Zwerge am Svellt #11
Der vierte Morgen in Gashok begann später als die vorherigen. Die Nacht mit Bier und Wein hatte ihre Spuren hinterlassen, wenn auch eher in träger Ruhe als in wirklicher Schwere. Als sie schließlich beim Frühstück zusammensaßen, fiel das Licht wieder milchig durch die Fenster des *Dach und Fach*, hart und farblos wie an den Tagen zuvor. Draußen war die Stadt bereits wach, doch selbst jetzt schien jede Bewegung gedämpft. Man sprach zunächst wenig, bis Althea den Blick hob und noch einmal zusammenfasste, was man bisher wusste und was eben nicht. Niemand widersprach, als beschlossen wurde, die Fäden des Ortes noch einmal einzeln aufzunehmen, bevor man Gashok hinter sich lassen würde.
Althea und Archon gingen zuerst hinüber zu Gerlanje auf den Marktplatz. Das Zelt der Kräuterhändlerin stand wie immer offen unter den Bäumen, die Luft darin war kühl und erfüllt vom Geruch getrockneter Blätter, Harze und bitterer Tinkturen. Gerlanje musterte beide lange, ehe sie sprach, diesmal weniger zurückhaltend als zuvor. Sie fragte nicht, weshalb sie wiederkamen, sondern stellte nur eine kleine Schale mit dampfendem Kräuteraufguss bereit, als habe sie längst damit gerechnet. Viel Neues sagte sie nicht, doch manches erhielt nun Gewicht. Dass Artherion sich damals nicht nur zurückgezogen habe, sondern seit jener Nacht in den Gesprächen der Stadt nur noch als Name ohne Gegenwart vorkomme. Dass manche Menschen in Gashok Dinge hinnähmen, weil sie glaubten, damit Ruhe zu bewahren. Und dass Ruhe in diesem Ort selten bedeute, dass nichts geschehe. Als Althea sich verabschiedete, nickte Gerlanje nur und legte für einen Augenblick die Hand auf den Rand einer Truhe, als wolle sie andeuten, dass manches Wissen dort besser ruhe als auf offener Straße.
Als sie zurückkehrten, wartete Keldi bereits im Schankraum. Gemeinsam gingen Althea und er anschließend zu Raul Zumendiek. Der Händler empfing sie zwischen sauber gestapelten Kisten, Fässern und sorgsam geordneten Waren, als seien Ordnung und Übersicht selbst eine Form von Widerstand gegen die Unruhe des Ortes. Raul sprach mit ruhiger Stimme, fragte nach der Reise, nach den Wegen nach Süden und nach der Lage draußen vor der Stadt. Erst später kam das Gespräch auf Gashok selbst. Er sprach vorsichtig, aber nicht ängstlich. Praios, sagte er, habe hier viele Gesichter, und nicht jedes trage Gold. Dann schwieg er kurz und fügte hinzu, dass ein Ort nur dann tragfähig bleibe, wenn noch genug Leute darin wüssten, wann man schweigen müsse und wann nicht. Als Keldi bezahlte, tat Raul etwas, das er bislang nicht getan hatte: Er nannte Althea beim Abschied bei ihrem Namen.
Zum Mittag traf sich die Gruppe wieder im "Dach und Fach". Der Wirt stellte Brot, Eintopf und Käse auf den Tisch, und zum ersten Mal schien er sich nicht mehr nur aus Pflicht um sie zu kümmern, sondern aus einer vorsichtigen Gewohnheit heraus. Es wurde ruhig gegessen; nur Furka kommentierte den Eintopf mit einem zustimmenden Brummen.
Danach gingen Althea und Tondar hinüber zum Phex-Tempel. Der kleine Tempel lag wie zuvor still zwischen den Häusern, grau und unscheinbar. Hella Vandemor empfing sie nicht mit Fragen. Althea legte eine größere Spende nieder, sprach nur wenige Worte, und die Geweihte nickte langsam. Mehr wurde nicht verlangt. Als sie sich wieder zum Gehen wandten, sagte Hella nur, ohne sie anzusehen, dass in manchen Städten nicht jede Tür verschlossen sei, nur weil sie geschlossen wirke. Tondar hob kaum merklich die Brauen, doch beide fragten nicht weiter.
