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Tagebuch des Styr al Skerdun
#1
Olport, 3. Tag des Namenlosen im Jahre 14 seiner allergöttlichsten Magnifizenz, Kaiser Hal I. von Gareth

Ich erholte mich gerade von einer kleinen Expedition in den grauen Bergen und schlenderte gemütlich über den Fischmarkt von Olport. Ich wollte mir eben eine Fischpastete zum Mittagessen gönnen, als etwas an meinem Hosenbein zupfte. „Taschendieb!“ schoss es mir durch den Kopf. Blitzschnell drehte ich mich um und packte zu.
„Hab ich dich du Mistkerl!“ polterte ich los und schüttelte den kleinen Jungen kräftig durch.
„Bitte, bitte, lass mich runter“, fing er an zu schluchzen, dass mir das Herz weich wurde. Ich stellte den jungen Dieb wieder auf seine eigenen Füße und packte ihn fest am Handgelenk.
Immer noch wütend über den dreisten Versuch mich zu bestehlen schleppte ich den jungen über den Marktplatz. Vor dem Magistrat von Olport angekommen wurde mir dann sein Gejammer zu viel. Ich wollte gerade zu einer mächtigen Ohrfeige ausholen, als mir seine Kleidung auffiel. Er war viel zu gut gekleidet für einen Dieb. Tatsächlich trug er die Kluft eines Schreiber-lehrlings.
„Seid ihr Styr al Skerdun?“ stammelte er als ich innehielt.
„Ja!“ erwiderte ich barsch, „was willst du von mir?“
„Meister Alwyn von Olport… Nachricht… suche … al Skerdun“, stammelte er weiter.
„Bring mich zu ihm“, brummte ich und gab ihm einen kleinen Schubs.
Er stolperte los und blickte den gesamten weg furchtvoll über seine Schulter zurück. Beim Schreiber angekommen verschwand er sofort auf nimmer wieder sehen. Meister Alwyn, ein grauhaariger Mann, mittleren Alters begrüßte mich und führte mich in sein Arbeitszimmer. Dort präsentierte er mir einen vergilbten, an den Rändern zerfledderten Brief. Ich wollte gerade zugreifen, da zog er seine Hand mit einem unver-schämten Grinsen zurück. Gleichzeitig streckte er mir seine leere linke entgegen und murmelte
„Na, na, nicht so schnell!“ Am liebsten hätte ich ihm die vorher unverteilte Ohrfeige verpasst.
Letztendlich bekam ich den Brief gegen einen Golddukaten ausgehändigt. „Hoffentlich war’s das ganze Wert“, dachte ich und zog mich in mein Zimmer in der Herberge zurück. Gespannt öffnete ich das teure Schreiben.
„Hallo Styr, muss dich dringend sprechen. Brauche Hilfe bei der Suche nach meinem Vater. Erwarte dich in Thorwal in unserem alten ‚Palast’. Alles weitere dort. Deine Minna“
„Soso, die gute alte Minna braucht mich mal wieder“, dachte ich. Ein lächeln stahl sich in meine Mundwinkel. „Vielleicht ist der Tag doch nicht ganz so schlecht.“ „Was hatten wir damals für eine tolle Zeit.“ Murmelte ich vor mich hin.
Sofort hatte ich wieder die alte Kriegerakademie vor Augen. Ich hatte gerade den ersten Kurs in Waffenkunde besucht, als wir uns zum ersten Mal trafen. Es war in den ‚Vier Winden’ wo wir beide von einem anstrengendem Tag entspannen wollten. Sie war damals Schülerin an in der Magiergilde. Mit einem warmen Lächeln erinnerte ich mich an unser Liebesnest in den ‚Vier Winden’. „Was soll’s, du konntest Minna noch nie etwas abschlagen. Los geht’s!“ sagte ich zu mir.
Geschwind packte ich meine Sachen und verließ den ‚Fischkopf’. Am Hafen angekommen hörte ich mich beim Hafenmeister nach Schiffen nach Süden um. Ich bin zwar noch nie gerne mit dem Schiff gereist, aber für so eine weite Strecke kam nur ein schneller Segler in Frage. Der mürrische Hafenmeister, Hafenmeister scheinen irgendwie immer mürrisch zu sein, schickte mich in Richtung Westdocks mit den Worten: „Frachdamal!“ Na ja, eigentlich war das bei ihm nur ein Wort.
Gesagt, getan. Bald hatte ich zwei Schiffe zur Auswahl: Der Kapitän einer alten, runden Kogge, die ihre besten Tage definitiv schon erlebt hatte, wollte noch heute Nachmittag nach Thorwal aufbrechen, und ein relativ neuer Schoner, auf dem ich nur den Maat fand würde morgen nach Prem auslaufen. Aufgrund der schnelleren Reisegeschwindigkeit entschied ich mich für den Schoner. Der Maat beschied mir morgen früh punkt acht am Pier zu stehen und wandte sich dann wieder den Ladetätigkeiten zu.
Glücklicherweise hatte ich mein Zimmer noch nicht bezahlt und machte mich nach einigen Besor-gungen, am Hauptmarkt, auf zum ‚Fischkopf’. Mit etwas gemischten Gefühlen ging ich nach einer ausgiebigen Mahlzeit zeitig zu Bett.

Olport, 4. Tag des Namenlosen 14

Nach einem warmen Frühstück bezahlte ich mein Zimmer und wünschte Mirko dem Wirt vom ‚Fisch-kopf“’ einen schönen Sommer.
„Grüß Magda von mir!“ verabschiedete ich mich.
„Bis bald, alter Junge!“ rief er mir nach als ich seine Herberge verließ. Er wusste ich würde ihn sicher bald wieder aufsuchen um nach meinen Abenteuern hier zu rasten. Über die letzten Jahre hatte ich hier schon einige Schrammen auskuriert und wir waren Freunde gewor-den.
Am Hafen angekommen, begab ich mich zum Westpier und ging über eine schmale Planke an Bord der ‚Sturmvogel’. Kaum war ich an Deck, zog ein Matrose die Planke ein und der Maat gab das Kommando zum ablegen. Mit einer Hand winkte er mich in Richtung Kapitänskabine. Der Kapitän rief mich herein und begrüßte mich freundlich.
„Drammen, Mandor Drammen, Kapitän der ‚Sturm-vogel’. Ihr wollt also mit nach Prem. Das macht 25 Silberlinge, 15 jetzt und 10 beim verlassen des Schiffes.“
Ich war erbost. Wollte er mich etwa ausrauben? Wütend schnaubte ich, „Das könnt ihr vergessen!“ und bot ihm 15 Silberlinge insgesamt.
Doch leider bekam ich nicht die gewünschte Reaktion zu sehen. Lachend stand er auf und öffnete die Heckfenster seiner Kabine. Mit einem grinsen deutete er auf die kleiner werdenden Häuser von Olport. „Zahlen oder Schwimmen!“ sagte er trocken.
Nach einiger Zeit und einer geteilten Mahlzeit einigten wir uns dann auf 20 Silberlinge und meine Mithilfe im Falle eines Piratenangriffes. Außerdem konnte ich eine eigene Kajüte herausschlagen, was den Maat, der grummelnd ausziehen musste, nicht besonders zu erfreuen schien.

Manrin, 3. Praios im Jahre 15 seiner allergöttlichsten Magnifizenz, Kaiser Hal I. von Gareth

Nach einer ungestörten ersten Reisehälfte machten wir heute einen kurzen Zwischenstopp in Manrin. Der Kapitän ließ die Vorräte aufstocken und nahm einige Ballen Tuch an Bord. Ich war heilfroh endlich mal wieder festen Boden unter den Füßen zu haben und ging als erster von Bord. Ich bummelte kurz über den Markt und genoss ein kühles Bierchen, aber wir stachen schon bald wieder in See.

