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Zum Meckern!
(21.02.2014, 12:15)Fenris schrieb:
(21.02.2014, 11:37)Alrik Alrikson schrieb:
(21.02.2014, 10:49)Fenris schrieb: Für dieses Update gegen die riesen Sicherheitslücke bei Fritzbox! Routern musste ich gestern unseren ( den wir nur für WLAN nutzen und an einer Kabeldeutschlandbox für Telefon,DSL und Fernsehen haben ) auf Werkseinstellungen zurück setzen. Was danach kam war ein furchtbares abstrampeln überhaupt wieder in die Routermaske zu bekommen und dann noch das Update zu installieren. Am Ende hatte ich es zwar geschafft, jetzt will aber der WLAN Router nicht mehr wie wir wollen. Kann nur noch spezielle Seiten öffnen wie youtube, Facebook, allerdings laden die meisten Foren gar nicht mehr ( dieses hier ist die absolute Ausnahme )... der Router sagt er hätte keinen DSL Zugang, dabei hängt der an der Box.. N A R F

Wieso musstest Du den denn auf die Werkseinstellungen zurücksetzen? Ich habe einfach das Firmware-Update drüberlaufen lassen und dann lief wieder alles wie gewohnt...

Der Router ist "alt" und vom Schwiegerpapa, der hat das Kennwort für die Maske festgelegt aber vergessen ob und wo er es niedergeschrieben hatte. Da hilft nur Werkeinstellung um in die Maske zu kommen.
Naja ich habs gerade geschafft das Ding so zu konfigurieren wie wir es brauchen. Läuft also alles wieder.
YEAHY!
Es ist überhaupt der Witz wieso wir das Ding angeschlossen haben. Kabeldeutschland wollte uns damals ums WLAN prällen ( obwohl wir das alles entsprechend mit deren Vertreter abgekaspert hatten ), eig. kann die KD-Box selbst WLAN, allerdings hatten sie uns das nicht freigeschalten ( nur gegen höhere Monatsgebühren )...darum den alten Router drangehangen. Damals dacht ich noch: "Ich zahl doch nicht mehr damit ich zwei Kabel weniger in der Wohnung rumliegen habe."... naja am Ende hab ich zumindest mit 2 Tagen Nerven lassen draufbezahlt.

Ah ok, dann gehts leider nicht anders. Naja, jetzt hast Du ja ein neues Passwort und hoffentlich auch aufgeschrieben. ;)
"Alrik war durstig und hat getrunken."
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Glückwunsch, Spiegel Online!

Mit Deiner Darstellung der Ereignisse inder Ukraine hast Du es endgültig geschafft, mich von Deinem Online-Auftritt zu bannen. Wenn ich künftig wissen möchte, wie N*zis oder Großdeutschtümelnde denken, werde ich direkt zur FAZ oder NPD-Seiten gehen. Sogar auf den Zeit-Online-Seiten kann ich diese reaktionäre Gelaber lesen, allerdings auch die neutrale Darstellung mit dazu.
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Welcher Artikel speziell erregt speziell Dein Missfallen? Mir kommt in letzter Zeit die Zeit viel tendenziöser vor.
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Ich lese meist ntv.de weil die App einfach die beste Nachrichten-App ist imo.

Spiegel lese ich nur am PC, ist okay - wobei ich die meisten Ukraine Artikel gar nicht mehr lese... Kommt mir meist vor wie alter Wein in neuen Schläuchen...
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(05.03.2014, 11:41)Recke schrieb: Ich lese meist ntv.de weil die App einfach die beste Nachrichten-App ist imo.
interessant, ich verwende im momment die von Focus, die fande ich bisher garnicht so schlecht...aber die von ntv werde ich wohl auch mal ausprobieren...es auch schwer ne vernünftige App zu finden, die einem im Sinnvollen maße mit Narchichten versorgt und zudem noch von der Bedienbarkeit brauchbar ist...
"Mut ist der Zauber, der Träume Wirklichkeit werden lässt"

Savegameditoren, Tools und Patches der Nordlandtrilogie
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So, getz isses soweit, muß ja eh alles raus (bitte anschnallen und sich nicht auf Füsse getreten fühlen):

Zum "Ukraine-Konflikt", der mittlerweile ja alle möglichen Titel trägt, insbesondere aber Putin "Kalten Krieg" vorwirft: Der Reihe nach

Ein Haufen Demonstranten beschwert sich in Kiew über dies und das, der Präsident Janukowics läßt gewähren und erkundigt sich worum es sich handelt (ungefähr Oktober/November 2013). Die Leute sind irgendwie "pro-europäisch" - was immer das heissen mag. Da trifft es sich natürlich blöd, dass der (gewählte) Präsident auf russischen Druck ein Abkommen mit der EU canceln muss. Ab nun interessiert sich die westliche Presse und aus den paar Demonstranten wird erst der "besetzte Maidan" und dann "die Opposition". Die "Oppositionsführer" mit u.a. Klitschko (dessen Legitimation ist eine Kandidatur zum Kiewer Bürgermeister, wo er 19% der Stimmen erzielte) eilen schnell herbei und erkundigen sich, um was es sich handelt.