Währenddessen saßen Furka und Hurdin bei Rowena Pauspiarken an der Schmiede. Die Zwergin hatte die Esse offen, obwohl an diesem Tag kaum Arbeit anlag, und das Gespräch bewegte sich rasch von Werkzeugen zu Metallqualitäten, von dort zu Zwergenstädten, von dort zurück zu Gashok. Rowena sprach offen genug, um erkennen zu lassen, dass sie vieles sah, aber nicht vieles kommentierte. Menschen, meinte sie, hätten die unangenehme Angewohnheit, Dinge zu vergessen, sobald sie unbequem würden. Dann lachte sie kurz und erklärte Furka, warum seine Axt zwar brauchbar, aber handwerklich keineswegs bemerkenswert sei. Furka tat beleidigt, Hurdin grinste.
Am Nachmittag durchquerten Althea und Tondar den Ort bis zum Boronschrein im Nordwesten. Zwischen den Bäumen lag das kleine Heiligtum still wie zuvor. Alara Hilman sprach leise, aber bestimmter als an den Tagen davor. Sie fragte diesmal nicht nach ihrem Anliegen, sondern nur, ob sie gefunden hätten, wonach sie suchten. Althea verneinte. Daraufhin antwortete Alara, dass Wahrheit selten dort beginne, wo Feuer ende, sondern oft dort, wohin die Überlebenden gingen. Mehr sagte sie nicht, doch diesmal blieb ihr Blick länger auf Althea ruhen, fast prüfend, ehe sie sich zurückzog.
Auf dem Rückweg hatten Furka und Hurdin bereits Wein und Schnaps besorgt. Mit zwei Flaschen unter dem Arm, einem kleinen Krug Korn und sichtbar guter Laune trafen sie kurz vor Abend wieder im "Dach und Fach" ein.
Als die Dämmerung hereinbrach, saßen sie erneut gemeinsam beim Essen. Danach zogen sie sich in ihren Gemeinschaftsraum zurück. Archon schloss die Tür, Althea setzte sich ans Fenster, Keldi lehnte bereits am Tisch, die anderen verteilten sich auf Bänke, Bettkanten und Fensterbrett.
Es war Althea, die zuerst sprach.
„Wenn hier jemand aus dem Ort gedrängt wurde und seine Mühle brannte, dann sollten wir wenigstens wissen, ob man uns die Wahrheit sagt.“
Keldi nickte langsam. „Mir ist lieber, wir verstehen erst, was hier läuft, bevor wir weiterziehen und irgendwann wieder in denselben Sumpf geraten.“
Hurdin stützte die Arme auf die Knie. „Eine Mühle brennt nicht einfach ab, und wenn doch, dann steckt meist mehr dahinter, als die Leute erzählen.“
„Alle schauen weg, keiner sagt was — also ist irgendwas faul, und dann will ich wissen, was“, meinte Furka und hob den Schnapskrug kurz an, ehe er ihn wieder absetzte.
Tondar, am Fenster stehend, blickte hinaus auf den inzwischen dunklen Marktplatz. „Seit wir hier sind, reden alle nur halb, und genau das macht mir mehr Gedanken als das, was sie sagen.“
Archon saß zurückgelehnt im Halbschatten, die Finger locker um den Becher gelegt. „Wenn ein Ort mehr verschweigt als erklärt, lohnt es sich meist, der einen Spur zu folgen, die noch offen ist.“
Danach wurde es still.
Es war keine lange Beratung mehr nötig.
Die Linien lagen vor ihnen.
Das Rätsel dieser Stadt würde sich nicht innerhalb ihrer Mauern lösen.
Der Elf war die Schlüsselfigur.
Und wenn sie verstehen wollten, was in Gashok vorging, würden sie Artherion finden müssen.