Auf See (im Runin-Sund), 8. Praios 15

Der Tag fing stürmisch an. Südlich der Premer Landzunge braute sich gegen Mittag ein richtiger Sturm zusammen. Immer dunkler wurden die Wolken und die steife Brise war schon längst zu einem Sturmgebrüll geworden. Mit Mühe konnte ich mich an die Reling klammern. Das ständige auf und ab war einfach nur grausam für meinen Magen. Ich hasse Schiffe! Schon vor einigen stunden hatte ich Efferd meinen Mageninhalt geopfert und noch immer war mir speiübel.
Nachmittags, es muss so gegen fünf Uhr gewesen sein, flaute der Sturm dann endlich ein wenig ab. Wir waren gerade in die Meerenge zwischen der Insel Runin und dem Premer Festland eingefahren und der Wellengang nahm merklich ab. Langsam beruhigte sich mein Magen wieder. Gerade als ich die Reling wieder verlassen wollte, um mich in meiner Kabine auszuruhen sah ich es: Ein Rot-weißes Segel!
„Piraten! Piraten auf Backbord!“ schrie ich aufgeregt und zeigte auf das bedrohliche Segel. Das feindliche Boot drehte in unsere Richtung. Sie hatten die Verfolgung aufgenommen.
Zum Glück hatte die ‚Sturmvogel’ einen guten Kapitän. Mandor Drammen reagierte blitzschnell. Er und sein Maat trieben die Seemänner zu Höchstleistungen an. Geschwind wie Affen rannten sie hinauf in die Rahen und setzten alles Tuch was wir hatten. Drammen selbst übernahm das Ruder und drehte die ‚Sturmvogel’ in Richtung Runin, der Kurs der am meisten Geschwin-digkeit versprach. Während die Mannschaft versuchte die ‚Sturmvogel’ außer Reichweite zu bringen eilte ich in meine Kabine.
Dort legte ich schnell meine Lederrüstung an und setzte meinen Helm auf. Mit dem Schwert in der Hand ging ich zurück an Deck. Die ‚Sturmvogel’ hatte sich in Richtung Runins Nordkap gedreht und hatte die Piraten nun direkt achtern in etwa einer Meile Entfernung. Ich versuchte den Seemännern nicht in die Quere zu kommen und setzte mich in eine ruhige Ecke. Ich legte mein Schwert quer über die Knie und betete zu Rondra, meiner Schutzgöttin, während ich meine Klinge mit dem Schleifstein vorbereitete.
Glücklicherweise kam sie aber heute nicht mehr zum Einsatz. Unter vollen Segeln machte die ‚Sturm-vogel’ ihrem Namen alle Ehre und war für das Drachenboot der Piraten ein wenig zu schnell. Dennoch hatten wir Runin fast komplett umrundet ehe die Seeräuber abdrehten und ihren Angriff aufgaben.

Prem, 9. Praios 15

Nach unserem kleinen Intermezzo mit dem Piratenschiff war ich doch heilfroh endlich in Prem anzukommen. Nachdem wir das Drachenboot abhängen konnten hatte Mandor Drammen die ‚Sturmvogel’ in einem weiten Bogen um Runin herum nach Prem gesteuert. Dabei war er mir richtig auf die Nerven gegangen mit seinem ewigen Gejammer über den verlorenen Tag.
Gegen halb zehn Uhr abends machten wir im Premer Hafen fest. Ich ging noch einmal zu Kapitän Drammen in die Kajüte und warf ihm ein kleines Säckchen mit den versprochenen restlichen 10 Silberlingen auf den Kartentisch.
„Danke für die schnelle und ‚sichere’ Reise“, grinste ich ihn an.
„Efferds Segen, und immer eine handbreit Wasser unterm Kiel!“ wünschte ich noch und drehte mich zur Tür.
„Danke und möge Rondra dich schützen!“ erwiderte Drammen.
„Styr!“ rief er noch als ich durch die Tür ging. Ich drehte mich noch einmal um und der Beutel mit den Silberlingen schlug auf meiner Brust ein. Mit rechts fing ich ihn auf und blickte den Kapitän ernst an. Er nickte mir respektvoll zu und ich verstand dass er mir für die Warnung vor den Piraten danken wollte. Ich warf den Beutel noch einmal hoch und fing ihn wieder auf. Darauf hin verließ ich die ‚Sturmvogel’ - froh wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Am ende hatte mich Mandor Drammen tatsächlich überrascht.

Prem, 10. Praios 15

Frühmorgens um sieben Uhr hatte ich die Hafenherberge ‚Ottasjolm’ in Prem verlassen und war zum Hafenmeister gegangen.
„Efferd zum Gruße, irgendein Boot nach Thorwal im Hafen?“ begrüßte ich ihn.
„Efferd zum Gruß, Reisender“ entgegnete er lakonisch, „Informationen - ein Silberling, einfach nur gucken - umsonst!“
Murrend drückte ich ihm einen Silberling in die Hand und schaute ihn fragend an. Als er daraufhin auch nichts sagte, wiederholte ich meine Frage:
„Ist irgendein Boot nach Thorwal im Hafen?“
„Nein!“ entgegnete er.
„Na, und wann kommt eins?“ fragte ich nach.
Als Antwort streckte er mir seine Hand hin. Anscheinend hatte er gemeint, ein Silberling pro Frage. Unverschämt-heit! Es widerstrebte mir ungeheuer diesem Geldhai mein Sauerverdientes Geld in den Rachen zu schmeißen, aber ich wollte nun mal nicht nach Thorwal laufen. Also überließ ich ihm ein weiteres meiner hart verdienten Silberstücke.
„Übermorgen sollte eins kommen“, brummte er und wandte sich wieder seinen Listen zu.
Enttäuscht buchte ich ein Zimmer in der ‚Ottasjolm’ und machte mich auf Prem ein wenig besser kennen zu lernen. Ich hatte ja nun zwei Tage Zeit totzuschlagen.

Prem, 12. Praios 15

Heute ging es nun endlich weiter Richtung Thorwal. Ich konnte mir eine Passage auf der ‚Walfisch’ sichern. Es war eine alte Handelskogge die meinem Magen mit einer rollenden Überfahrt drohte. Aber was sollte ich auch anderes tun. Sie war das einzige Schiff das heute noch auslief. Vier Tage hatte der dicke Kapitän mir versprochen würden wir brauchen. Nicht die schnellste Überfahrt, aber ich wollte nun auch nicht länger warten. Mit einem flauen Gefühl im Magen ging ich an Bord und hoffte auf eine ruhige Überfahrt.

Thorwal, 16. Praios 15

‚Vier Tage’ das ich nicht lache. Heute war der fünfte Tag der Überfahrt und die alte Seekuh, wie ich den Kahn mittlerweile nannte, wogte immer noch durch die Fluten. Nun ja, wenn eine Reise umsonst ist, dann darf man sich wohl auch nicht beschweren. Wenigsten kamen am späten Abend doch noch die Lichter Thorwals in Sicht und ich konnte mich spätnachts in ‚Efferds Trunk’ aufs Ohr hauen.