Nach und nach wird der Konflikt um den "Maidan" härter, plötzlich tauchen da ganz andere Gesichter auf - vor allem die, die andauernd vermummt umherlaufen (nicht nur die Bandera-Fans von Swoboda, es bildet sich eine noch weiter rechtsaußen stehende Fraktion namens "Rechter Sektor" - wenn die reden, besser nicht zuhören, deswegen wird über deren Ziele mit KEINEM Wort in der westlichen Presse berichtet). Die Polizei schafft es mit normalen Mitteln nicht, den Platz zu räumen. Mit Unterstützung (Westwelle, Ashton u.a. Prominenz treffen auf dem Maidan ein) des Westens werden die Forderungen der "Opposition" härter - erst soll eine neue Regierung gebildet werden - vielleicht entsinnt sich noch jemand des großen Durchbruchs, als der Präsident mit der neuen Opposition den Vertrag unterzeichnet und eine neue "Übergangsregierung" bilden will - grinsender Klitschko mit Hände-Schütteln in den Medien - sowie baldige Neuwahlen. Alles gut.

Nö. Nix ist gut. Der geschlossene Vertrag iss irgendwie doch nicht so gut, der Westen fordert mehr. Plötzlich gelingt es den friedlichen, unbewaffneten Demonstranten Regierungsgebäude zu stürmen und mehrere Hundertschaften der Polizei (angeblich auch "Elite-Einheiten") gefangen zu nehmen. Glückwunsch! Das muss man erst mal hinkriegen. Zuletzt kommt es zu tödlichen Schüssen auf dem Maidan-Platz mit über 100 Toten.

Böser Präsident! Nanu: jetzt will plötzlich niemand mehr was davon wissen, wer warum auf wen geschossen hat (heise - die neue "Regierung" hat plötzlich kein Interesse mehr festzustellen, wer da geschossen hat. Seltsam. Und die neue "Regierung" beschließt allerlei Gesetze: mit was ist diese Regierung legitimiert? Schert die westliche Presse doch nicht. Hauptsache gegen Russland. (Ich weiß nicht mehr, ob in diesem Forum noch jemand außer mir den - naja, passiven Fernseh - Boykott von Sotchi mitgetragen hat - jedenfalls war ich bis vor kurzem kein Freund von Putin)

Mittlerweile rudert sogar die Presse teilweise etwas zurück und spricht von "Übergangsregierung" - trotzdem finde ich, vor irgendwelchen Beschlüssen sollte da erstmal gewählt werden. Und noch eins: klar, Putin ist "unser Lieblings-Bösewicht" - man darf aber vielleicht noch daran erinnern, um was es da eigentlich geht, nämlich die endgültige Revision der Ergebnisse des 2. Weltkriegs. Noch im "4+2-Vertrag" zur Wiedervereinigung wurde 1991 festgelegt, dass es keine NATO-Osterweiterung geben wird. Nagut, was bedeuten sschon Verträge... Jedenfalls standen die Lenin-Statuen in der Ukraine nicht (vielleicht 5% der Bedeutung) für irgendwelchen Kommunismus, sondern als Zeichen des Sieges über die Wehrmacht.

Ich könnte das gleiche Szenario ja spaßeshalber mal am Beispiel etwa Belgiens vorführen zur Verdeutlichung, mit welchen Mitteln da gearbeitet wird.
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(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: So, getz isses soweit, muß ja eh alles raus (bitte anschnallen und sich nicht auf Füsse getreten fühlen):
Einen Grund zum "auf die Füße getreten Fühlen" gibt es nicht, wenn Du Deine Meinung vertrittst. Aber ich sehe die Sache ganz deutlich anders, teilweise sogar konträr.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Die Leute sind irgendwie "pro-europäisch" - was immer das heissen mag. Da trifft es sich natürlich blöd, dass der (gewählte) Präsident auf russischen Druck ein Abkommen mit der EU canceln muss.
Der Startschuß der Demonstrationen - zumindest in nennenswertem Umfang - war die Absage der Unterzeichnung des Assoziierungsabkommens mit der EU. Die Westannäherung hatte Janukovich seinem Volk versprochen. - Ja, es hat auch mich gewundert, daß eine solche politische Richtungsentscheidung solch hartnäckige Proteste auslösen kann. Aber man muß natürlich auch sehen, daß den (West-)Ukrainern von ihm quasi die Orangene Revolution und deren Früchte gestohlen wurde. Damals wurde er wegen offensichtlichen Wahlbetrugs aus dem Amt gejagt und nun wendet er sich von der lange versprochenen EU-Annäherung ab. Für die (West-)Ukrainer war das offenbar ein Schlag ins Gesicht. Die sind ersichtlich "pro-europäisch" in dem Sinne, daß sie hin zur EU und weg von Rußland wollen.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Die "Oppositionsführer" mit u.a. Klitschko (dessen Legitimation ist eine Kandidatur zum Kiewer Bürgermeister, wo er 19% der Stimmen erzielte) eilen schnell herbei und erkundigen sich, um was es sich handelt.
Es ist völlig normal, daß eine Protestbewegung Köpfe und Identifikationsfiguren braucht, am Besten auch solche, die international bekannt sind. Und auch wenn von denen nicht der Startschuß gegeben wird, müssen sich solche Personen dann auch an die Spitze von Bewegungen setzen. Timoschenko saß noch im Knast (aufgrund von Rache-Justiz Janukovichs, das sollte man nicht vergessen) und Klitschko war schon früher ein Oppositionspolitiker gegen die Janukovich-Partei. - Als in Ägypten die Umstürze kamen, war auch jedesmal Herr el-Baradei plötzlich da und wollte in der neuen Ordnung mitmischen (solange sie in eine ihm genehme Richtung ging), ohne daß er selbst der Auslöser der Proteste gewesen wäre. Dieses Phänomen, daß bekannte Oppositionelle hinzutreten, wenn ein Protest schon am Laufen ist, ist nichts speziell Ukrainisches. Und es ist auch weder illegitim noch macht es die Widerstandsbewegung unglaubwürdig.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: plötzlich tauchen da ganz andere Gesichter auf - vor allem die, die andauernd vermummt umherlaufen (nicht nur die Bandera-Fans von Swoboda, es bildet sich eine noch weiter rechtsaußen stehende Fraktion namens "Rechter Sektor" - wenn die reden, besser nicht zuhören, deswegen wird über deren Ziele mit KEINEM Wort in der westlichen Presse berichtet).
Das kann ich so nicht bestätigen. In fast jeder Talkrunde über die Ukraine wird diese rechte Szene angesprochen, mal ausführlicher, mal knapper. Es ist wohlbekannt und unbestritten, daß es diese Leute gibt. Das sind Rechtsradikale bzw. extreme Nationalisten, die sicher nichts Gutes im Sinne haben. Daß solche Kräfte sich bei laufenden Unruhen allzugerne hervortun, ist weder erstaunblich, noch ein Einzelfall. In den Umstürzen des Arabischen Frühlings haben auch immer die Radikalislamisten mitgemischt, wenngleich die Auslöser und die Mehrheit der Protestbewegung ganz andere Ziele hatten.

