen. Jenseits der Brücke, so berichteten die Wachen, hielten die Orks die dortige Feste besetzt. Die Worte blieben ihnen länger im Gedächtnis als die Mauern selbst. Auf dem Rückweg machten sie Halt im Borontempel. Zwischen dunklem Stein, flackernden Kerzen und dem schweren Duft verbrannter Kräuter ließen sie einige Handvoll Münzen zurück - eingedenk der Hilfe Alara Hilmans und der Toten, denen sie in den Sümpfen begegnet waren.
Dann wanderten sie weiter durch die nördliche Altstadt, blickten bei einem bornländischen Händler hinein und stellten enttäuscht fest, dass die dortige Taverne erst nachmittags öffnen würde. Als sie schließlich wieder nach Süden zogen und den Fuchswinkel umrundeten, blieb Furka mitten auf der Straße stehen. "Warum heißt der Fuchswinkel eigentlich Fuchswinkel?" "Wahrscheinlich weil dort der Phex Tempel ist", meinte Althea und deutete die Straße hinunter.
Sie erreichten schließlich das Gardehaus an der Eydaler Brücke. Dort wurden sie sofort angerufen. Mehr als eine persönliche Waffe müsse abgegeben werden, erklärte die Offizierin knapp. Die Stadtwache brauche Bewaffnung. Außerdem hätten sie sich wegen ihrer auffälligen Proviantvorräte beim Magistrat zu melden. "Die Waffen bitte dort auf den Tisch legen..." Die Frau hatte sich kaum umgedreht, da war die Gruppe bereits verschwunden. Ein paar Gardisten nahmen noch die Verfolgung auf, doch die schwer bepackten Zwerge waren überraschend schnell zwischen den Gassen verschwunden. "Wir fallen auf wie ein Haufen Zwerge in Bunte Flucht", keuchte Althea schließlich, als sie außer Sichtweite hinter einer Ecke standen und vorsichtig zurück spähten. "Gastfreundliche Stadt...", murmelte Keldi.
Später nahmen sie im "Kleinen Fürst" einen verdünnten Wein zu sich. Die Wirtin hatte tatsächlich schon von Ansvell gehört, was Furka sichtbar verblüffte. Danach führte ihr Weg erneut am Haus Dragan Eschts vorbei und schließlich zurück zum großen Marktplatz.
Dort blieb Archon stehen und deutete auf ein großes, massives Gebäude am Rand des Platzes. "Dort, wie ich mir dachte..." Über der Tür hing ein Schild. "La-ger-haus zur Glücklichen Maus", entzifferte Furka mühsam. Die Mauern waren dick, die Fenster vergittert. Im Inneren war es dunkel, kühl und roch nach Staub. Ein älterer Mann hinter einem Tisch musterte sie, verhandelte wortkarg mit Althea und führte sie schließlich mit einem gewaltigen Schlüsselbund klimpernd in ein rückwärtiges Gelass. Ein schmaler Fensterschlitz unter der Decke wurde von einer dicken Eisenstange geteilt.
Althea hinterlegte einige Goldmünzen und erhielt einen Depotschein. "Alles in bester Ordnung." Sie stapelten sorgsam ihre Vorräte in Regalen auf, legten Helme, schwere Waffen und Ausrüstung ab. Die Zwerge behielten lediglich ihre Handäxte. Als sie wieder hinaus auf den Marktplatz traten, stand die Sonne bereits tief. "Schon besser, nicht wahr?", meinte Althea. "Solange er das wieder rausrückt...", brummte Furka. "Natürlich. Dafür haben wir doch den Depotschein." Sie wedelte kurz mit dem Pergament und verstaute es anschließend unter ihrem Waffenrock. Furka schnaubte nur.
Dann deutete Keldi zum Magistratsgebäude hinüber, das sich hinter den Häuserreihen erhob.
"Also, wir müssen was machen..."