Thorwal, 17. Praios 15

Ich war sogar ein wenig aufgeregt als ich mich heute früh auf den Weg zu den ‚Vier Winden’ machte. Ich freute mich Minna nach so langer Zeit einmal wieder zu sehen. Kurz hinter dem Hafenmarkt spielte man mir übel mit. ‚Klatsch! Klatsch! Klatsch!’ machte es als drei Pferdeäpfel in meinem Rücken einschlugen. Mist! Die Dinger waren frisch. Ich stank erbärmlich. Plötzlich hörte ich Gekicher, das eindeutig von hinter ein paar Fässern zu kommen schien. Dort fand ich ein paar Kinder die versuchten nicht laut zu lachen. Als sie mich sahen sprangen sie auf und sprinteten kreischend davon. „Unverschämtheit!“ dachte ich, und musste dennoch schmunzeln. Für die Kinder war das bestimmt ein toller Tag.
Marwin, der Wirt der ‚Vier Winde’ war nicht gerade begeistert über seinen neuen, „stinkenden“ Kunden und rümpfte ganz Unverholen die Nase. Aber er hatte natürlich trotzdem ein Zimmer für mich. Ich orderte noch eine volle Wanne warmes Wasser um mich für Minna sauber und frisch zu machen. Ich wollte ja einen guten Eindruck bei ihr machen.
Frisch gebadet begab ich mich in die Taverne der ‚Vier Winde’ und siehe da, am Tresen saß sie. Sie war genauso schön wie früher. Etwa einen Meter siebzig groß und schlank, ihr langes braunes Haar über ihre schultern hängend. Über den hohen Wangenknochen sprachen ihre braunen Augen von tiefer Weisheit wie es nur die einer Magierin konnten. Ohne Sie anzusehen lehnte ich mich an die Bar direkt neben ihr und rief zum Barkeeper:
„Travia zum Gruße, zwei Bier, guter Mann!“
„Zum Wohl“ sagte er freundlich als er die Humpen vor mir platzierte. Ich lehnte mich zu ihm hin und flüsterte: „Wer ist den die hübsche Dame neben mir?“
„Das?“ sagte er und zeigte auf Minna, „das ist Lynn Minasdotter!“ Als Minna ihren Namen hörte drehte sie sich zu uns um und wollte gerade etwas Abfälliges sagen als sie mich erkannte.
„Styr!“ rief sie, „bist du es wirklich?“ und fiel mir um den Hals.
„Schön dich zu sehen, Minna“ sagte ich und umarmte sie innig.
Beim Mittagessen erzählte sie mir dann von ihrem Vater, der von einer Reise nach Skelellen nicht zurückgekehrt war und dass sie ihn nun suchen wollte. Ich versprach ihr natürlich meine Hilfe. Wir waren fast fertig und wollten gerade die Taverne verlassen, als uns eine ungewöhnlich Erscheinung zum bleiben animierte.
Ein Zwerg war auf einen Tisch gesprungen und fing zur Musik einer elfischen Sängerin an akrobatisch zu tanzen. Das sah man nun mal nicht alle Tage. Der Zwerg war für seine Rasse, mit etwa einen Meter dreißig, relativ groß, und ungewöhnlich muskulös. Er trug nur eine braune Hose und Stiefel, und hatte seinen struppigen Bart mit einem roten Band zusammengebunden. So tanzte und taumelte er zum mystischen Gesang der Elfe. Die war ungewöhnlich groß, sie schien genau so groß zu sein wie ich, über einen Meter neunzig. Sie spielte auf einer goldenen Leier und sang dazu ein altes elfishes Lied. Wahrlich, die zwei boten einen außergewöhnlichen Anblick.
Die beiden hatten gerade einige Spenden eingesammelt und sich zu uns an die Bar gesetzt, als ein hünenhafter Thorwaler im Kriegsgewand der Hetgarde die Taverne betrat.
„Höret! Höret! Höret! Der Hetman Tronde Torbensson sucht Helden, die fähig und willens sind, sich auf eine gefährliche Suche zu begeben, die sie wohl ihr Leben kosten kann, deren Erfolg ihnen aber unsterblichen Ruhm und gutes Gold bringt. Sowohl Kenntnisse des Schwertes, als auch der Zauberei sind vonnöten um die Suche zu vollenden. Wer glaubt, über genügend Fertigkeiten zu verfügen, der melde sich auf schnellstem Wege beim Hetman in Thorwal!“
„Das riecht nach Abenteuer“ dachte ich bei mir und fand meinen Gedanken in Minnas Augen wieder. Wir würden dem Hetman wohl einen Besuch abstatten.
„Na, das klingt ja spannend“ bemerkte der Zwerg. „Ingerimm zum Gruße, Thor ak Alzar der Name, Zwerg aus Leidenschaft!“ meinte er grinsend und streckt mir seine Hand entgegen. Ich stellte dem wettergegerbtem Zwerg Minna und mich vor und er zeigte mit dem Daumen hinter sich auf die blonde Elfe, „Die fabelhafte Sängerin ist Aryah Silverbow.“
„Hallo“, sagte Aryah und blickte mich mit ihren eisblauen Augen durchdringend an.
Wir unterhielten uns kurz, tranken ein zwei Bier miteinander und beschlossen dann gemeinsam beim Hetman vorbeizuschauen. Bei einem größeren Auftrag, könnte eine größere Gruppe von Nöten sein. Aryah erwähnte noch zwei befreundete Abenteurer Kollegen von ihr. Eren Luchsohr einen Waldelf und Tanya Eisbach eine Firnelfe die schon in mehreren Abenteuern ihre Gefährten gewesen waren. Wir beschlossen also diese zwei auch noch mit zum Hetman zu nehmen. Da sie gerade auf dem Markt einige Besorgungen machen wollten ging Aryah los um sie zu suchen. Wir setzten uns mit Thor an einen Tisch und er orderte noch etwas zu essen.
Am Nebentisch wurde es plötzlich laut. Ein paar Seeleute hatten wohl einen über den Durst getrunken. Schwankend erhob sich einer und musste sich am Tisch abstützen ehe er weitererzählen konnte.
„Ein Totenschiff, ein Geisterschiff, sag’ ich euch, von der Bilge bis hoch in die Rahen mit Untoten bemannt. Ich sage euch, das ist der Fluch Efferds! Oder vielleicht auch Marbos, der Tochter Borons, des Totengottes. Ich habe da mal vor Jahren eine Geschichte gehört, dass Marbo in menschlicher Gestalt auf einem Schiff gefahren ist, und eine Horde Seeleute über sie herfielen. Das Schiff soll nie in seinem Bestimmungshafen angekommen sein und nur der tumbe Schiffskoch konnte gerettet werden…“
„Ach alles Blödsinn, Thure rief einer seiner Kumpanen und Thure setzte sich wortlos hin. Anscheinend hatte er diese Geschichte schon öfter zum Besten gegeben.
„Na wenn das kein ordentliches Seemannsgarn ist, dann weiß ich auch nicht“, meinte Thor, doch in dem Moment kam Aryah mit den beiden anderen Elfen im Schlepptau zurück.
Schnell wurden wir mit den beiden bekannt gemacht. Der schwarzhaarige Eren schien der ältere der beiden zu sein. Er war in etwa so groß wie Minna, während die etwas kleinere Tanya einen halben Kopf kleiner war. Auf den ersten Eindruck schien sie ein zierliches Persönchen zu sein, was ihr kräftiger Händedruck allerdings widerlegte. Ihre nussbraunen Augen funkelten nur so vor Lebensfreude und sie machte einen sehr fröhlichen Eindruck. Schon bald machten wir uns auf den Weg zum Hetman.
Tronde war sehr froh uns zu sehen und meinte gleich wir seien genau die Richtigen für diese Mission. Er gab uns den Auftrag das Schwert ‚Grimring’ vom alten Hetman Hyggelik zu finden. Wir sollten dann damit das Orkheer aufhalten dass sich irgendwo im oberen Bodirtal zusammenrottet. Zu guter letzt gab er uns noch eine Vollmacht für das Zeughaus von Thorwal und einen Namen. Er meinte wir sollten mal bei Isleif Olgardsson in Felsteyn vorbeischauen. „Mal sehen was der so zu berichten hat“, dachte ich. Minna meinte wir könnten das ganze gut mit der Suche nach ihrem Vater verbinden, weil uns die Mission wohl durch einen Großteil der Thorwaler Gegend führen würde. Also beschlossen wir den Auftrag anzunehmen und wollten morgen aufbrechen.

Thorwal, 18. Praios 15

Ein Besuch bei Stoerrebrandt-Grassberg, einem Krämer gegenüber der ‚Vier Winde’ besorgten wir uns ein paar Seile und Decken. Bevor wir aufbrechen wollten begaben wir uns noch ins Zeughaus. Mit der Vollmacht von Hetman Tronde, 30 Dukaten war die Wert, besorgten wir einen Teil der Grundausrüstung. Danach wollten wir noch zu Grollo, einem gut sortierten Waffenhändler.
Auf dem Weg zu Grollo fiel Eren einem Taschendieb zum Opfer. Als er den Diebstahl bemerkte, sprintete er los und wir alle hinterher. Quer durch Thorwal ging die Hatz. Bis wir keuchend von der ‚Ottaskin der Windzwinger’ ankamen.
„Er…ist… da rein…gelaufen!“ keuchte Eren.
Ich ging auf die Wachen vor dem Tor zu und bat sie höflich um Einlass. Ich schilderte ihnen sogar unser Anliegen. Allerdings wollten sie nicht auf mich hören. Sie lachten nur und sagten,
„Haut ab! Hier kommt niemand rein!“
Sie müssen dann einen Kommentar von mir in den falschen Hals bekommen haben. Na ja, jedenfalls kam es zu einer kleinen Schlägerei mit den drei Wachen. Dank unserer Überzahl konnten wir die drei zurückschlagen und einige ihrer Waffen zu Geld machen. “Hoffentlich hetzen uns die nicht die Stadtwachen auf den Hals.“
Na ja, die Kerle haben uns aber trotzdem ganz schön übel mitgespielt. Eren und Aryah haben einige böse Schnittwunden abbekommen. Also beschlossen wir noch ein paar Tage zu rasten bevor wir losziehen würden.

