24.05.2026, 07:26
Zwerge am Svellt #31
Sie wurden von zwei ernst dreinschauenden Akolythen in Empfang genommen, die mit aufgestellten Stäben Wache standen. Das schwere Tor der Fluchtburg schloss sich hinter ihnen mit dumpfem Nachhall. Für einen Moment blieb die Gruppe einfach stehen und blickte in den dämmrigen Innenhof, in dem Männer und Frauen schweigend ihren Aufgaben nachgingen. Nach all den Tagen im Sumpf wirkte selbst diese nüchterne Ordnung beinahe unwirklich.
Dann trat Meister Eolan aus einem Torbogen hervor. Der Weißhaarige musterte zunächst Althea, dann die Zwerge und schließlich Agdan Dragenfeld. Erst jetzt schien sich etwas von der Anspannung in seinen Zügen zu lösen. Er trat auf den Thorwaler zu und legte ihm beide Hände auf die Schultern. "Willkommen zurück." Agdan nickte nur leicht. Meister Eolans Blick glitt weiter zur Gruppe. Kurz verweilte er auf den schlammverkrusteten Mänteln, den angeschlagenen Waffen und den müden Gesichtern. "Ihr habt getan, worum man euch bat." Seine Stimme blieb ruhig wie immer. "Der Schlüssel bleibt bei euch. Und eure Gefährten sind frei zu gehen."
Furka würde vermutlich enttäuscht sein.
Sie wurden schließlich über schmale Treppen hinunter in die Küchengewölbe der Ordensburg geführt. Dort herrschte überraschend viel Leben. Zwischen dampfenden Kesseln, Mehlsäcken und langen Tischen arbeiteten Köche und Gesinde in jener stillen Geschäftigkeit, die über ganz Lowangen zu liegen schien. In einer Ecke jedoch wurde gelacht. Oder zumindest das, was Furka unter Lachen verstand. Der Zwerg saß mitten zwischen mehreren Küchenknechten an einem schweren Eichentisch, ein Bierkrug in der einen Hand und ein Blatt Inrahkarten in der anderen. Gerade schob ihm ein fluchender Koch widerwillig eine dampfende Fleischpastete zu. Furka nahm einen tiefen Zug aus dem Krug, deckte die letzte Karte auf und blickte dann auf.
"Althea!"
Er sprang so abrupt auf, dass beinahe der halbe Tisch wackelte. Erst breitete sich ein fast kindliches Grinsen über sein Gesicht aus, dann huschte für einen kurzen Augenblick etwas wie Schuld darüber hinweg. Im nächsten Moment schloss er Althea bereits fest in die Arme. "Ihr seid wieder da!" "Ja, wir sind wieder da..." Althea verzog leicht das Gesicht, als Furka sie beinahe zerdrückte. "...Es scheint euch nicht schlecht gegangen zu sein." "Och..." Furka ließ sie wieder los und griff nach seinem Bierkrug. "...wenn man weiß, wie man sich zu benehmen hat..." Keldi schnaubte nur trocken.
Währenddessen war Tondar bereits wortlos weitergegangen. Er klopfte kurz gegen eine schwere Eichentür im oberen Stockwerk, öffnete sie dann vorsichtig und blickte in ein kleines Zimmer, in dem ein beinahe behagliches Feuer flackerte. Archon saß in einem hochlehnigen Stuhl und blickte von einem aufgeschlagenen Buch auf. "Ihr seid wieder da..." Mehr sagte er nicht.
Später saßen sie noch lange zusammen bei einem Mahl, das für Lowanger Verhältnisse beinahe opulent wirkte, für jene jedoch, die gerade aus den Sümpfen gekommen waren, eher bescheiden ausfiel. Dennoch gab es warmes Brot, Fleisch, dünnes Bier und sogar etwas Gemüse.
Und vor allem:
keinen Morast.
Sie erzählten.
Vom Sumpf.
Von Moorleichen.
Von Bohlenwegen.
Von Ansvell.
Von Echsenmenschen.
Von Schlingern.
Von Feuerelementaren und dem Turm des Magiers.
Von der Hexe.