Die Zwerge verköstigten den Schnaps, ein lokales Produkt, das erstaunlich gut war, an diesem Abend ungewohnt ruhig. Archon saß noch bis tief in die Nacht über seinen Aufzeichnungen, eine Flasche Rotwein neben der Kerze, deren Licht über die Seiten seines Buches wanderte. Althea hielt sich diesmal zurück. Sie lag noch lange wach, starrte an die Decke und lauschte auf die gedämpften Geräusche des Hauses.
So fügt sich alles...
Am nächsten Tag, während die Zwerge noch schliefen, kümmerte sie sich um das Reisegepäck, ordnete den Proviant und ging dann noch einmal hinüber zu Gerlanje und Raul Zumendiek, um letzte Ergänzungen zu besorgen. Der Marktplatz lag genauso verlassen da wie an den vier Tagen zuvor, obwohl Markttag war — in einem Ort wie diesem natürlich der Praiostag. Sie schnitt eine Grimasse. Nicht einmal Praios hatte die fahrenden Händler dazu gebracht, während der Namenlosen Tage zu reisen. Vernünftig.
Als sie am Nachmittag in die Herberge zurückkehrte, hatten die Zwerge bereits ein ausgiebiges Mahl hinter sich gebracht. Viel gesprochen wurde nicht mehr. Den Rest des Tages hing jeder seinen Gedanken nach. Am Abend wurden die Bündel gepackt, Rüstungen und Waffen noch einmal geprüft, dann legte sich die Gruppe früh zur Ruhe.
Dann kam der 01. Praios, 18 Hal.
Der milchige Himmel war der klaren, herabbrennenden Praiosscheibe gewichen. Schon am frühen Morgen war draußen Geschäftigkeit zu hören gewesen. Drüben beim Praios Tempel sammelten sich Menschen, und als sie aus der Tür traten, formierte sich auf der anderen Seite des Platzes eine Prozession — Weiß und Gold.
Sie hielten sich nicht lange auf, stahlen sich beinahe hinaus, verließen den Marktplatz auf der anderen Seite und orientierten sich gegen das kleine östliche Tor, kaum mehr als ein Durchlass in der Mauer.
Ohne dass sie es ahnten, verfolgte ein Paar Augen jeden ihrer Schritte...
Der vierte Morgen in Gashok begann später als die vorherigen. Die Nacht mit Bier und Wein hatte ihre Spuren hinterlassen, wenn auch eher in träger Ruhe als in wirklicher Schwere. Als sie schließlich beim Frühstück zusammensaßen, fiel das Licht wieder milchig durch die Fenster des *Dach und Fach*, hart und farblos wie an den Tagen zuvor. Draußen war die Stadt bereits wach, doch selbst jetzt schien jede Bewegung gedämpft. Man sprach zunächst wenig, bis Althea den Blick hob und noch einmal zusammenfasste, was man bisher wusste und was eben nicht. Niemand widersprach, als beschlossen wurde, die Fäden des Ortes noch einmal einzeln aufzunehmen, bevor man Gashok hinter sich lassen würde.
Althea und Archon gingen zuerst hinüber zu Gerlanje auf den Marktplatz. Das Zelt der Kräuterhändlerin stand wie immer offen unter den Bäumen, die Luft darin war kühl und erfüllt vom Geruch getrockneter Blätter, Harze und bitterer Tinkturen. Gerlanje musterte beide lange, ehe sie sprach, diesmal weniger zurückhaltend als zuvor. Sie fragte nicht, weshalb sie wiederkamen, sondern stellte nur eine kleine Schale mit dampfendem Kräuteraufguss bereit, als habe sie längst damit gerechnet. Viel Neues sagte sie nicht, doch manches erhielt nun Gewicht. Dass Artherion sich damals nicht nur zurückgezogen habe, sondern seit jener Nacht in den Gesprächen der Stadt nur noch als Name ohne Gegenwart vorkomme. Dass manche Menschen in Gashok Dinge hinnähmen, weil sie glaubten, damit Ruhe zu bewahren. Und dass Ruhe in diesem Ort selten bedeute, dass nichts geschehe. Als Althea sich verabschiedete, nickte Gerlanje nur und legte für einen Augenblick die Hand auf den Rand einer Truhe, als wolle sie andeuten, dass manches Wissen dort besser ruhe als auf offener Straße.