Sie studierten lange die Anschläge, die in der roten Abendsonne an den Mauern hingen. Verordnungen über Waffen, Nahrung und Flüchtlinge. Lowangen wirkte plötzlich weniger wie eine bedrängte Stadt als wie eine Stadt, die sich der Bedrohung entgegenstemmte. Schließlich traten sie in die große Marmorhalle des Magistrats. Eine prachtvolle Treppe wand sich hinauf zu einer Balustrade, doch fast alle Türen waren geschlossen, die Hallen leer. "Habt ihr genug Anweisungen?", fragte Furka trocken vom Eingang her. Althea deutete auf eine Seitentür. "Dort müsste es zum Phex Tempel gehen." "Grüßt ihn von mir", gähnte Furka.
Also trennten sie sich. Furka, Hurdin und Tondar machten sich auf den Rückweg zur Unterkunft, während Althea, Keldi und Archon hinter dem Magistrat in die schmalen Gassen zum Phex-Tempel traten.
Dort spendete Althea eine gute Menge gemünzten Silbers, sprach leise mit einer Geweihten im Schatten eines Alkovens und verharrte schließlich - ganz entgegen ihrer sonstigen Art - einen Moment im stillen Gebet zum Gott ihrer Kindheit. Nach Tsa. Vor Hesinde.
Als sie den Tempel durch einen Hinterausgang wieder verließen, war es bereits dunkel geworden. Sie kehrten noch kurz im "Kreuzer und Dukat" ein, einst wohl eine lebhafte Herberge reisender Händler, nun nur noch halb gefüllt und von gedrückter Stimmung erfüllt. Dann kehrten sie in ihr kleines Zimmer im Fuchswinkel zurück.
Sie schliefen besser als erwartet.
Am nächsten Morgen blieb Archon zwischen Gepäck, Büchern und Notizen zurück, während die anderen sich erneut in die Stadt verteilten. Furka, Hurdin und Tondar suchten den thorwalschen Waffenhändler in Svelltscheid auf. "Die einzige Stelle, wo wir vernünftige thorwalsche Äxte bekommen", murmelte Hurdin. Furka feilschte verbissen mit dem Händler und verließ den Laden schließlich mit finsterer Miene. "Dafür hätten wir in Oberorken unsere gesamte Ausrüstung bekommen..."
Währenddessen hatten Althea und Keldi die Kräuterhändlerin im Fuchswinkel aufgesucht. In dem dämmrigen Laden verschwand Althea schließlich mit der Frau im Hinterzimmer und kehrte erst lange Zeit später zurück. Keldi hatte sichtliche Mühe, die schweren Goldbeutel unauffällig zu verstauen. Lowangen wusste exotische Ware zu schätzen.
Danach stiegen sie zum Hesindetempel hinauf. Lange saß Althea dort mit einer Geweihten in einer offenen Schreibstube am Rand des Altarraumes, während Keldi geduldig an einer Säule wartete. Sie übergab das Sumpfrantzen Dokument der Bibliothek und berichtete von ihren Begegnungen im Moor - wenn auch nicht von allen. Dann legte sie die Kristallkugel des Magiers auf den Tisch. Die Geweihte untersuchte sie aufmerksam, und Althe lenkte das Gespräch schließlich auf den Salamanderstein. "Das ist natürlich kein Salamanderstein, aber... "Ein derart urträchtiges Artefakt", meinte die Geweihte schließlich ruhig, "gehört selbstverständlich in die Hände der Hesindekirche." Althea antwortete darauf nicht sofort.
Den Nachmittag verbrachten sie im Fuchsstübchen bei verdünntem Wein und trostlosen Gesprächen über den Niedergang des Svellttals.
Furka, Hurdin und Tondar kehrten erst weit nach Mitternacht von der Taverne im Fuchswinkel zurück. Der verdünnte Wein hatte wenig Wirkung gezeigt, dafür hatte Furka mit seinen Karten einen ganzen Tisch leergeräumt.
Die folgenden Tage verliefen ruhiger.
Sie verließen den Fuchswinkel kaum noch. Ein Besuch bei Desdira Falkenbach brachte lediglich die Erkenntnis, dass selbst Altlowangen keine Zwergenstiefel führte - dafür müssten sie nach Eydal hinunter. Oder eben auch nicht.