Man kann nichts daran ändern, daß auch solche Leute aus ihren eigene Motiven heraus bei Protesten mitmachen, diese gewissermaßen ein Stück weit zweckentfremden (und damit in Verruf zu bringen drohen). Wichtig ist nur, solche Leute von der neuen Ordnung nach einem erfolgten Umsturz möglichst fernzuhalten. Geben tut es sie aber in fast jedem Staat.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Mit Unterstützung (Westwelle, Ashton u.a. Prominenz treffen auf dem Maidan ein) des Westens werden die Forderungen der "Opposition" härter - erst soll eine neue Regierung gebildet werden - vielleicht entsinnt sich noch jemand des großen Durchbruchs, als der Präsident mit der neuen Opposition den Vertrag unterzeichnet und eine neue "Übergangsregierung" bilden will - grinsender Klitschko mit Hände-Schütteln in den Medien - sowie baldige Neuwahlen. Alles gut.
Westerwelle war doch zu der Zeit schon gar nicht mehr im Amt. Den Vertrag zwischen Janukovich, Klitschko und den anderen Oppositionsparteien hat Steinmeier zusammen mit den Außenministern Frankreichs und Polens vermittelt. - Und ja, das kann man als Durchbruch werten, weil Janukovich da erstmals überhaupt Zugeständnisse gemacht und nicht nur auf Zeit gespielt hatte. Allerdings hätte ihm dieser Vertrag noch immer sein Amt - welches er diktatorisch ausgeübt hat - bis Ende des Jahres gesichert. Und das war schon nach den Maidan-Toten. Daß die Demonstranten das nicht billigen konnten, hatte ich mir gedacht. Daß der Umsturz schon am nächsten Tag kommen würde, hätte wohl niemand erwartet.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Der geschlossene Vertrag iss irgendwie doch nicht so gut, der Westen fordert mehr.
Ich kann nicht erkennen, daß der Westen hier besondere Forderungen eingebracht hätte. Er hat die Opposition gegen Janukovich politisch unterstützt, das ja. Gegen ein diktatorisches Regime ist das auch legitim. Aber die Forderungen kamen von den Demonstranten bzw. deren Führern selbst. Die haben sich auch nicht bzw. nur sehr sporadisch mit ausländischen Politikern aus dem Westen getroffen. Daß der Westen hier als scharfmacher agiert hätte, dafür sehe ich keine Belege.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Plötzlich gelingt es den friedlichen, unbewaffneten Demonstranten Regierungsgebäude zu stürmen und mehrere Hundertschaften der Polizei (angeblich auch "Elite-Einheiten") gefangen zu nehmen. Glückwunsch! Das muss man erst mal hinkriegen. Zuletzt kommt es zu tödlichen Schüssen auf dem Maidan-Platz mit über 100 Toten.

Böser Präsident! Nanu: jetzt will plötzlich niemand mehr was davon wissen, wer warum auf wen geschossen hat (heise - die neue "Regierung" hat plötzlich kein Interesse mehr festzustellen, wer da geschossen hat.
Die Maidan-Bewegung war zuletzt - sicher auch der Rechtsradikalen wegen, die sich da untergemischt hatten - nicht mehr gänzlich friedlich. Da waren auch Waffen im Spiel. Und ja, mit rein friedlichen Demonstrationen wäre Janukovich nicht aus dem Amt zu bekommen gewesen. Erst die Eskalation der Gewalt hat den Druck so erhöht, daß er letztlich aufgeben mußte.

Was an dem besagten Abend mit den vielen Toten genau geschehen ist, weiß niemand so genau. Aber thematisisert wurde es in unseren Medien schon, z.B. gerade gestern Abend. Ich meine, es war das ZDF spezial (evtl. aber auch der ARD-Brennpunkt), in dem auf Basis des verfügbaren Bildmaterials der Frage nachgegangen wurde, wer da auf die Demonstranten geschossen hat.

Es wurde dreierlei deutlich herausgestellt:

- Waffen gab es nicht nur auf Seiten der Regierungskräfte, sondern auch auf Seiten der Demonstranten.
- Wer zuerst geschossen hat, läßt sich nicht klären.
- Die scharfen Schüsse auf Demonstranten, die zu den vielen Toten geführt haben, haben Männer abgegeben, die Panzerfahrzeuge hatten und Uniformen mit gelben Armbändern trugen. Sie bewegten sich wie eine militärisch geschulte Einheit.