Thorwal, 23. Praios 15

Fünf lange Tage brauchten die beiden Elfen für die Regeneration, aber die vergingen zum Glück nicht gänzlich ungenutzt. Minna konnte die freie Zeit dazu nutzen ihren Zauberstab mit einigen Zaubern zu belegen die später noch von Nutzen sein sollten. Und ich besuchte meinen alten Mentor Meister Dramosch in der Krieger Akademie. Leider hatte er keine guten Neuigkeiten für mich. Die alte Zwingfeste war von Piraten eingenommen worden. Meister Dramosch hatte keine Zeit und nicht genügend Männer, sondern nur Lehrlinge, um die Piraten auszuräuchern. Er bat mich aber für siebzig Dukaten um Hilfe. Ich konnte ihm natürlich nichts abschlagen und versprach dass wir seinen Keller schon ausräuchern würden. Die anderen waren auch sofort dafür, und so machten wir uns auf in die Keller der alten Zwingfeste.
Meister Dramosch hatte Recht. In den Katakomben unter seiner Kriegerakademie hatten sich tatsächlich Räuber eingenistet. Thor, er hatte einfach ein Händchen für Schlösser, ging voraus. Als Zwerg hatte er ja sowieso eine natürliche Affinität zu Höhlen und dunklen Kellern. Minna sorgte mit ihrem Zauberstab für reichlich Beleuchtung und so machten wir uns auf das Gewölbe zu erforschen.
Wir waren gerade um die erste Ecke gebogen, als wir zwei der finsteren Gesellen überraschten. Die zwei zückten ihre Skrajas und stürzten auf Thor und mich zu. Doch bevor sie zuschlagen konnten hatten unsere drei elfischen Gefährten schon ein paar Pfeile abgeschossen und die zwei Halunken sanken röchelnd zu Boden. Schnell versteckten wir ihre Leichen in einer Ecke und nahmen ihre Waffen an uns.
Tiefer in den inneren Kellerräumen fanden wir das Gerätedepot der Räuberbande und auch deren gut bestückte Speisekammer. Zwei Mal trafen wir noch auf ein Räuberpaar, doch auch die fanden kein rühmlicheres Ende gegen uns. Einen Phexschrein ließen wir links liegen, mit den Göttern soll man es sich ja nicht verscherzen, bevor wir in einer Sackgasse landeten. Minna half uns mit Magie aus der Klemme, denn sie konnte durch einen Zauber feststellen dass hinter der Mauer ein weiterer Raum war, in dem sich Menschen aufhielten.
Nach ausgiebiger Suche fand Thor dann einen geheimen Gang und wir betraten den Raum auf der anderen Seite. Offensichtlich hatten wir zuvor einen Alarm ausgelöst, denn die Räuberhorde wartete schon mit gezückten Säbeln auf uns. Sechs üble Schurken stürzten sich schreiend auf uns.
Nur mit Mühe konnten wir uns des ersten Angriffs erwehren. Dann zeigten die Elfen was sie noch so drauf hatten. Alle drei vielen in einen magischen Singsang, der alle umstehenden schläfrig werden lies. Drei der Räuber schliefen auf der Stelle ein und ein weiterer taumelte schlaftrunken umher. Geistesgegen-wärtig schlug ich zu und half dem Mann in den ewigen Schlaf. Die übrigen beiden versuchten noch ihre Kollegen zu wecken, da schlug Minna mit einem Feuerstrahl zu und streckte einen nieder. Den dritten erledigte Thor mit seiner Axt. Auch die drei schlafenden waren dann kein Problem mehr.
Nachdem wir dann aus dem Raum alles was von Wert war eingesteckt hatten, fanden wir noch die Treppe in ein tieferes Level. Aufgrund der Schwere unserer eigenen Verletzungen und aufkommender Müdigkeit beschlossen wir erst einmal an die Oberfläche zurück zu kehren. Oben angekommen besuchten wir mal wieder Grollo den Waffenhändler und machten die geplünderten Waffen zu Geld. Dann schleppten wir uns, müde und abgekämpft, in die ‚Vier Winde’ und schliefen alsbald ein.

Thorwal, 24. Praios 15

Frühmorgens ging es heute wieder los. Wir wollten nun endlich Meister Dramoschs Auftrag abschleißen. Als wir das erste Kellergeschoss betraten waren wir besonders vorsichtig. Hatten wir doch Angst in eine Falle zu laufen die gestern noch nicht da gewesen war. Aber es gab keine Vorkommnisse. Die ersten beiden Räuberleichen lagen sogar immer noch dort wo wir sie versteckt hatten.
Im zweiten Untergeschoss trafen wir dann gleich auf zwei einzelne Schurken, deren wir uns, dank gut genutzter Überzahl, schnell entledigen konnten. Gleich hinter der ersten Tür fanden wir die Waffenkammer des Piratennestes. Nach kurzer Beratung beschlossen wir die Kammer erst einmal zu leeren und das Zeug hinaus zu schaffen. Wir wollten ja nicht das Risiko eingehen, dass sich in unserem Rücken einer bewaffnen konnte.
Nach einer kurzen Tour zu Grollo waren die Räuber um viele Waffen leichter und wir um einige Dukaten reicher. Schön, wenn alles so läuft wie man sich das vorstellt. Wieder im Kellergewölbe angekommen stieß Thor erneut auf eine Geheimtüre und schaffte es auch sie zu öffnen.
Direkt hinter der Tür trafen wir einen ziemlich überraschten Piraten an, der, von einem Pfeil getroffen, tot umfiel bevor er sein Schwert zücken konnte. Hinter einer schweren Eichentür trafen wir dann auf den Rest der Räuberhorde. Sechs finstere Gesellen stürmten auf uns zu, als sie erkannten dass wir offensichtlich Fremde waren. Diesmal kamen wir jedoch nur mit kleinen Kratzern davon und erbeuteten einen kleinen Goldschlüssel. In einer versteckten Truhe, natürlich passte hier der Schlüssel, fanden wir dann eine Karte der von den Piraten genutzten Kellergewölbe. Offensichtlich hatten wir die Piraten aus der alten Zwingfeste vertrieben. Meister Dramosch würde sich freuen. Aber erst einmal verlangten unsere Körper nach einem Bett.

Thorwal, 25. Praios 15

Gleich um acht Uhr in der Früh trafen wir uns mit Meister Dramosch. Er war äußerst erfreut und dankte uns ausgiebig. Natürlich überreichte er uns die versprochen-en 50 Dukaten und lud uns zu einem kleinen Festmahl ein. Gemeinsam studierten wir noch einmal die Karte die die Piraten von ihrem Unterschlupf angefertigt hatten.
„Ich glaube hier geht es noch weiter nach unten“, meinte Tanya und zeigte auf eine Türe die wir noch gar nicht genauer angesehen hatten.
„Ja, es gab früher noch drei weitere Kellergeschosse unter der Ebene auf der ihr wart“ sagte Meister Dramosch, „aber die hat seit Jahrzehnten niemand mehr betreten. Die Tür da hat mein Vorgänger vor vielen Jahren versiegelt.“
„Das schreit ja förmlich nach einer genauren Untersuchung“, sagte Thor enthusiastisch.
Alle stimmten ihm zu und so verabschiedeten wir uns und begaben uns erneut in den Keller der alten Zwingfeste.
Die besagte Tür hätten wir fast nicht aufgekriegt, aber Minna gelang es sie mit einer magischen Formel zu bewegen und uns Zutritt zu verschaffen. Viel fanden wir auf der nächsten Ebene nicht. Plötzlich stand aber eine Furchterregende Gestalt vor uns. Ich hätte mir fast vor Angst in die Hosen gemacht. Vor uns stand ein Skelett, ein Gerippe das ein Kettenhemd trug und ein altes verrostetes Schwert schwang. Zum Glück war Thor vertrauter mit dieser Art Angreifer und hieb den Knochenmann in seine Einzelteile. „Puh“, dachte ich, „hoffentlich hat keiner meine Furcht bemerkt!“
Leider fand unsere Suche an einem Geröllhaufen ein vorläufiges Ende. Hier ging es nicht weiter. Wir mussten erstmal zurück, und fanden in einem Nebenraum eine Möglichkeit durch einen senkrechten Schacht ein Stockwerk tiefer zu klettern. Angeseilt ging’s dann nach unten. Dort wurden wir erneut von einem dieser Gerippe angegriffen, doch diesmal konnte ich meine Angst überwinden. Ein kräftiger Hieb mit meiner Streitaxt und all die Knochen klapperten einzeln zu Boden.
Wir beschlossen dann erstmal den Rest der oberen Ebene zu untersuchen. Der Rücken will ja immer gesichert sein! Dort fanden wir eine uralte Feuerfalle, die aber zu unserem Leidwesen noch glänzend in Schuss war. Da haben wir uns böse verbrannt. Die Feuerfalle hatte einen Raum mit einer Truhe geschützt. Die Truhe enthielt Passenderweise einige Flaschen ‚Hylailer Feuer’. Leider konnten wir die Falle auch auf dem Rückweg nicht umgehen und verbrannten uns erneut.
In einem kleinen Regal fanden wir einige alte Waffen vor die noch gut in Schuss zu sein schienen. Natürlich wurden sie sofort eingesteckt. Und wieder ging es einige Stufen weiter hinunter. In einem Raum im Südosten hatte sich knietiefes Wasser gesammelt und plötzlich schrie Thor verängstigt auf:
„Ahh!“ rief er und fing wie wild an mit seiner Axt um sich zu hacken. Eren packte Thor geistesgegenwärtig am Kragen und hievte den tropfenden Zwerg aus dem brackigen Wasser.
„Irgendwas hat sich an meinem Bein festgesaugt!“ sagte Thor, er war sichtlich erschüttert. Wir konnten alle noch die Abdrücke der Saugnäpfe an seinem linken Bein sehen und wollten schleunigst aus diesem Raum heraus.
Leider konnten wir kurze Zeit später schon wieder nicht mehr weiter. Es sah so aus als ob wir tauchen müssten um auf die andere Seite zu gelangen. Thor zitterte vor Angst bei der Vorstellung schon wieder in unbekanntes Wasser zu müssen. Schließlich erklärte ich mich bereit es zu versuchen. Wasser hatte mir noch nie etwas ausgemacht, nur Schiffe. Ich band mir also ein Seil um die Hüfte und schwamm los. Ich tauchte auf dem Rücken, um mich an der Decke entlang zu tasten. Es ging unendlich langsam vorwärts. Fast war meine Luft zu Ende. Ich wollte gerade umkehren, als ich ins leere griff. Ich hatte es geschafft. Wieder im Trockenen zog ich zweimal kräftig am Seil. Es war das vereinbarte Zeichen und schon bald half ich Minna aus den dunklen Fluten.
Alle hatten es geschafft und Eren, der letzte, hatte das andere Ende des Seiles für den Rückweg festgebunden. Klitschnass aber erleichtert marschierten wir weiter. Schon wieder eine Treppe nach unten. Das musste jetzt die fünfte Ebene sein von der Meister Dramosch gesprochen hatte. Wieder wurden wir von einigen Skeletten angegriffen, aber auch völlig durchnässt stellten die, außer der Angst tief im Herzen, keine große Gefahr für uns dar.
Hinter einer Tür fanden wir dann einen bedrückenden Gang, aus dem das markerschütternde Heulen gequälter Seelen drang. Ängstlich blickten wir uns an. Wollten wir wirklich da rein? Minna zuckte nur mit den Schultern und ging vorsichtig los. Der Rest folgte ihr in eisigem Schweigen. Plötzlich schälte sich eine wabernde Gestalt aus den Schatten. Ein Peitschenknall hallte durch die Luft. Ein Heshtot, ein seelenloser Dämon, schwebte auf uns zu. Das war zu viel für Thor, er rannte schreiend davon.
Immer wieder zuckte seine Peitsche durch den Raum. Wir mussten schwere Treffen einstecken. Nichts half gegen diese schwarze Schreckensgestalt. Es war als würden unsere Schwerter versuchen Rauch zu schneiden. Panik ergriff unsere Gruppe. Würden wir hier unten ein grausames Ende finden? Nein! Boron war noch nicht bereit für uns. In einem Akt der Verzweiflung schlug Minna mit ihrem Zauberstab zu. Der magisch behandelte Stab schnitt den Dämon glatt in zwei. Ein quietschender Schrei ertönte. Der Heshtot löste sich in Rauch auf. Wir hatten es geschafft, der Dämon war besiegt.
Hinter einer Ecke saß Thor, in sich zusammengekauert. Es kostete uns einige Mühen ihn dazu zu bewegen mit uns weiter zu gehen. Aber wie es schien hatten wir mit dem Dämon auch den restlichen Spuk ein Ende gesetzt. Wir sahen in jede Ecke, fanden aber nichts weiter das für uns von Interesse gewesen wäre.
Nach einer weiteren Tauchpartie, ein wenig waren wir sogar froh über die reinigende Wirkung des Wassers, gelangten wir wieder auf die nächst höherer Ebene. Leider konnten wir durch den Schacht den wir herunter gekommen waren nicht mehr wieder hoch. Und an dem Geröllhaufen auf Ebene 3 konnten wir auch nicht vorbei. Bevor jedoch Panik aufkommen konnte kam uns die Höhlenerfahrung unseres tapferen Zwerges zu Gute.
„Spürt ihr auch diesen Luftzug?“ fragte Thor.
„Ja klar“, rief Aryah, „der kommt aus dieser Richtung!“
„Dann muss es da auch irgendwo rausgehen!“ erklärte Thor und stapfte los.
Tatsächlich fanden wir nach kurzem Suchen auch eine brüchige Wand die, erstmal eingerissen, den Weg in einen weiteren Keller frei gab. Kaum hatten wir diesen betreten wurden wir vom gleißenden Licht einer Laterne geblendet. Es war Gurthag der Schmied in dessen Keller wir gelandet waren. Wir konnten Gurthag nach kurzer Diskussion von unserer Rechtschaffenheit überzeugen und er ließ uns durch seine Werkstatt in das taghelle Thorwal. Müde schleppten wir uns in die ‚Vier Winde’ und beschlossen uns erstmal richtig zu erholen.