Furka hatte sich bereits nach kurzer Zeit gelangweilt und begann stattdessen die Gesindequartiere der Ordensburg unsicher zu machen. Immer wieder tauchte er kurz irgendwo auf, schnappte sich etwas Essbares oder einen Bierkrug und verschwand dann wieder. Archon dagegen hörte aufmerksam zu, stellte gelegentlich eine präzise Frage und schien sich besonders für die Pflanzen und seltsamen Naturphänomene des Sumpfes zu interessieren. Die zwei Wochen in der Bibliothek der Grauen Stäbe hatten ihm sichtbar gut getan.
Es war bereits spät in der Nacht, als Furka und Archon schließlich ihre Ausrüstung wieder aufnahmen. Furka begutachtete mit wachsender Begeisterung die Waffen der Gruppe, während Hurdin schweigend seine Ersatzwaffe zurückforderte. Archon hingegen kniete bereits neben der prall gefüllten Kräutertasche aus dem Sumpf und sortierte vorsichtig einzelne Pflanzenbündel.
Dann legten sie sich endlich zur Ruhe. Agdan Dragenfeld sahen sie nicht wieder. Doch erlaubte man ihnen noch, diese eine Nacht in der Ordensburg zu verbringen.
Am nächsten Morgen überquerten sie im Licht der frühen Sonne den mit Mauern bewehrten Übergang hinüber in die Stadt und standen schließlich auf dem kleinen Platz im Nordosten der Bunten Flucht. Keldi blickte sich um. 'Eigentlich gar nicht so schlimm wie gedacht', dachte er. Doch auf den zweiten Blick lag über allem dieser feine Schmutz. Nicht nur auf dem Pflaster, sondern auf den Menschen selbst. Die Elfen und Bürger, denen sie begegneten, wirkten geschniegelt, höflich und beherrscht — und gleichzeitig seltsam farblos. Als würde die Belagerung ihnen langsam jede Kraft entziehen, während sie verzweifelt versuchten, Haltung zu bewahren.
Die Gruppe selbst bewegte sich anders als noch vor zwei Wochen. Vor allem die drei Neuankömmlinge. Keldi, Hurdin und Tondar schritten mit jener ruhigen Selbstverständlichkeit durch die Straßen, die Menschen instinktiv Platz machen ließ. Köpfe wurden zusammengesteckt. Tuscheln folgte ihnen. Eine menschliche Magierin mit fünf schwer gerüsteten Zwergen zog Aufmerksamkeit auf sich.
Sie hielten kurz am Tsa-Tempel. Althea legte schweigend einen Geldbeutel am Altar nieder und verharrte einen Moment in stiller Andacht. Danach wandten sie sich zur Regenbogenbrücke. Als sie jedoch durch den Mauerdurchgang nach Altlowangen traten, schien es beinahe, als hätten sie erneut eine andere Welt betreten.
Der Brunnen hinter dem Magistratsgebäude war von Flüchtlingen umlagert. Menschen lagen noch in Hauseingängen und an den Rändern der Gassen zusammengerollt auf dem Pflaster. Kinder schliefen zwischen Bündeln und Karrenrädern. Ein paar müde Augen folgten der Gruppe. Dann begann wieder dieses Tuscheln. Keldi, Hurdin und Tondar bewegten sich augenblicklich anders. Aufmerksamer. Angespannter. Sie blickten in Gassen, über Dächer und zu Hauseingängen, während sie die Straße überquerten wie ein Schlachtfeld.
Hurdins Stirn legte sich in tiefe Falten, als er ganze Familien sah, die erschöpft und ausgezehrt zwischen Mauern kauerten. "Zu Dragan Escht geht es über den großen Marktplatz und dann in die westlichste Ecke der Altstadt..." wiederholte Althea leise, was sie bereits am Morgen besprochen hatten. "Nach allem, was er uns erzählt hat, wird er uns eine Unterkunft in dieser Stadt besorgen können... wenn wir bereit sind, den Preis dafür zu zahlen..." Sie schritt um eine Gruppe Bettler herum, als sie in die Straße zum Magistrat einbogen.