Verschwörungstheorien gibt es immer und manchmal sollte man sie auch ernst nehmen. In Syrien gab es auch den Verdacht, die Opposition habe sich selbst mit C-Waffen beschossen, um die USA auf den Plan zu holen. Denn natürlich kann eine Eskalation auch für das Ziel eines Umsturzes nützlich sein. Ganz ausschließen kann man das auch hier nicht. Eine saubere Aufklärung ist in diesen Zeiten des Umsturzes auch nicht zu erwarten. Aber die Hinweise überwiegen momentan wohl eher für die Vermutung, daß die gezielten Schüsse auf Demonstranten von regierungstreuen Truppen kamen.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: Und die neue "Regierung" beschließt allerlei Gesetze: mit was ist diese Regierung legitimiert? Schert die westliche Presse doch nicht.
Die neue Regierung ist vom Parlament gewählt. Das Parlament wurde niemals aufgelöst, es sind nur ca. 2/3 der Leute aus der Janukovich-Partei "mal eben" zur Opposition übergelaufen. Wie freiwillig das war, darüber mag man sich streiten, das wird von den Rußlandtreuen ja auch bezweifelt. Aber eine formale Legitimation liegt wohl durchaus vor (anders als für den Chef des neuen Krim-Regionalparlaments).

Daß dies keine demokratisch legitimierte Regierung im eigentlichen Sinne ist, weiß wohl jeder. Deshalb soll es ja auch schon im Mai Neuwahlen geben. Eine Phase der nicht-demokratischen Übergangsregierung gibt es bei jedem Umsturz. Das war auch 1989 nicht anders bis zu den ersten freien Wahlen in der DDR.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: trotzdem finde ich, vor irgendwelchen Beschlüssen sollte da erstmal gewählt werden.
Hier gebe ich Dir teilweise Recht. Zwar kann man nicht vor "irgendwelchen Beschlüssen" Wahlen abwarten, da auch in einer Übergangszeit ein Land eine Regierung braucht. Aber vor weitreichenden und aufschiebbaren Beschlüssen sollten die nächsten freien Wahlen abgewartet werden. Dahingehend war weder das (zum Glück gescheiterte) Sprachen-Gesetz sinnvoll noch finde ich es sehr geschickt, wenn die EU noch mit der Übergangsregierung Teile des strittigen Assoziierungsabkommens unterzeichnen will. Gerade bei letzterem sollte man wirklich auf eine neugewählte Regierung warten.

(07.03.2014, 00:11)Achwas schrieb: man darf aber vielleicht noch daran erinnern, um was es da eigentlich geht, nämlich die endgültige Revision der Ergebnisse des 2. Weltkriegs.
Nein, der zweite Weltkrieg ist seit fast 70 Jahren zu Ende und seine Ergebnisse stehen fest. Mit denen muß sich jeder Staat und jede Volksgruppe arrangieren. Die Polen streben auch nicht danach, ihr Land wieder nach Osten auszuweiten und Deutschland erkennt nach wie vor die Oder-Neiße-Grenze an. Die Krim wurde vom Sowjetpräsidenten Chruschtschow 1954 (also 9 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg!) der Ukraine zugeschlagen.

Hier geht es insofern um die Frage, wie die Welt regiert, wenn sich ein Staat zum zweiten Mal innerhalb von kurzer Zeit mit fadenscheinigen Argumenten Teile eines anderen Staates (faktisch oder komplett) einverleibt. Es gibt kein Recht, seine Staatsbürger militärisch in fremden Staaten zu schützen. Putin hat Rußland Teile von Georgien mit militärischer Gewalt faktisch zugeschlagen. Nun soll Ähnliches mit der Krim und wer weiß noch welchen Gebieten passieren. Das wird man nicht verhindern können, weil Putin da schlicht am längeren Hebel sitzt. Aber zumindest diplomatisch muß man deutlich machen, daß dies von der westlichen Welt nicht gebilligt wird.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
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(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Die haben sich auch nicht bzw. nur sehr sporadisch mit ausländischen Politikern aus dem Westen getroffen. Daß der Westen hier als scharfmacher agiert hätte, dafür sehe ich keine Belege.

Na irgendwie müssen solche Proteste ja auch finanziert werden, bzw. müssen größere Menschenmassen auch auf Dauer versorgt werden, wenn die dort anscheinend tagelang ausharren & demonstrieren können. Wenn der "Westen" insbesondere die USA die ukrainische "Opposition" über "NGOs" finanziell unterstützt, hat das gerade in solch einer Situation schon einen gewissen Beigeschmack. Von dem "F*ck EU" mal abgesehen, wären die sonstigen Aussagen von Frau Nuland dazu wesentlich interessanter gewesen. Was man daraus für Schlüsse zieht, bleibt jedem selbst überlassen, nur eine Einmischung in einem nicht überschaubaren Ausmaß hat es gegeben und gibt es wohl immer noch. Insofern ist es pure Heuchelei, wenn sich dann westliche Politiker immer wieder einseitig zur Situation äußern. Davon abgesehen kann ich nicht erkennen, dass die Ukraine jetzt zwangsläufig besser/demokratischer wird. Wenn Timoschenko jetzt wieder an die Macht kommen sollte, wird man quasi den Bock zum Gärtner machen, denn diese Frau ist anscheinend keinen Deut besser als Janukowitsch.
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(07.03.2014, 12:01)Silencer schrieb: Wenn der "Westen" insbesondere die USA die ukrainische "Opposition" über "NGOs" finanziell unterstützt, hat das gerade in solch einer Situation schon einen gewissen Beigeschmack. Von dem "F*ck EU" mal abgesehen, wären die sonstigen Aussagen von Frau Nuland dazu wesentlich interessanter gewesen. Was man daraus für Schlüsse zieht, bleibt jedem selbst überlassen, nur eine Einmischung in einem nicht überschaubaren Ausmaß hat es gegeben und gibt es wohl immer noch.
Ja, der Westen hat die pro-europäische Opposition unterstützt, Rußland seinen guten Freund Janukovitch, der das Land autokratisch regierte. Das ist kein Geheimnis. Aber daß die Forderungen der Opposition eigentlich aus dem Westen kamen bzw. von ihm gesteuert und verschärft wurden, wie es bei Achwas klang, dafür sehe ich eben keine Anhaltspunkte.