Serske, 29. Praios 15

Nach drei Tagen der Ruhe und Rast waren wir nun endlich wieder fit genug um Thorwal fürs erste den Rücken zu kehren. Zwar hatten wir vom Hetman den Hinweis bekommen in Felsteyn vorbeizuschauen, doch beschlossen wir, dem erstmal nicht nachzugehen. Der eigentliche Grund aus dem Minna und ich uns in Thorwal getroffen hatten war ja das Verschwinden ihres Vaters. Minna sagte, er war in Richtung Skelellen unterwegs gewesen, um Verwandte zu besuchen. Wir waren alle der Meinung, dass uns die Suche nach ‚Grimring’ wahrscheinlich in viele Teile Aventuriens führen würde, und es somit nicht schaden konnte im Süden anzufangen.
Deshalb machten wir uns zu Fuß auf nach Serske, wo wir am späten Nachmittag etwas durchnässt eintrafen. Es hatte den ganzen Tag wie aus Kübeln gegossen. Wir besuchten daher die Herberge ‚Orknase’ um wieder trocken zu werden und etwaigen Erkältungen vorzubeugen.

Serske - Breida, 30. Praios 15

Bei strahlendem Sonnenschein ging es heute über die noch vom Vortag regennassen Wanderwege weiter nach Breida. Gegen Abend, wir wollten gerade beginnen nach einem geeignetem Lagerplatz suchen, als Eren uns mit einer Geste zur Stille mahnte. Er hatte einige Wildrinder erspäht die auf einer Wiese friedlich grasten. Die Gelegenheit war einfach zu verlockend. Eren bedeutete uns zu warten und schlich sich langsam näher. Als er nur noch wenige Schritte entfernt war, erhob er sich blitzschnell und feuerte zwei Pfeile auf den Bullen ab. Ich muss schon sagen, Eren ist ein fantastischer Schütze. Beide Pfeile trafen ihr Ziel und der mächtige Bulle sank schwer verletzt nieder. Wir machten uns sofort daran das Tier auszuweiden und das Fleisch transportfähig zu machen.
#2
Super geschrieben! :) Weiter so!
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Warnung! Geschichte kann zu Einsichten führen und verursacht Bewusstsein!
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#3
Breida, 1. Rondra 15

Wir mussten uns ganz schön abmühen um all das frische Rindfleisch nach Breida zu schleppen. Aber mit vereinten Kräften schafften wir es den ganzen Bullen beim örtlichen Fleischer loszuschlagen. Er rückte sogar einige Dukaten dafür raus. Bevor wir weiterziehen wollten nächtigten wir dann im ‚Wegkreuz’. Eine wirklich zu empfehlende Herberge.

Peilinen, 3. Rondra 15

Nach einer ereignislosen, zweitägigen Wander-ung kamen wir in Peilinen an. In der örtlichen Taverne mit dem illustren Namen ‚Löwe und Einhorn’ erfuhren wir, dass Minnas Vater vor einigen Wochen hier halt gemacht hatte. Minna war erstmal sehr erleichtert. Immerhin hatte ihr Vater es bis hierhin geschafft. Wir waren also noch auf der richtigen Spur. Die Nacht verbrachten wir dann in ‚Travias Ruh’ wo wir uns wahrlich so zuhause fühlten wie im Schoss unserer Mutter.

Rovamund, 5. Rondra 15

Gestern waren wir dann nach Süden aufgebrochen. Rovamund war das Ziel gewesen. Ich muss schon sagen, sowenig wie die Strasse hier auch genutzt wird, sie ist in einem außergewöhnlich guten Zustand. Etwa auf halbem Weg entdeckte Eren dann auf der anderen Roval-Seite einen überwachsenen Weg der in ein Gehölz führte. Wir waren allerdings nicht in der Stimmung den schnell fließenden Ingval zu durch-schwimmen.
In Rovamund angekommen wollten wir heute Abend im ‚Immansieg’ einkehren, doch es war gerade eine veritable Kneipenschlägerei im Gange, aus der wir uns lieber heraushalten wollten. Deshalb buchten wir in der ‚Grenzwacht’ ein Zimmer. Der Herbergsvater bestätigte uns, auf Minnas Nachfrage hin, dass ihr Vater vor einigen Wochen hier genächtigt hatte. Minna war sofort wieder guter Hoffnung ihren Vater lebend wieder zu finden, doch ich war und bin da etwas skeptischer. Ich mochte ihre Hoffnung allerdings nicht zerstören und blieb daher stumm.