Als sie zurückkehrten, wartete Keldi bereits im Schankraum. Gemeinsam gingen Althea und er anschließend zu Raul Zumendiek. Der Händler empfing sie zwischen sauber gestapelten Kisten, Fässern und sorgsam geordneten Waren, als seien Ordnung und Übersicht selbst eine Form von Widerstand gegen die Unruhe des Ortes. Raul sprach mit ruhiger Stimme, fragte nach der Reise, nach den Wegen nach Süden und nach der Lage draußen vor der Stadt. Erst später kam das Gespräch auf Gashok selbst. Er sprach vorsichtig, aber nicht ängstlich. Praios, sagte er, habe hier viele Gesichter, und nicht jedes trage Gold. Dann schwieg er kurz und fügte hinzu, dass ein Ort nur dann tragfähig bleibe, wenn noch genug Leute darin wüssten, wann man schweigen müsse und wann nicht. Als Keldi bezahlte, tat Raul etwas, das er bislang nicht getan hatte: Er nannte Althea beim Abschied bei ihrem Namen.
Zum Mittag traf sich die Gruppe wieder im "Dach und Fach". Der Wirt stellte Brot, Eintopf und Käse auf den Tisch, und zum ersten Mal schien er sich nicht mehr nur aus Pflicht um sie zu kümmern, sondern aus einer vorsichtigen Gewohnheit heraus. Es wurde ruhig gegessen; nur Furka kommentierte den Eintopf mit einem zustimmenden Brummen.
Danach gingen Althea und Tondar hinüber zum Phex-Tempel. Der kleine Tempel lag wie zuvor still zwischen den Häusern, grau und unscheinbar. Hella Vandemor empfing sie nicht mit Fragen. Althea legte eine größere Spende nieder, sprach nur wenige Worte, und die Geweihte nickte langsam. Mehr wurde nicht verlangt. Als sie sich wieder zum Gehen wandten, sagte Hella nur, ohne sie anzusehen, dass in manchen Städten nicht jede Tür verschlossen sei, nur weil sie geschlossen wirke. Tondar hob kaum merklich die Brauen, doch beide fragten nicht weiter.
Währenddessen saßen Furka und Hurdin bei Rowena Pauspiarken an der Schmiede. Die Zwergin hatte die Esse offen, obwohl an diesem Tag kaum Arbeit anlag, und das Gespräch bewegte sich rasch von Werkzeugen zu Metallqualitäten, von dort zu Zwergenstädten, von dort zurück zu Gashok. Rowena sprach offen genug, um erkennen zu lassen, dass sie vieles sah, aber nicht vieles kommentierte. Menschen, meinte sie, hätten die unangenehme Angewohnheit, Dinge zu vergessen, sobald sie unbequem würden. Dann lachte sie kurz und erklärte Furka, warum seine Axt zwar brauchbar, aber handwerklich keineswegs bemerkenswert sei. Furka tat beleidigt, Hurdin grinste.
Am Nachmittag durchquerten Althea und Tondar den Ort bis zum Boronschrein im Nordwesten. Zwischen den Bäumen lag das kleine Heiligtum still wie zuvor. Alara Hilman sprach leise, aber bestimmter als an den Tagen davor. Sie fragte diesmal nicht nach ihrem Anliegen, sondern nur, ob sie gefunden hätten, wonach sie suchten. Althea verneinte. Daraufhin antwortete Alara, dass Wahrheit selten dort beginne, wo Feuer ende, sondern oft dort, wohin die Überlebenden gingen. Mehr sagte sie nicht, doch diesmal blieb ihr Blick länger auf Althea ruhen, fast prüfend, ehe sie sich zurückzog.
Auf dem Rückweg hatten Furka und Hurdin bereits Wein und Schnaps besorgt. Mit zwei Flaschen unter dem Arm, einem kleinen Krug Korn und sichtbar guter Laune trafen sie kurz vor Abend wieder im "Dach und Fach" ein.