Althea versuchte mehrfach, Brin Vaskendantz in längere Gespräche zu verwickeln, erhielt jedoch kaum mehr als kurze, zynische Bemerkungen zurück, bei denen nie ganz klar wurde, ob sie Spott oder Wahrheit waren.
Abends kehrte das Gespräch immer wieder zu derselben Frage zurück.
"Wir machen uns auf den Weg nach Gashok und holen Nahrungsmittel", sagte Keldi.
Hurdin nickte.
"Vier, maximal fünf Tage eine Strecke", ergänzte Tondar.
"Vielleicht können wir Raul Zumendiek dazu bringen, regelmäßige Lieferungen vorzuhalten", überlegte Althea.
"Während wir natürlich alles bezahlen", brummte Furka.
Archon schwieg.
Am nächsten Morgen nahm Brin Vaskendantz den Schlüssel mit unbewegter Miene entgegen. Sie holten ihre Ausrüstung aus dem Lagerhaus am Marktplatz, rumorten eine ganze Weile in ihrem Gelass und verließen das Gebäude schließlich wieder als vollgerüstete Truppe.
Rasch legten sie den Weg nach Bunte Flucht zurück, wurden inzwischen wohlbekannt in die Fluchtburg eingelassen und betraten unter dem wachsamen Blick der Wachen den feuchten Tunnel unter den Mauern Lowangens.
Sie ließen den schweren Teil ihres Gepäcks im kleinen Zimmer über dem Hof zurück, verriegelten sorgfältig die Tür und machten sich wieder auf den Weg hinauf zum Marktplatz. Die Gassen der südlichen Altstadt waren enger als in Thorwal oder vielleicht Beilunk oder Festum, verwinkelt zwischen schiefen Fachwerkhäusern und düsteren Innenhöfen, und doch öffnete sich Lowangen immer wieder unvermittelt zu weiten Plätzen und prächtigen Fassaden.
So traten sie schließlich gegenüber dem großen Akademiegebäude heraus, dessen helle Mauern und hohen Fenster selbst in diesen bedrückten Tagen noch etwas Stolzes ausstrahlten. Dahinter erhob sich die Festung der Stadt über den Dächern Lowangens, wuchtig und grau. Furka drehte beim Vorübergehen den Kopf. "Die machen Elfenmagie da drin?" "Ja", erwiderte Althea beiläufig. "Verwandlungen... zum Beispiel in Adler, Wölfe... Hammerhaie..." Furka blinzelte. "Wozu das?" "...oder eben Heilzauber." "Aha."
Sie stiegen weiter hinauf bis zum Vorplatz der Festung, bestaunten die gewaltigen Mauern und Türme und wurden schließlich mit knappen Worten vom Fallgatter fortgeschickt. Auch am schwer befestigten Nordtor ließ man sie nur kurz verweilen. Jenseits der Brücke, so berichteten die Wachen, hielten die Orks die dortige Feste besetzt. Die Worte blieben ihnen länger im Gedächtnis als die Mauern selbst. Auf dem Rückweg machten sie Halt im Borontempel. Zwischen dunklem Stein, flackernden Kerzen und dem schweren Duft verbrannter Kräuter ließen sie einige Handvoll Münzen zurück - eingedenk der Hilfe Alara Hilmans und der Toten, denen sie in den Sümpfen begegnet waren.
Dann wanderten sie weiter durch die nördliche Altstadt, blickten bei einem bornländischen Händler hinein und stellten enttäuscht fest, dass die dortige Taverne erst nachmittags öffnen würde. Als sie schließlich wieder nach Süden zogen und den Fuchswinkel umrundeten, blieb Furka mitten auf der Straße stehen. "Warum heißt der Fuchswinkel eigentlich Fuchswinkel?" "Wahrscheinlich weil dort der Phex Tempel ist", meinte Althea und deutete die Straße hinunter.