Herberge ‚Am Ingval’, 7. Rondra 15

Tief bedrückt kamen wir heute Abend in der Raststätte ‚Am Ingval’ an. Alle hatten wir mit Minna gehofft ihren Vater lebend zu finden, doch zu meinem Leidwesen hatte sich meine düstere Vorahnung bestätigt.
Es war gegen Mittag gewesen, als Tanya die Geier bemerkt hatte. Etwa zwanzig Meilen östlich von Rovamund kreisten einige von ihnen über dem Strassengraben, während andere an einem Kadaver fraßen. Bei ihrem Anblick rutschte mir sofort das Herz in die Hose. Minna rannte los. Schnell folgten wir ihr und gemeinsam konnten wir ein paar der Vögel verscheuchen. Allerdings mussten wir einige von ihnen sogar töten.
Viel war nicht mehr übrig von dem Leichnam des toten Wanderers. Es war fast nur noch das Gerippe übrig. Man konnte nicht einmal mehr feststellen ob hier Mann oder Weib zu Tode gekommen war. Plötzlich fiel Minna schluchzend auf die Knie.
„NEEEEEIIIIN!“ heulte sie los. Sie hatte ein Amulett bei dem Toten entdeckt, das ihr nur allzu bekannt war. Der Tote musste ihr Vater gewesen sein. Minna, so erklärte sie uns später, hatte das Amulett in einer Prüfung angefertigt und mit einem Schutz vor Feuerzaubern belegt und es ihrem Vater zu dessen Geburtstag geschenkt.
Minna war untröstlich. Wir hatten Mühe sie von ihrem toten Vater loszueisen. Thor und ich huben einige Schritt weit vom Weg entfernt, unter einer alten Eiche ein Grab aus. Aryah setzte sich an das Kopfende des Grabes und erfüllte die Luft mit den klängen ihrer Leier und sang ein elfisches Totenlied. Tanya und Eren halfen dann Thor die Überreste der Leiche von Minnas Vater in das Grab zu legen, während ich die schluchzende Magierin in meinen Armen hielt.
Ich wog sie sanft hin und her. Es zerriss mir fast das Herz meine langjährige Freundin so erschüttert zu sehen. Ich strich ihr sanft durchs Haar und summte das Schlaflied, das meine Mutter mir immer vorgesungen hatte. Es schien zu helfen. Langsam kam sie wieder zur Besinnung. Ihren Tränen versiegten und wir beerdigten ihren Vater gemeinsam. Thor hatte inzwischen ein Boronrad geknüpft, das er Minna übergab. Sie legte es vorsichtig auf das Grab und stand dann ganz still da. Wir zogen uns leise einige Schritte zurück und warteten in Ruhe bis sich Minna von ihrem Vater verabschiedet hatte.

Nordvest, 8. Rondra 15

Nach einem sehr bedrückten Tag auf der Strasse nach Nordvest, kamen wir seelisch völlig erschöpft in eben diesem Ort an. Wir hatten alle beschlossen nicht sofort umzukehren, sondern unsere Nachforschungen in dieser Ecke Aventuriens fortzusetzen. Außerdem wollte Minna noch, soweit möglich, die letzten Tage ihres Vaters rekonstruieren.
Wir kehrten in der Taverne ‚Zum Ritter’ ein und speisten vorzüglich, wenn auch mit wenig Unterhaltung. Jeder schien heute seinen eigenen Gedanken nachzu-hängen. Leider brachten auch meine Erkundigungen an der Bar keine Hinweise auf Hyggelik und sein Schwert. Nur ein alter Säufer meinte sich an Minnas Vater erinnern zu können. Er glaubte dass er sich mit diesem vor knapp einer Woche hier abends unterhalten zu haben. Sicher war er sich allerdings nicht. Scheinbar war er auf dem Rückweg gewesen.

Nordvest - Kravik, 9. Rondra 15

Wir sind heute einigen Flößern begegnet, die auf dem reißenden Ingval einige Baumstämme zu kontrollieren versuchten. Ihr Floss war von den tobenden Fluten auseinander gerissen worden und Eren konnte die Flößerin aus dem Griff des Wassers befreien. Wir halfen den beiden dann noch mit einem Seil aus und schnell war das Floss wieder zusammengebunden. Die zwei waren uns äußerst dankbar und verabschiedeten sich nach einer kurzen Malzeit in Richtung Nordvest.

Kravik - Skelellen, 11. Rondra 15

Wir hatten uns gestern von Kravik aus weiter nach Skelellen aufgemacht. Minna wollte schließlich noch ihre Tante dort aufsuchen um ihr vom Tod ihres Vaters zu berichten. Leider war die Strasse dieses Namens nicht würdig. Es war mehr ein ausgetretener Trampelpfad und wir kamen nur langsam voran. Etwa auf halber Strecke hatten wir dann gestern ein Nachtlager aufgeschlagen.
Ich weiß jetzt nicht ob ich kurz eingenickt war, oder ob Sie uns auch so überfallen hätten, Aber es war während ich Nachtwache schob. So gegen fünf Uhr morgens standen sie Plötzlich auf unserer Lichtung. Ein gewaltiger Oger und zwei Orks griffen uns ohne Vorwarnung an. Der Gigant brüllte unbeschreiblich, als er mit hocherhobener Keule auf mich zu rannte. Ich konnte gerade noch meine Axt heben um dem mächtigen Hieb abzulenken. Leider prallte die riesige Keule auf meine rechte Schulter und ich stürzte benommen zu Boden. An kämpfen war jetzt nicht mehr zu denken.
Zu meinem Glück hatte das Gebrüll des Riesen meine Gefährten geweckt, die prompt zu meiner Rettung eilten. Ein Meisterschuss von Tanya rettete mein Leben. Eben hatte der Oger wieder zum Schlag ausgeholt, als ein gefiederter Pfeil in seinem Auge zitternd stecken blieb. Wie vom Blitz getroffen stürzte der tumbe Schläger zu Boden und begrub mich unter sich. Vom Rest des Kampfes konnte ich dann nicht mehr allzu viel sehen.
Als meine Freunde dann den Koloss von mir wuchteten sah ich zwei orkische Leichen die eine deutliche Sprache sprachen. Müde und unausgeschlafen setzten wir unseren Weg in Richtung Skelellen fort.

Skelellen, 12. Rondra 15

Am späten Nachmittag hatten wir Skelellen erreicht und Minna noch zum Haus ihrer Tante begleitet. Allerdings hatten wir alle das Gefühl es wäre besser uns zurückzuziehen. So ließen wir dann die beiden trauern-den allein und begaben uns in den ‚Orkschädel’, eine lärmende Taverne.
Von einem der Gäste dort erfuhren wir von guten Jagdmöglichkeiten nördlich von hier. Er erzählte uns auch von einem Trampelpfad in Richtung Phexchaer. Allerdings war er noch nie so weit gegangen und wir beschlossen den Steineichenwald dieses mal nicht zu durchqueren.
Später stieß Minna dann in der ‚Letzten Rast’, irgendwie ein passender Name, wieder zu uns. Ihr Vater hatte seine Schwester wohl für einige Tage besucht und war vor fast zwei Wochen wieder in Richtung Thorwal aufgebrochen. Wir beschlossen dies morgen auch zu tun.

Skelellen - Rovamund, 15. Rondra 15

Puh! Total abgekämpft haben wir gerade unser Nachtlager an einem kleinen See aufgeschlagen. Eren hatte etwa auf halber Strecke nach Kravik einen Pfad Richtung Westen in den Wald entdeckt. Wir hatten sofort vermutet dass es derselbe Pfad war den wir auf der Strecke Peilinen nach Rovamund gesehen hatten. Nach kurzer Beratung beschlossen wir es einmal zu versuchen. Minna war besonders vehement dafür. Sie wollte wohl nicht so schnell wieder am Grab ihres Vaters vorbei. Ich kann das gut nachvollziehen.
Die Gründe für unsere Abgekämpftheit sind Bäume und Lianen. Ein riesiges Dickicht hatten wir zerteilen müssen um voranzukommen. Vier Stunden hatten wir ununterbrochen auf die Pflanzen eingehackt. Aber unsere Mühen waren ausgiebig belohnt worden. Wir fanden nicht nur den Weg wieder, sondern auch die Spur eines Hirsches.
Auf leisen Sohlen folgten wir den Spuren und kamen an einen kleinen Waldsee auf einer Lichtung. Gegenüber, so etwa in dreißig Meter Entfernung, stillte ein mächtiger Vierzehnender seinen Durst. Er hatte uns nicht bemerkt, der Wind kam direkt aus seiner Richtung. Eren nahm vorsichtig einen Pfeil aus seinem Köcher, zielte und schoss. Blattschuss! Wild röhrend ging der prächtige Hirsch in die Knie. Wir alle beglückwünschten Eren zu seinem Meisterschuss und freuten uns über Fleischvorräte für etliche Tage.