Doch sie hatten kaum den kleinen Platz am Brunnen überquert, als plötzlich eine Gruppe schrecklich zerlumpter Flüchtlinge auf sie zustürzte. Hände wurden erhoben. Stimmen flehten durcheinander. Hurdin hielt sofort inne. Wortlos setzte er seinen Packen ab und begann, Wegebrot und Wildbret zu verteilen. Die Menge drängte näher. Furka schob sich augenblicklich zwischen einen Mann und Althea. "Heda!" Keldi drängelte sich voran, während Tondar bereits die Umgebung absuchte. Irgendwo begann ein kleines Handgemenge aus Knuffen, Geschubse und erhobenen Stimmen. Eine Weile dauerte es, bis die Gruppe sich schließlich wieder aus der Menge lösen und in eine Seitengasse entkommen konnte. Erst als sie den großen Marktplatz erreichten, atmeten sie auf.
"Das ist ja schrecklich..." murmelte Keldi. Tondar blickte noch einmal zurück, doch niemand war ihnen gefolgt. Hurdins Miene blieb düster. Der weite Platz lag offen vor ihnen. Rechts erhoben sich die prächtigen Gebäude des Hesindetempels und der Akademie, doch diesmal nahmen sie deren Schönheit kaum wahr. Überall saßen Flüchtlinge auf dem Pflaster. Einzelne Gestalten. Kleine Gruppen. Menschen, die warteten, ohne noch zu wissen worauf. "Da muss man was machen, kommt..." sagte Keldi schließlich, als das etwas geordnetere Lager vor dem Travia-Tempel in Sicht kam. Hurdin nickte sofort. Sie bahnten sich einen Weg zwischen den Menschen hindurch. Althea winkte einen Geweihten heran, der gerade mit einem Wassereimer seine Runde machte. Flüchtlinge blickten mit großen Augen auf, als Hurdin erneut seinen Packen öffnete und Proviant verteilte. Der Geweihte rief Helfer herbei.
Noch als die Gruppe sich wieder Richtung Svelltscheid wandte, erklang hinter ihnen der Segen Travias.
Sie wurden von zwei ernst dreinschauenden Akolythen in Empfang genommen, die mit aufgestellten Stäben Wache standen. Das schwere Tor der Fluchtburg schloss sich hinter ihnen mit dumpfem Nachhall. Für einen Moment blieb die Gruppe einfach stehen und blickte in den dämmrigen Innenhof, in dem Männer und Frauen schweigend ihren Aufgaben nachgingen. Nach all den Tagen im Sumpf wirkte selbst diese nüchterne Ordnung beinahe unwirklich.
Dann trat Meister Eolan aus einem Torbogen hervor. Der Weißhaarige musterte zunächst Althea, dann die Zwerge und schließlich Agdan Dragenfeld. Erst jetzt schien sich etwas von der Anspannung in seinen Zügen zu lösen. Er trat auf den Thorwaler zu und legte ihm beide Hände auf die Schultern. "Willkommen zurück." Agdan nickte nur leicht. Meister Eolans Blick glitt weiter zur Gruppe. Kurz verweilte er auf den schlammverkrusteten Mänteln, den angeschlagenen Waffen und den müden Gesichtern. "Ihr habt getan, worum man euch bat." Seine Stimme blieb ruhig wie immer. "Der Schlüssel bleibt bei euch. Und eure Gefährten sind frei zu gehen."
Furka würde vermutlich enttäuscht sein.
Sie wurden schließlich über schmale Treppen hinunter in die Küchengewölbe der Ordensburg geführt. Dort herrschte überraschend viel Leben. Zwischen dampfenden Kesseln, Mehlsäcken und langen Tischen arbeiteten Köche und Gesinde in jener stillen Geschäftigkeit, die über ganz Lowangen zu liegen schien. In einer Ecke jedoch wurde gelacht. Oder zumindest das, was Furka unter Lachen verstand. Der Zwerg saß mitten zwischen mehreren Küchenknechten an einem schweren Eichentisch, ein Bierkrug in der einen Hand und ein Blatt Inrahkarten in der anderen. Gerade schob ihm ein fluchender Koch widerwillig eine dampfende Fleischpastete zu. Furka nahm einen tiefen Zug aus dem Krug, deckte die letzte Karte auf und blickte dann auf.