Sie erreichten schließlich das Gardehaus an der Eydaler Brücke. Dort wurden sie sofort angerufen. Mehr als eine persönliche Waffe müsse abgegeben werden, erklärte die Offizierin knapp. Die Stadtwache brauche Bewaffnung. Außerdem hätten sie sich wegen ihrer auffälligen Proviantvorräte beim Magistrat zu melden. "Die Waffen bitte dort auf den Tisch legen..." Die Frau hatte sich kaum umgedreht, da war die Gruppe bereits verschwunden. Ein paar Gardisten nahmen noch die Verfolgung auf, doch die schwer bepackten Zwerge waren überraschend schnell zwischen den Gassen verschwunden. "Wir fallen auf wie ein Haufen Zwerge in Bunte Flucht", keuchte Althea schließlich, als sie außer Sichtweite hinter einer Ecke standen und vorsichtig zurück spähten. "Gastfreundliche Stadt...", murmelte Keldi.
Später nahmen sie im "Kleinen Fürst" einen verdünnten Wein zu sich. Die Wirtin hatte tatsächlich schon von Ansvell gehört, was Furka sichtbar verblüffte. Danach führte ihr Weg erneut am Haus Dragan Eschts vorbei und schließlich zurück zum großen Marktplatz.
Dort blieb Archon stehen und deutete auf ein großes, massives Gebäude am Rand des Platzes. "Dort, wie ich mir dachte..." Über der Tür hing ein Schild. "La-ger-haus zur Glücklichen Maus", entzifferte Furka mühsam. Die Mauern waren dick, die Fenster vergittert. Im Inneren war es dunkel, kühl und roch nach Staub. Ein älterer Mann hinter einem Tisch musterte sie, verhandelte wortkarg mit Althea und führte sie schließlich mit einem gewaltigen Schlüsselbund klimpernd in ein rückwärtiges Gelass. Ein schmaler Fensterschlitz unter der Decke wurde von einer dicken Eisenstange geteilt.
Althea hinterlegte einige Goldmünzen und erhielt einen Depotschein. "Alles in bester Ordnung." Sie stapelten sorgsam ihre Vorräte in Regalen auf, legten Helme, schwere Waffen und Ausrüstung ab. Die Zwerge behielten lediglich ihre Handäxte. Als sie wieder hinaus auf den Marktplatz traten, stand die Sonne bereits tief. "Schon besser, nicht wahr?", meinte Althea. "Solange er das wieder rausrückt...", brummte Furka. "Natürlich. Dafür haben wir doch den Depotschein." Sie wedelte kurz mit dem Pergament und verstaute es anschließend unter ihrem Waffenrock. Furka schnaubte nur.
Dann deutete Keldi zum Magistratsgebäude hinüber, das sich hinter den Häuserreihen erhob.
"Also, wir müssen was machen..."
Sie studierten lange die Anschläge, die in der roten Abendsonne an den Mauern hingen. Verordnungen über Waffen, Nahrung und Flüchtlinge. Lowangen wirkte plötzlich weniger wie eine bedrängte Stadt als wie eine Stadt, die sich der Bedrohung entgegenstemmte. Schließlich traten sie in die große Marmorhalle des Magistrats. Eine prachtvolle Treppe wand sich hinauf zu einer Balustrade, doch fast alle Türen waren geschlossen, die Hallen leer. "Habt ihr genug Anweisungen?", fragte Furka trocken vom Eingang her. Althea deutete auf eine Seitentür. "Dort müsste es zum Phex Tempel gehen." "Grüßt ihn von mir", gähnte Furka.
Also trennten sie sich. Furka, Hurdin und Tondar machten sich auf den Rückweg zur Unterkunft, während Althea, Keldi und Archon hinter dem Magistrat in die schmalen Gassen zum Phex-Tempel traten.
Dort spendete Althea eine gute Menge gemünzten Silbers, sprach leise mit einer Geweihten im Schatten eines Alkovens und verharrte schließlich - ganz entgegen ihrer sonstigen Art - einen Moment im stillen Gebet zum Gott ihrer Kindheit. Nach Tsa. Vor Hesinde.
Als sie den Tempel durch einen Hinterausgang wieder verließen, war es bereits dunkel geworden. Sie kehrten noch kurz im "Kreuzer und Dukat" ein, einst wohl eine lebhafte Herberge reisender Händler, nun nur noch halb gefüllt und von gedrückter Stimmung erfüllt. Dann kehrten sie in ihr kleines Zimmer im Fuchswinkel zurück.