(07.03.2014, 12:01)Silencer schrieb: Davon abgesehen kann ich nicht erkennen, dass die Ukraine jetzt zwangsläufig besser/demokratischer wird. Wenn Timoschenko jetzt wieder an die Macht kommen sollte, wird man quasi den Bock zum Gärtner machen, denn diese Frau ist anscheinend keinen Deut besser als Janukowitsch.
Daß Frau Timoschenko nicht unbedingt ein großer Fortschritt für die Ukraine wäre nach alledem, was sie in der Vergangenheit so getrieben hat, ist sicher richtig - auch wenn ihr Regierungsstil wahrscheinlich schon weniger diktatorisch wäre als der Janukovichs. Aber in der Tat bräuchte es da eigentlich frische Kräfte. - Und daß die Ukraine nun eine Vorzeigedemokratie wird ohne Korruption, das nehme ich auch nicht an. Aber es ist eben schon eine Tür aufgestoßen zu einem besseren und demokratischeren (ja, das ist graduell) System als bislang. Eine solche Tür war schon einmal mit der Orangenen Revolution aufgestoßen worden und sie wurde nicht durchschritten. Eine Garantie gibt es auch dieses Mal nicht, die Chance könnte genutzt oder wieder vertan werden. Das hinge von den Ukrainern ab. Aber durch Putins Eingreifen, ist nun selbst diese Chance - zumindest für eine Ukraine im Ganzen - wohl zunichte gemacht, bevor es sie wirklich gab. Und das ist schade, denn die Menschen in diesem Land hätten (wie eigentlich alle weltweit) Besseres verdient als eine "gelenkte Demokratie" nach russischem Vorbild.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
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(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Einen Grund zum "auf die Füße getreten Fühlen" gibt es nicht, wenn Du Deine Meinung vertrittst. Aber ich sehe die Sache ganz deutlich anders, teilweise sogar konträr.
Er sieht das nicht nur anders, sondern sogar teilweise konträr! Heilige Jungfrau Gottes, gebenedeit sei… Ja, das schlägt doch dem Faß die Krone mitten ins Gesicht! Undzwar: hochkant! Eiderdaus! Ok, aber worauf ich eigentlich hinaus wollte, war eben nicht „die Ukraine erklären“, sondern auf die einseitige Berichterstattung hinweisen - siehe den Beitrag Nummer 3762.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Aber man muß natürlich auch sehen, daß den (West-)Ukrainern von ihm quasi die Orangene Revolution und deren Früchte gestohlen wurde. Damals wurde er wegen offensichtlichen Wahlbetrugs aus dem Amt gejagt und nun wendet er sich von der lange versprochenen EU-Annäherung ab. Für die (West-)Ukrainer war das offenbar ein Schlag ins Gesicht. Die sind ersichtlich "pro-europäisch" in dem Sinne, daß sie hin zur EU und weg von Rußland wollen.
Die Absage der Unterzeichnung des Abkommens war dem geschuldet, dass der gewiß nicht pro-russische Präsident versucht hatte, im Interesse der Ukraine zwischen der EU und Rußland zu balancieren - und denn eben einen gewaltigen Schuß vor den Bug von den Russen bekommen hat - Shit happens.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Es ist völlig normal, daß eine Protestbewegung Köpfe und Identifikationsfiguren braucht, am Besten auch solche, die international bekannt sind. Und auch wenn von denen nicht der Startschuß gegeben wird, müssen sich solche Personen dann auch an die Spitze von Bewegungen setzen. Timoschenko saß noch im Knast (aufgrund von Rache-Justiz Janukovichs, das sollte man nicht vergessen) und Klitschko war schon früher ein Oppositionspolitiker gegen die Janukovich-Partei. - Als in Ägypten die Umstürze kamen, war auch jedesmal Herr el-Baradei plötzlich da und wollte in der neuen Ordnung mitmischen (solange sie in eine ihm genehme Richtung ging), ohne daß er selbst der Auslöser der Proteste gewesen wäre. Dieses Phänomen, daß bekannte Oppositionelle hinzutreten, wenn ein Protest schon am Laufen ist, ist nichts speziell Ukrainisches. Und es ist auch weder illegitim noch macht es die Widerstandsbewegung unglaubwürdig.
Wenn es etwas macht, dann unglaubwürdig. Nun zu den „West-Ukrainern“ und der „gestohlenen Revolution (orange)“: Das heutzutage alles, was nicht im Entferntesten den Begriff „Revolution“ verdient hat, eine solche genannt wird, ist ein Teil dessen, was ich Ursprungs kritisierte - nämlich die Berichterstattung in den Medien. Was gab es nicht alles für „Revolutionen“ in letzter Zeit: ein neues Auto [url=(link: https://www.youtube.com/watch?v=oOb1M14NYUU)], orangene, arabische, türkische… und inhaltlich: früher stand der Begriff mal dafür, dass die Mehrheit der Bevölkerung Verhältnisse zu ihren Gunsten umwarf - das Gegenteil wird heute so genannt. Ähnlich wie der Begriff „Reform“ heutzutage das Gegenteil dessen bezeichnet, was ihm einst innewohnte (siehe u.a. Agenda 2010).