"Althea!"
Er sprang so abrupt auf, dass beinahe der halbe Tisch wackelte. Erst breitete sich ein fast kindliches Grinsen über sein Gesicht aus, dann huschte für einen kurzen Augenblick etwas wie Schuld darüber hinweg. Im nächsten Moment schloss er Althea bereits fest in die Arme. "Ihr seid wieder da!" "Ja, wir sind wieder da..." Althea verzog leicht das Gesicht, als Furka sie beinahe zerdrückte. "...Es scheint euch nicht schlecht gegangen zu sein." "Och..." Furka ließ sie wieder los und griff nach seinem Bierkrug. "...wenn man weiß, wie man sich zu benehmen hat..." Keldi schnaubte nur trocken.
Währenddessen war Tondar bereits wortlos weitergegangen. Er klopfte kurz gegen eine schwere Eichentür im oberen Stockwerk, öffnete sie dann vorsichtig und blickte in ein kleines Zimmer, in dem ein beinahe behagliches Feuer flackerte. Archon saß in einem hochlehnigen Stuhl und blickte von einem aufgeschlagenen Buch auf. "Ihr seid wieder da..." Mehr sagte er nicht.
Später saßen sie noch lange zusammen bei einem Mahl, das für Lowanger Verhältnisse beinahe opulent wirkte, für jene jedoch, die gerade aus den Sümpfen gekommen waren, eher bescheiden ausfiel. Dennoch gab es warmes Brot, Fleisch, dünnes Bier und sogar etwas Gemüse.
Und vor allem:
keinen Morast.
Sie erzählten.
Vom Sumpf.
Von Moorleichen.
Von Bohlenwegen.
Von Ansvell.
Von Echsenmenschen.
Von Schlingern.
Von Feuerelementaren und dem Turm des Magiers.
Von der Hexe.
Furka hatte sich bereits nach kurzer Zeit gelangweilt und begann stattdessen die Gesindequartiere der Ordensburg unsicher zu machen. Immer wieder tauchte er kurz irgendwo auf, schnappte sich etwas Essbares oder einen Bierkrug und verschwand dann wieder. Archon dagegen hörte aufmerksam zu, stellte gelegentlich eine präzise Frage und schien sich besonders für die Pflanzen und seltsamen Naturphänomene des Sumpfes zu interessieren. Die zwei Wochen in der Bibliothek der Grauen Stäbe hatten ihm sichtbar gut getan.
Es war bereits spät in der Nacht, als Furka und Archon schließlich ihre Ausrüstung wieder aufnahmen. Furka begutachtete mit wachsender Begeisterung die Waffen der Gruppe, während Hurdin schweigend seine Ersatzwaffe zurückforderte. Archon hingegen kniete bereits neben der prall gefüllten Kräutertasche aus dem Sumpf und sortierte vorsichtig einzelne Pflanzenbündel.
Dann legten sie sich endlich zur Ruhe. Agdan Dragenfeld sahen sie nicht wieder. Doch erlaubte man ihnen noch, diese eine Nacht in der Ordensburg zu verbringen.
Am nächsten Morgen überquerten sie im Licht der frühen Sonne den mit Mauern bewehrten Übergang hinüber in die Stadt und standen schließlich auf dem kleinen Platz im Nordosten der Bunten Flucht. Keldi blickte sich um. 'Eigentlich gar nicht so schlimm wie gedacht', dachte er. Doch auf den zweiten Blick lag über allem dieser feine Schmutz. Nicht nur auf dem Pflaster, sondern auf den Menschen selbst. Die Elfen und Bürger, denen sie begegneten, wirkten geschniegelt, höflich und beherrscht — und gleichzeitig seltsam farblos. Als würde die Belagerung ihnen langsam jede Kraft entziehen, während sie verzweifelt versuchten, Haltung zu bewahren.