Sie schliefen besser als erwartet.
Am nächsten Morgen blieb Archon zwischen Gepäck, Büchern und Notizen zurück, während die anderen sich erneut in die Stadt verteilten. Furka, Hurdin und Tondar suchten den thorwalschen Waffenhändler in Svelltscheid auf. "Die einzige Stelle, wo wir vernünftige thorwalsche Äxte bekommen", murmelte Hurdin. Furka feilschte verbissen mit dem Händler und verließ den Laden schließlich mit finsterer Miene. "Dafür hätten wir in Oberorken unsere gesamte Ausrüstung bekommen..."
Währenddessen hatten Althea und Keldi die Kräuterhändlerin im Fuchswinkel aufgesucht. In dem dämmrigen Laden verschwand Althea schließlich mit der Frau im Hinterzimmer und kehrte erst lange Zeit später zurück. Keldi hatte sichtliche Mühe, die schweren Goldbeutel unauffällig zu verstauen. Lowangen wusste exotische Ware zu schätzen.
Danach stiegen sie zum Hesindetempel hinauf. Lange saß Althea dort mit einer Geweihten in einer offenen Schreibstube am Rand des Altarraumes, während Keldi geduldig an einer Säule wartete. Sie übergab das Sumpfrantzen Dokument der Bibliothek und berichtete von ihren Begegnungen im Moor - wenn auch nicht von allen. Dann legte sie die Kristallkugel des Magiers auf den Tisch. Die Geweihte untersuchte sie aufmerksam, und Althe lenkte das Gespräch schließlich auf den Salamanderstein. "Das ist natürlich kein Salamanderstein, aber... "Ein derart urträchtiges Artefakt", meinte die Geweihte schließlich ruhig, "gehört selbstverständlich in die Hände der Hesindekirche." Althea antwortete darauf nicht sofort.
Den Nachmittag verbrachten sie im Fuchsstübchen bei verdünntem Wein und trostlosen Gesprächen über den Niedergang des Svellttals.
Furka, Hurdin und Tondar kehrten erst weit nach Mitternacht von der Taverne im Fuchswinkel zurück. Der verdünnte Wein hatte wenig Wirkung gezeigt, dafür hatte Furka mit seinen Karten einen ganzen Tisch leergeräumt.
Die folgenden Tage verliefen ruhiger.
Sie verließen den Fuchswinkel kaum noch. Ein Besuch bei Desdira Falkenbach brachte lediglich die Erkenntnis, dass selbst Altlowangen keine Zwergenstiefel führte - dafür müssten sie nach Eydal hinunter. Oder eben auch nicht.
Althea versuchte mehrfach, Brin Vaskendantz in längere Gespräche zu verwickeln, erhielt jedoch kaum mehr als kurze, zynische Bemerkungen zurück, bei denen nie ganz klar wurde, ob sie Spott oder Wahrheit waren.
Abends kehrte das Gespräch immer wieder zu derselben Frage zurück.
"Wir machen uns auf den Weg nach Gashok und holen Nahrungsmittel", sagte Keldi.
Hurdin nickte.
"Vier, maximal fünf Tage eine Strecke", ergänzte Tondar.
"Vielleicht können wir Raul Zumendiek dazu bringen, regelmäßige Lieferungen vorzuhalten", überlegte Althea.
"Während wir natürlich alles bezahlen", brummte Furka.
Archon schwieg.
Am nächsten Morgen nahm Brin Vaskendantz den Schlüssel mit unbewegter Miene entgegen. Sie holten ihre Ausrüstung aus dem Lagerhaus am Marktplatz, rumorten eine ganze Weile in ihrem Gelass und verließen das Gebäude schließlich wieder als vollgerüstete Truppe.
Rasch legten sie den Weg nach Bunte Flucht zurück, wurden inzwischen wohlbekannt in die Fluchtburg eingelassen und betraten unter dem wachsamen Blick der Wachen den feuchten Tunnel unter den Mauern Lowangens.