Rovamund, 18. Rondra 15

Immer noch leicht verschreckt kamen wir heute Vormittag in Rovamund an. Hatten uns doch heute Nacht unter wildestem Geheul drei Furchterregende Gestalten angefallen. Halb Adler, halb Frau hatten uns drei Harpyien angegriffen.
Mit ihren messerscharfen Krallen und Schnäbeln verursachten sie bei uns einige böse Wunden. Unsere drei Elfen mussten erst ihre Bögen besaiten. Deshalb konnten wir uns diesmal nicht auf unsere Meisterschützen verlassen. Doch auch Thor und ich sind ja nicht völlig wehrlos. Schnell konnten wir den Angriff abwehren. Zwei der gefiederten Damen ergriffen nach einigen Hieben mit unseren Äxten die Flucht. Die dritte von ihnen war einem Feuerzauber von Minna zum Opfer gefallen.
In Rovamund angekommen haben wir erstmal das überzählige Fleisch aus der Hirschjagd verkauft und sind dann im ‚Silbernen Becher’ eingekehrt. Dort erfuhren wir von einer schönen Kräuterwiese auf einem Wildnisweg nach Merske. Wir beschlossen aber erst einmal unsere Blessuren zu pflegen, bevor wir morgen weiterziehen wollen. Wieder einmal übernachteten wir in der ‚Grenzwacht’.

Merske, 23. Rondra 15

Der Druide im ‚Silbernen Becher’ hatte Recht. Die Kräuterwiese war wirklich einen Besuch wert gewesen. Aryah wäre am liebsten den ganzen Tag dort geblieben, so viel hatte sie gefunden. Neben ein paar Wirkselkräutern und einigen Gulmondblättern hatte sie auch noch einige sehr seltene Wurzeln, den Namen hab ich allerdings schon wieder vergessen entdeckt.
Ansonsten passierte auf dieser, doch etwas ausgedehnten Wanderung nicht viel, außer dass wir fünf lange Tage unterwegs waren. Na ja, wenn man die lange Dauer, die Kräuterwiese liegt ziemlich genau auf halber Strecke, ansieht, dann ist die Wurzelsuche wohl doch nicht ganz so lohnend gewesen. Aber man soll ja nichts unversucht lassen.
Leider hatte auch im ‚Seeblick’ in Merske keiner eine Ahnung wo Hyggeliks Schwert zu finden sei. Allerdings meinte der Wirt, wir sollten mal in Efferdun bei ‚Kapitän Mairos’ vorbeischauen, der würde alle möglichen Geschichten kennen. Wir beschlossen also hier zu nächtigen und, da wir eh schon fast da waren, morgen in Efferdun vorbeizuschauen.

Efferdun, 24. Rondra 15

Glaube nie einem Wirt! Der alte Kapitän hat zwar eine Kneipe, aber außer dem allerschlimmsten Seemannsgarn war nichts aus ihm herauszubekommen. Der Weg war mal völlig umsonst. Auch in den anderen beiden Tavernen erfuhren wir nichts von Belang. Morgen wollen wir wenn es geht mit dem Schiff zurück nach Thorwal. Lust hab ich ja keine, aber wenn es schneller geht, nun ja dann muss ich da wohl durch.

Varnheim, 26. Rondra 15

Ich hasse Boote! Hab ich das hier schon einmal aufgeschrieben? Ich glaube schon. Der Kahn nannte sich ‚Haifisch’ wackelte aber über die Wellen wie eine müde Schildkröte über einen Sandstrand. In Thorwal ging es dann gleich weiter. Kaum angekommen schifften wir uns auf der ‚Runin II’ ein. Die glitt zwar durch die Fluten, aber dafür braute sich ein Sturm zusammen. Jedenfalls war mein Magen schwer angeschlagen als wir in Varnheim ankamen. In der Herberge ‚Varnheim’ erzählte uns der geschwätzige Herbergsvater von einem gewissen Asgrimm Thurboldsson in Breida, der angeblich mit Hyggelik verwandt war, oder so. Mist! Hätten wir das nicht früher wissen können. Na was soll’s, dann müssen wir da halt irgendwann noch mal hin. Aber der Wirt erzählte uns auch von der Strecke nach Auplog und das war für uns momentan von größtem Interesse, hatten wir doch beschlossen bei diesem Kerl in Felsteyn vorbeizuschauen.

Auplog, 30. Rondra 15

Fast vier Tage hatten wir gebraucht um hier in Auplog anzukommen. Der Pfad war zwar da gewesen, aber wir hatten Glück, dass wir so gut ausgerüstet waren. An einer Schlucht hatte ein vergangenes Hochwasser die Hängebrücke fortgespült. Mit vie Aufwand und dem Einsatz zweier Seile konnten wir die Brücke notdürftig reparieren. Es würde mich nicht verwundern wenn die nicht lange hält.
Außer der kaputten Brücke hatten wir nur auf der gesamten Strecke nur eine kurze Begegnung mit einer Herde von Karenen. Eren und Tanya konnten zwei der Tiere erlegen und so konnten wir mal wieder beim Fleischer etwas Geld verdienen.
Im ‚Schnellen Pfeil’ genossen wir erstmal eine warme Mahlzeit und ein paar Biere. Leider konnte uns keiner der anwesenden Gäste auf unserer Suche weiterhelfen. Müde verbrachten wir dann die Nacht ‚Bei Hjargard’, einem sehr freundlichen Herbergsvater.
#4
Den Zwölfen zum Gruße!

Obi-Wahn schrieb:Super geschrieben! :) Weiter so!

Dem kann ich mich anschließen! Es sind zwar ein paar Fehler drin (Orts- und Inselnamen verwechselt, Rechtschreibung) und kein Schiff würde normalerweise in Thorwal während der Namenlosen Tage ausfahren, aber die verschiedenen Ereignisse sind schön verknüpft. Insbesondere die Torwachen und der Leichnam auf dem Weg wurden stimmungsvoll eingebaut! Normalerweise lese ich die Erzählungen nicht (es ist einfach zu viel Text), hier sollte ich jedoch dranbleiben.
Ärger im Svellttal? Auf der Suche nach dem Salamanderstein? Dann hilft der Sternenschweif-Reiseführer von Kunar!
#5
Kunar schrieb:Den Zwölfen zum Gruße!

Es sind zwar ein paar Fehler drin (Orts- und Inselnamen verwechselt, Rechtschreibung) und kein Schiff würde normalerweise in Thorwal während der Namenlosen Tage ausfahren...

Hallo Kunar,
danke für dein Lob. Es wäre super wenn du mir die Fehler genauer sagst, dann kann ich die noch korrigieren. Welche Orte hab ich verwechselt? (Ich schreib das eigentlich für mich, wollte ich schon seit dem ersten Spiel mal machen, und dachte ich poste das hier mal.) Ich bin für jede Kritik und Feedback offen.

Danke,
stormlord
#6
Den Zwölfen zum Gruße!

stormlord schrieb:danke für dein Lob. Es wäre super wenn du mir die Fehler genauer sagst, dann kann ich die noch korrigieren. Welche Orte hab ich verwechselt? (Ich schreib das eigentlich für mich, wollte ich schon seit dem ersten Spiel mal machen, und dachte ich poste das hier mal.) Ich bin für jede Kritik und Feedback offen.

Das ist natürlich viel Arbeit, die das Lesevergnügen erschwert. Ich beschränke mich mal auf die inhaltlichen Fehler:

stormlord schrieb:Letztendlich bekam ich den Brief gegen eine Golddublone ausgehändigt.

Es sind Dukaten.

stormlord schrieb:Drammen selbst übernahm das Ruder und drehte die ‚Sturmvogel’ in Richtung Manrin, der Kurs der am meisten Geschwindigkeit versprach. Während die Mannschaft versuchte, die ‚Sturmvogel’ außer Reichweite zu bringen, eilte ich in meine Kabine.
Dort legte ich schnell meine Lederrüstung an und setzte meinen Helm auf. Mit dem Schwert in der Hand ging ich zurück an Deck. Die ‚Sturmvogel’ hatte sich in Richtung Manrins Nordkap gedreht und hatte die Piraten nun direkt achtern in etwa einer Meile Entfernung.

Es muss wohl zweimal Runin heißen.

stormlord schrieb:Glücklicherweise kam sie aber heute nicht mehr zum Einsatz. Unter vollen Segeln machte die ‚Sturm-vogel’ ihrem Namen alle Ehre und war für das Drachenboot der Piraten ein wenig zu schnell. Dennoch hatten wir Manrin fast komplett umrundet ehe die Seeräuber abdrehten und ihren Angriff aufgaben.

Auch hier ist Runin gemeint.

stormlord schrieb:Nachdem wir das Drachenboot abhängen konnten hatte Mandor Drammen die ‚Sturmvogel’ in einem weiten Bogen um Manrin herum nach Prem gesteuert.

Und mal wieder sollte es Runin sein.

stormlord schrieb:Über den hohen Wangenknochen sprachen ihre braunen Augen von tiefer Weißheit wie es nur die einer Magierin konnten.