Die Gruppe selbst bewegte sich anders als noch vor zwei Wochen. Vor allem die drei Neuankömmlinge. Keldi, Hurdin und Tondar schritten mit jener ruhigen Selbstverständlichkeit durch die Straßen, die Menschen instinktiv Platz machen ließ. Köpfe wurden zusammengesteckt. Tuscheln folgte ihnen. Eine menschliche Magierin mit fünf schwer gerüsteten Zwergen zog Aufmerksamkeit auf sich.
Sie hielten kurz am Tsa-Tempel. Althea legte schweigend einen Geldbeutel am Altar nieder und verharrte einen Moment in stiller Andacht. Danach wandten sie sich zur Regenbogenbrücke. Als sie jedoch durch den Mauerdurchgang nach Altlowangen traten, schien es beinahe, als hätten sie erneut eine andere Welt betreten.
Der Brunnen hinter dem Magistratsgebäude war von Flüchtlingen umlagert. Menschen lagen noch in Hauseingängen und an den Rändern der Gassen zusammengerollt auf dem Pflaster. Kinder schliefen zwischen Bündeln und Karrenrädern. Ein paar müde Augen folgten der Gruppe. Dann begann wieder dieses Tuscheln. Keldi, Hurdin und Tondar bewegten sich augenblicklich anders. Aufmerksamer. Angespannter. Sie blickten in Gassen, über Dächer und zu Hauseingängen, während sie die Straße überquerten wie ein Schlachtfeld.
Hurdins Stirn legte sich in tiefe Falten, als er ganze Familien sah, die erschöpft und ausgezehrt zwischen Mauern kauerten. "Zu Dragan Escht geht es über den großen Marktplatz und dann in die westlichste Ecke der Altstadt..." wiederholte Althea leise, was sie bereits am Morgen besprochen hatten. "Nach allem, was er uns erzählt hat, wird er uns eine Unterkunft in dieser Stadt besorgen können... wenn wir bereit sind, den Preis dafür zu zahlen..." Sie schritt um eine Gruppe Bettler herum, als sie in die Straße zum Magistrat einbogen.
Doch sie hatten kaum den kleinen Platz am Brunnen überquert, als plötzlich eine Gruppe schrecklich zerlumpter Flüchtlinge auf sie zustürzte. Hände wurden erhoben. Stimmen flehten durcheinander. Hurdin hielt sofort inne. Wortlos setzte er seinen Packen ab und begann, Wegebrot und Wildbret zu verteilen. Die Menge drängte näher. Furka schob sich augenblicklich zwischen einen Mann und Althea. "Heda!" Keldi drängelte sich voran, während Tondar bereits die Umgebung absuchte. Irgendwo begann ein kleines Handgemenge aus Knuffen, Geschubse und erhobenen Stimmen. Eine Weile dauerte es, bis die Gruppe sich schließlich wieder aus der Menge lösen und in eine Seitengasse entkommen konnte. Erst als sie den großen Marktplatz erreichten, atmeten sie auf.
"Das ist ja schrecklich..." murmelte Keldi. Tondar blickte noch einmal zurück, doch niemand war ihnen gefolgt. Hurdins Miene blieb düster. Der weite Platz lag offen vor ihnen. Rechts erhoben sich die prächtigen Gebäude des Hesindetempels und der Akademie, doch diesmal nahmen sie deren Schönheit kaum wahr. Überall saßen Flüchtlinge auf dem Pflaster. Einzelne Gestalten. Kleine Gruppen. Menschen, die warteten, ohne noch zu wissen worauf. "Da muss man was machen, kommt..." sagte Keldi schließlich, als das etwas geordnetere Lager vor dem Travia-Tempel in Sicht kam. Hurdin nickte sofort. Sie bahnten sich einen Weg zwischen den Menschen hindurch. Althea winkte einen Geweihten heran, der gerade mit einem Wassereimer seine Runde machte. Flüchtlinge blickten mit großen Augen auf, als Hurdin erneut seinen Packen öffnete und Proviant verteilte. Der Geweihte rief Helfer herbei.
Noch als die Gruppe sich wieder Richtung Svelltscheid wandte, erklang hinter ihnen der Segen Travias.