Jetzt wurde den „West-Ukrainern“ ihr Putsch - hups, ihre Revolution - gestohlen von dem pösen, pösen Janukowicz (Schreibweise mir egal). Nämlich von der Mehrheit der Ukrainer. Durch Wahlen. Bei der die OSZE nix zu meckern hatte. Soviel zum offensichtlichen Wahlbetrug. International bekannt ist natürlich der Klitschko, dem seine ukrainische Heimat ebenso am Arsch vorbeigeht wie seinen Kumpanen. Wenn der nicht mit der Konrad-Adenauer-Stiftung seine „Udar“-Partei („Udar“ bedeutet „(Faust-)Schlag“) aufgebaut hätte, wüsste heute noch niemand, dass er mal ein ganz großer Politiker wird. Und auch in Ägypten (wie übrigens auch in Rußland) wurde kurz darauf die Konrad-Adenauer-Stiftung wegen eigenartiger Machenschaften belangt und aufgelöst.

Die mandeläugige haarkranz-geflochtene Marienerscheinung Timoschenko saß wegen Korruption in Haft, völlig zu recht. Und wurde flugs von westlichen Medien ebenso zur Oppositionspolitikerin herbeiphantasiert wie vielleicht - um mal einen abrupten Vergleich zu ziehen - Chodorkowski in Rußland. Eben das Phänomen in den ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten, wo der „Wandel“ nicht ganz so astrein geklappt hat wie etwa Polen oder Tschechien: die stärksten Tiere im Stall beissen sich durch und werden zu den Oligarchen; es gilt die Macht des „rackets“ - in Somalia wie in Afghanistan, in der Ukraine wie in Afrika - nur in Rußland kam was dazwischen, als der pöse, pöse Putin den Zentralstaat gegen diese Kartelle (bzw. lavierend mit einigen gegen andere) durchsetzte (und mögen muß man Putin deswegen immer noch nicht).

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Das kann ich so nicht bestätigen. In fast jeder Talkrunde über die Ukraine wird diese rechte Szene angesprochen, mal ausführlicher, mal knapper. Es ist wohlbekannt und unbestritten, daß es diese Leute gibt. Das sind Rechtsradikale bzw. extreme Nationalisten, die sicher nichts Gutes im Sinne haben. Daß solche Kräfte sich bei laufenden Unruhen allzugerne hervortun, ist weder erstaunblich, noch ein Einzelfall. In den Umstürzen des Arabischen Frühlings haben auch immer die Radikalislamisten mitgemischt, wenngleich die Auslöser und die Mehrheit der Protestbewegung ganz andere Ziele hatten.
Ich meinte nicht „Talk-Runden“, sondern die Berichterstattung der Medien. Da geht es um die Beiträge in „tagesschau“ und „tagesthemen“ sowie deren Pendants auf anderen Sendern und in der Presse - dass „ntv“ da wirklich das Allerletzte ist, wundert mich nicht. Also mithin das, was in Tageszeitungen auf den Seiten 1-8 steht, nicht hinten irgendwo im Feulliton.

Nach einer Untersuchung des Medien-Magazins „ZAPP“ wurden 80% der Interviews in Tagesschau und Tagesthemen mit der Bevölkerung mit eindeutig „pro-westlichen“ Kräften gesendet - war ja auch praktischer, direkt vom Hotel aus zum Maidan zu laufen als zwei Straßen-Ecken weiter zur „normalen“ Bevölkerung.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Westerwelle war doch zu der Zeit schon gar nicht mehr im Amt. Den Vertrag zwischen Janukovich, Klitschko und den anderen Oppositionsparteien hat Steinmeier zusammen mit den Außenministern Frankreichs und Polens vermittelt. - Und ja, das kann man als Durchbruch werten, weil Janukovich da erstmals überhaupt Zugeständnisse gemacht und nicht nur auf Zeit gespielt hatte. Allerdings hätte ihm dieser Vertrag noch immer sein Amt - welches er diktatorisch ausgeübt hat - bis Ende des Jahres gesichert. Und das war schon nach den Maidan-Toten. Daß die Demonstranten das nicht billigen konnten, hatte ich mir gedacht. Daß der Umsturz schon am nächsten Tag kommen würde, hätte wohl niemand erwartet.
Westerwelle war also nicht mehr im Amt: im November 2013? Da muß die NSA aber gewaltig in der Historie rumgefuhrwerkt haben, dass ich das nicht mehr auf die Reihe kriege. Habe ich die Bilder etwa geträumt? Hmm, nö. Hab ich nicht. Westerwelle WAR auf dem Maidan und hat mit der Opposition verhandelt (noch im Dezember 2013 war er im Amt - das war die seltsam lange Übergangszeit bis zur neuen Regierungsbildung, u.a. Dank SPD-Mitgliederentscheid). Soso, und jetzt hat der alte Putin-Freund sein Amt also „diktatorisch“ ausgeübt - weil er von der Mehrheit gewählt wurde und sonst nix verbrochen hat - DAS meine ich mit Medien-Berichterstattung. Das das hier auf fruchtbaren Boden fallen würde, hätte ich nicht vermutet. Naja, so fruchtbar ja nun auch nicht.