Als die Dämmerung hereinbrach, saßen sie erneut gemeinsam beim Essen. Danach zogen sie sich in ihren Gemeinschaftsraum zurück. Archon schloss die Tür, Althea setzte sich ans Fenster, Keldi lehnte bereits am Tisch, die anderen verteilten sich auf Bänke, Bettkanten und Fensterbrett.
Es war Althea, die zuerst sprach.
„Wenn hier jemand aus dem Ort gedrängt wurde und seine Mühle brannte, dann sollten wir wenigstens wissen, ob man uns die Wahrheit sagt.“
Keldi nickte langsam. „Mir ist lieber, wir verstehen erst, was hier läuft, bevor wir weiterziehen und irgendwann wieder in denselben Sumpf geraten.“
Hurdin stützte die Arme auf die Knie. „Eine Mühle brennt nicht einfach ab, und wenn doch, dann steckt meist mehr dahinter, als die Leute erzählen.“
„Alle schauen weg, keiner sagt was — also ist irgendwas faul, und dann will ich wissen, was“, meinte Furka und hob den Schnapskrug kurz an, ehe er ihn wieder absetzte.
Tondar, am Fenster stehend, blickte hinaus auf den inzwischen dunklen Marktplatz. „Seit wir hier sind, reden alle nur halb, und genau das macht mir mehr Gedanken als das, was sie sagen.“
Archon saß zurückgelehnt im Halbschatten, die Finger locker um den Becher gelegt. „Wenn ein Ort mehr verschweigt als erklärt, lohnt es sich meist, der einen Spur zu folgen, die noch offen ist.“
Danach wurde es still.
Es war keine lange Beratung mehr nötig.
Die Linien lagen vor ihnen.
Das Rätsel dieser Stadt würde sich nicht innerhalb ihrer Mauern lösen.
Der Elf war die Schlüsselfigur.
Und wenn sie verstehen wollten, was in Gashok vorging, würden sie Artherion finden müssen.
Die Zwerge verköstigten den Schnaps, ein lokales Produkt, das erstaunlich gut war, an diesem Abend ungewohnt ruhig. Archon saß noch bis tief in die Nacht über seinen Aufzeichnungen, eine Flasche Rotwein neben der Kerze, deren Licht über die Seiten seines Buches wanderte. Althea hielt sich diesmal zurück. Sie lag noch lange wach, starrte an die Decke und lauschte auf die gedämpften Geräusche des Hauses.
So fügt sich alles...
Am nächsten Tag, während die Zwerge noch schliefen, kümmerte sie sich um das Reisegepäck, ordnete den Proviant und ging dann noch einmal hinüber zu Gerlanje und Raul Zumendiek, um letzte Ergänzungen zu besorgen. Der Marktplatz lag genauso verlassen da wie an den vier Tagen zuvor, obwohl Markttag war — in einem Ort wie diesem natürlich der Praiostag. Sie schnitt eine Grimasse. Nicht einmal Praios hatte die fahrenden Händler dazu gebracht, während der Namenlosen Tage zu reisen. Vernünftig.
Als sie am Nachmittag in die Herberge zurückkehrte, hatten die Zwerge bereits ein ausgiebiges Mahl hinter sich gebracht. Viel gesprochen wurde nicht mehr. Den Rest des Tages hing jeder seinen Gedanken nach. Am Abend wurden die Bündel gepackt, Rüstungen und Waffen noch einmal geprüft, dann legte sich die Gruppe früh zur Ruhe.
Dann kam der 01. Praios, 18 Hal.
Der milchige Himmel war der klaren, herabbrennenden Praiosscheibe gewichen. Schon am frühen Morgen war draußen Geschäftigkeit zu hören gewesen. Drüben beim Praios Tempel sammelten sich Menschen, und als sie aus der Tür traten, formierte sich auf der anderen Seite des Platzes eine Prozession — Weiß und Gold.
Sie hielten sich nicht lange auf, stahlen sich beinahe hinaus, verließen den Marktplatz auf der anderen Seite und orientierten sich gegen das kleine östliche Tor, kaum mehr als ein Durchlass in der Mauer.
Ohne dass sie es ahnten, verfolgte ein Paar Augen jeden ihrer Schritte...