Und nun zum Vertrags-Abschluß zwischen der Opposition und Janukowicz: Die Oppositionsführer reichen Janukowicz die Hand zum „historischen Kompromiß“ - bildlich und dokumentarisch festgehalten - die EU freut sich - jetzt haben aber die „Demonstranten“ trotzdem was dagegen: ja was denn nun? Wird die „Opposition“ jetzt von ihren Führern vertreten oder von wem oder was? Und der soeben ausgehandelte Kompromiss (beinhaltet unter anderem gemeinsam neue Übergangsregierung und Neuwahlen) ist aber doch irgendwie nix? Für wen? Warum? Versteh ich immer noch nicht. Gib mir bitte nochmal detaillierte Auskunft darüber, WEM genau welches Detail des „historischen“ Kompromisses nicht gefallen hat.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Ich kann nicht erkennen, daß der Westen hier besondere Forderungen eingebracht hätte. Er hat die Opposition gegen Janukovich politisch unterstützt, das ja. Gegen ein diktatorisches Regime ist das auch legitim. Aber die Forderungen kamen von den Demonstranten bzw. deren Führern selbst. Die haben sich auch nicht bzw. nur sehr sporadisch mit ausländischen Politikern aus dem Westen getroffen. Daß der Westen hier als scharfmacher agiert hätte, dafür sehe ich keine Belege.
Also von den Führern selbst, die soeben das Abkommen abgeschlossen haben, geht’s noch? Die Wirklichkeit blamiert immer den, der an seine Medien glaubt. Nochmal zum Mitschreiben: die „Oppositionsführer“ handeln mit der Regierung einen historischen Kompromiß aus, Klitschko grinst mit Handschlag Janukowicz siegessicher in die Kameras - und einen Tag später weiß er von nichts mehr? Alte Boxerbirne!

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Die Maidan-Bewegung war zuletzt - sicher auch der Rechtsradikalen wegen, die sich da untergemischt hatten - nicht mehr gänzlich friedlich. Da waren auch Waffen im Spiel. Und ja, mit rein friedlichen Demonstrationen wäre Janukovich nicht aus dem Amt zu bekommen gewesen. Erst die Eskalation der Gewalt hat den Druck so erhöht, daß er letztlich aufgeben mußte.
Gaaanz stark! Ein demokratisch gewählter Präsident ist nicht so einfach aus dem Amt zu bekommen - sowie seinerzeit Allende - "da waren auch Waffen im Spiel". Können wir uns darauf einigen, daß friedliche Demonstranten protestieren und demonstrieren, während Putschisten putschen?

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Eine saubere Aufklärung ist in diesen Zeiten des Umsturzes auch nicht zu erwarten. Aber die Hinweise überwiegen momentan wohl eher für die Vermutung, daß die gezielten Schüsse auf Demonstranten von regierungstreuen Truppen kamen.
Wär schön, dafür einen Beleg zu haben. Was aus meinem Zitat hervorgeht, hast Du nicht widerlegen können. Aber so funktionieren die Medien eben: einfach mal den schönen „Anschein“ hernehmen… klappt schon. Warum hat dann die neue „Übergangsregierung“ keinerlei Interesse daran, das aufzuklären? Das wäre ein gefundenes Fressen für die Presse, scheint aber auf das hinauszulaufen, was Scharping sein „Hufeisen-Plan“ und Bush seine (irakischen) Massenvernichtungswaffen waren.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Die neue Regierung ist vom Parlament gewählt. Das Parlament wurde niemals aufgelöst, es sind nur ca. 2/3 der Leute aus der Janukovich-Partei "mal eben" zur Opposition übergelaufen. Wie freiwillig das war, darüber mag man sich streiten, das wird von den Rußlandtreuen ja auch bezweifelt. Aber eine formale Legitimation liegt wohl durchaus vor (anders als für den Chef des neuen Krim-Regionalparlaments).

Daß dies keine demokratisch legitimierte Regierung im eigentlichen Sinne ist, weiß wohl jeder. Deshalb soll es ja auch schon im Mai Neuwahlen geben. Eine Phase der nicht-demokratischen Übergangsregierung gibt es bei jedem Umsturz. Das war auch 1989 nicht anders bis zu den ersten freien Wahlen in der DDR.
Genau, vom Parlament gewählt. Allerdings musst Du dir hier den Vergleich gefallen lassen, dass Adolf Hitler 1933 auch „vom Parlament gewählt“ wurde. Rein mehrheitlich. Dass man zuvor ein paar Leute aus dem Parlament ausgeschlossen (verhaftet) hat und ein klein wenig Druck ausübte, schert da ja nicht. Und ich kann mich nicht daran erinnern, 1989/90 Bilder von schwer bewaffneten "Neues Forum"-Mitgliedern gesehen zu haben, die anschließend die Straßen kontrollierten und von jedem eine "Spende" für die neue Regierung einzutrieben.

(07.03.2014, 10:17)Zurgrimm schrieb: Nein, der zweite Weltkrieg ist seit fast 70 Jahren zu Ende und seine Ergebnisse stehen fest. Mit denen muß sich jeder Staat und jede Volksgruppe arrangieren. Die Polen streben auch nicht danach, ihr Land wieder nach Osten auszuweiten und Deutschland erkennt nach wie vor die Oder-Neiße-Grenze an. Die Krim wurde vom Sowjetpräsidenten Chruschtschow 1954 (also 9 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg!) der Ukraine zugeschlagen.

Ahja, noch ganz kurz dazu: Von wann bis wann war die Ukraine bis dato ein selbständiger Staat - also bevor Chruschtschow ihn 1954 zu einem solchen machte?
Fadenscheinige Argumente: die gibt’s zu Hauf - nur nicht auf Seiten Russlands. Es geht immer noch um die Revision des WK 2: Polen ist bereits vertragswidrig in der NATO, dazu: Lettland, Litauen, Estland, Tschechien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Slowakei, Slowenien und Albanien und Kroatien. Was genau hast Du bisher dazu gesagt?

Nix für ungut.
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(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: Nix für ungut.
Ob ich Dir für Deinen Beitrag ungut bin, lassen wir mal außen vor. Jedenfalls aber habe keinerlei Interesse, in diesem Stil
(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: Also von den Führern selbst, die soeben das Abkommen abgeschlossen haben, geht’s noch? Die Wirklichkeit blamiert immer den, der an seine Medien glaubt.
weiter mit Dir zu diskutieren. Das liegt mir einfach nicht.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
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(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: Die mandeläugige haarkranz-geflochtene Marienerscheinung Timoschenko saß wegen Korruption in Haft, völlig zu recht.
Naja, optisch macht sie schon mehr her als Януко́вич. :evil:
Ansonsten saß sie außerdem wegen Mordes.

(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: die stärksten Tiere im Stall beissen sich durch und werden zu den Oligarchen; es gilt die Macht des „rackets“ - in Somalia wie in Afghanistan, in der Ukraine wie in Afrika - nur in Rußland kam was dazwischen, als der pöse, pöse Putin den Zentralstaat gegen diese Kartelle (bzw. lavierend mit einigen gegen andere) durchsetzte (und mögen muß man Putin deswegen immer noch nicht).
Die Ukraine und Russland spielen wohl immer noch in einer anderen Liga als die genannten failed states. Ob dieser Umstand im Fall Russlands allein Putins "Lavieren" geschuldet ist, wage ich zu bezweifeln.

(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: Westerwelle WAR auf dem Maidan und hat mit der Opposition verhandelt (noch im Dezember 2013 war er im Amt - das war die seltsam lange Übergangszeit bis zur neuen Regierungsbildung, u.a. Dank SPD-Mitgliederentscheid).
Die entscheidende Frage ist doch: War Claudia Roth auf dem Maidan, und wenn nicht, warum nicht?

(11.03.2014, 19:03)Achwas schrieb: Können wir uns darauf einigen, daß friedliche Demonstranten protestieren und demonstrieren, während Putschisten putschen?
Strohmann-Argument - Es gibt dazwischen unendlich viele Mischfälle.
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Es wird mal wieder spannend: Hier wird auf eine Doku heute abend im ZDF-Info Schattenkrieger (21:40) hingewiesen. Bin mal gespannt, ob das was Neues bei rausgekommen ist.

Die Zusammenarbeit von verschiedenen "Gladio-Truppen" in Europa ist ja bereits bekannt. Über die Verwicklung zum Münchner Oktoberfest-Attentat gibt es allerdings bisher nur Spekulationen.
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Telepolis widmet sich dem Thema immer wieder.

Aber mal was anderes, das neue Interface bei YouTube ist eine Pest. Total unpraktisch und lästig, dass man nicht mehr sofort alle Videos aufgelistet bekommt. :angry:
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Mist. Ich glaube ich habe Fieber. Hoffentlich kann ich heute schlafen.
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(01.04.2014, 18:45)Rabenaas schrieb: Mist. Ich glaube ich habe Fieber. Hoffentlich kann ich heute schlafen.

Schlachtfeldfieber? 0_o
"Alrik war durstig und hat getrunken."
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(01.04.2014, 18:45)Rabenaas schrieb: Mist. Ich glaube ich habe Fieber. Hoffentlich kann ich heute schlafen.

Oh nicht so toll, hoffe es geht bald besser. Irgendwie gibt es auch gerade so eine Welle. Was bei mir hilft ist trinken, trinken, trinken, und da rede ich von mindestens 3 Litern am Tag. Man muss natürlich früh genug vorm schlafen gehen aufhören, sonst kann man zwar trotz Fiebers gut schlafen, aber auf Grund von anderen Sachen nicht mehr ;>
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letzte Woche
- mein fitter Onkel erleidet einen Schlaganfall
- mein Großvater erleidet einen Schlaganfall
- die Sache ist in Hinblick auf die Krankengeschichte meiner Familie wahrscheinlich genetisch ( Blut bedingt )
- meine Reisetasche geht am Bahnhof kaputt

diese Woche

- bei meiner Heimkehr stelle ich fest das einer meiner Sessel kaputt ist
- mein Mitbewohner hat meine Kaffeemaschine 3 Tage lang vergessen auszumachen, der Kaffeerest ist in die Kanne eingebrannt
- ich stelle fest das auch mein 2ter Sessel an der selben Stellen kaputt ist

gestern

- mein Laptop ist kaputt, beim Bildschirm aufklappen hebelt das Scharnier scheinbar den Rahmen auf
- ich hab mir beim im Park rumsitzen eine Zecke eingefangen ( das letzte Mal als das passierte habe ich Lyme Boreleose bekommen und musste 20 Tage starke Antibiotheka nehmen die extrem empfindlich auf Sonne machten )
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Da hast du ja jetzt hoffentlich den gesamten Mist für dieses Jahr durch, hm?
Kann nur besser werden, Kopf hoch. :knuddel:

Meine Oma liegt auch nach einem heftigen Schlaganfall im Krankenhaus, kann weder reden noch laufen, ist dabei aber total fit im Kopf und verzweifelt gerade etwas an der Situation. :(
For what it's worth, I'm glad it's you. It was nice to be happy ... for a while.
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Immerhin ist Fenris die Bude nicht abgebrannt. Die Kanne kann man da verschmerzen.

Ach ja, iss mehr Leinöl, Seefisch und Rapsöl. Macht die Zellmembran der roten Blutkörperchen schlüpfriger. Ich kenne Leute, die nehmen vorsorglich Aspirin. Das halte ich aber für ziemlich übertrieben.
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