Weißheit heißt bei Magiern soviel, dass sie lange nicht die Sonne gesehen haben vor lauter Herumlungern in ihren Studierstuben!

stormlord schrieb:Ein Zwerg war auf einen Tisch gesprungen und fing zur Musik einer elfischen Sängerin an zu tanzen. Das sah man nunmal nicht alle Tage. Der Zwerg war für seine Rasse, mit etwa einen Meter dreißig, relativ groß, und ungewöhnlich muskulös. Er trug nur eine braune Hose und Stiefel und hatte seinen struppigen Barte mit einem roten Band zusammengebunden. So tanzte und taumelte er zum mystischen Gesang der Elfin.

Zwerge sind eigentlich nicht für ihre Tanzkünste bekannt, aber es mag Ausnahmen geben.

stormlord schrieb:„Peraine zum Gruße, schön euch kennenzulernen,“ sagte Aryah und blickte mich mit ihren eisblauen Augen durchdringend an.

Elfen verehren nicht die Menschengötter.

stormlord schrieb:Nach einem sehr bedrückten Tag auf der Strasse nach Nordvest, kamen wir seelisch völlig erschöpft in Rovamund an.

Es ist natürlich umgekehrt, da der Weg von Rovamund nach Nordvest führte.
Ärger im Svellttal? Auf der Suche nach dem Salamanderstein? Dann hilft der Sternenschweif-Reiseführer von Kunar!
#7
Kunar schrieb:
stormlord schrieb:„Peraine zum Gruße, schön euch kennenzulernen,“ sagte Aryah und blickte mich mit ihren eisblauen Augen durchdringend an.

Elfen verehren nicht die Menschengötter.
Ohne hier eine größere Diskussion anfangen zu wollen: Man grüßt doch immer mit dem Gott des Gegenübers. Also sollte der Gott, mit dem man grüßt, nicht viel über den eigenen Glauben aussagen.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
#8
Vielen Dank Kunar,

Kunar schrieb:
stormlord schrieb:Über den hohen Wangenknochen sprachen ihre braunen Augen von tiefer Weißheit wie es nur die einer Magierin konnten.
Weißheit heißt bei Magiern soviel, dass sie lange nicht die Sonne gesehen haben vor lauter Herumlungern in ihren Studierstuben!
Wo ist das Problem? Die Augen sind halt braun, das hat mit Sonne nichts zu tun.

Kunar schrieb:
stormlord schrieb:Ein Zwerg war auf einen Tisch gesprungen und fing zur Musik einer elfischen Sängerin an zu tanzen. Das sah man nunmal nicht alle Tage. Der Zwerg war für seine Rasse, mit etwa einen Meter dreißig, relativ groß, und ungewöhnlich muskulös. Er trug nur eine braune Hose und Stiefel und hatte seinen struppigen Barte mit einem roten Band zusammengebunden. So tanzte und taumelte er zum mystischen Gesang der Elfin.
Zwerge sind eigentlich nicht für ihre Tanzkünste bekannt, aber es mag Ausnahmen geben.
Deswegen war es ja so ein besonderes Erlebnis, dass meine Magierin und mein Krieger in der Taverne blieben. Vielleicht sollte ich eher von "akrobatischem Tanzen" sprechen, zumindest war das das Bild was ich vor Augen hatte.

Zurgrimm schrieb:
Kunar schrieb:
stormlord schrieb:„Peraine zum Gruße, schön euch kennenzulernen,“ sagte Aryah und blickte mich mit ihren eisblauen Augen durchdringend an.
Elfen verehren nicht die Menschengötter.
Ohne hier eine größere Diskussion anfangen zu wollen: Man grüßt doch immer mit dem Gott des Gegenübers. Also sollte der Gott, mit dem man grüßt, nicht viel über den eigenen Glauben aussagen.

Zurgrimm: das war mir nicht bekannt!
Kunar: Peraine ist der Schutzgott dieser Elfe, wie kann sie Peraine als Schutzgottheit haben wenn sie sie nicht verehrt? Liegt da ein inhaltlicher Fehler im Spiel vor?

Vielen Dank für die Korrekturen, den Rest habe ich bei mir im Text nun geändert (inklusive der Rechtschreibung, die hatte ich im Word leider vergessen, dafür muss ich mich noch bei allen Lesern entschuldigen). Gibt es da eine Möglichkeit auch den Onlinetext auf den neuesten Stand zu bringen?
Edit: Den zweiten Teil habe ich schon verbessert

Gruß stormlord
#9
Den Zwölfen zum Gruße!

stormlord schrieb:Über den hohen Wangenknochen sprachen ihre braunen Augen von tiefer Weißheit wie es nur die einer Magierin konnten.

Kunar schrieb:Weißheit heißt bei Magiern soviel, dass sie lange nicht die Sonne gesehen haben vor lauter Herumlungern in ihren Studierstuben!

stormlord schrieb:Wo ist das Problem? Die Augen sind halt braun, das hat mit Sonne nichts zu tun.

Ich versuche es mal anders auszudrücken: Weisheit erlangt man nur durch Lebenserfahrung. Weißheit erlangt man durch wenig Sonne.

stormlord schrieb:Deswegen war es ja so ein besonderes Erlebnis, dass meine Magierin und mein Krieger in der Taverne blieben. Vielleicht sollte ich eher von "akrobatischem Tanzen" sprechen, zumindest war das das Bild was ich vor Augen hatte.

Es gibt ja sogar beides, Tanzen und Akrobatik.

Zurgrimm schrieb:Ohne hier eine größere Diskussion anfangen zu wollen: Man grüßt doch immer mit dem Gott des Gegenübers. Also sollte der Gott, mit dem man grüßt, nicht viel über den eigenen Glauben aussagen.

stormlord schrieb:Kunar: Peraine ist der Schutzgott dieser Elfe, wie kann sie Peraine als Schutzgottheit haben wenn sie sie nicht verehrt? Liegt da ein inhaltlicher Fehler im Spiel vor?

Der Schutzgott sagt nur aus, in welchem Monat der jeweilige Held geboren wurde. Das heißt aber nicht, dass das gleichzeitig der wichtigste Gott für den tapferen Recken ist. Ein Krieger wird immer am meisten Rondra verehren, ein Zwerg hingegen vor allem Ingerimm in Form von Angrosch. Elfen haben mit den Zwölfgöttern überhaupt nichts am Hut und werden daher jede Verehrung (und wohl auch jeden Gruß) als unsinnig ablehnen. Sie sind dafür bekannt, sich auch noch nach vielen Jahren durch eine entsprechende patzige Bemerkung in Schwierigkeiten zu bringen.
Ärger im Svellttal? Auf der Suche nach dem Salamanderstein? Dann hilft der Sternenschweif-Reiseführer von Kunar!
#10
Danke,
also ich werde das mit den Elfen und den Zwölfgöttern noch ändern, da sind eure Tipps grandios, weil ich das nicht so gut weiß wie ihr.

Manchmal dauert es bei mir eben etwas länger. Ich meinte natürlich Augen die Weisheit ausstrahlen und nicht Weißheit.:thx:

Danke,
stormlord
#11
Kunar hat sich aber auch so kryptisch ausgedrückt, dass ich das mit der Weißheit auch erst beim zweiten Lesen geschnitten habe. :D

Hab jetzt auch mal angefangen zu lesen. Bisher (Ende vom ersten Post) gefällt es mir wirklich super. :)
Da fällt mir ein, dass meine Recken vielleicht auch mal weiterziehen sollten. Hm. ^^
For what it's worth, I'm glad it's you. It was nice to be happy ... for a while.
#12
stormlord schrieb:Gibt es da eine Möglichkeit auch den Onlinetext auf den neuesten Stand zu bringen?
Edit: Den zweiten Teil habe ich schon verbessert
Du kannst bis 48 Std. nach dem Abesenden eines Beitrages noch selbst editieren. Danach kann das nur noch ein Mod oder Admin. Soweit es sich um wichtige Änderungen handelt, kann ich das gerne für Dich machen, wenn Du mir den genauen Änderungswunsch (dann am besten per PN) mitteilst.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
#13
Hallo,
da ich das ganze ja mit Word schreibe, habe ich all die Änderungen (eure Fehlermeldungen) vorgenommen und hätte, wegen der Lesbarkeit gerne die jetzige Version des ersten Abschnittes durch die neueste Version ersetzt. Wenn das nicht geht, dann müssen halt alle mit den Fehlern leben.

stormlord
#14
Vilnheim, 2. Efferd 15

Wir waren zwei Tage unterwegs gewesen und hatten heute Nachmittag Vilnheim erreicht. Um unsere Nachforschungen voranzutreiben teilten wir uns in Paare auf und besuchten die drei Tavernen im Ort. Minna und ich besuchten den ‚Alten Flößer’, hatten aber kein Glück. Aryah und Thor führten ihre Tanznummer im ‚Orkschädel’ auf und konnten wenigstens ein paar Dukaten verdienen. Eren und Tanya hatten noch weniger Glück als wir. Sie hatten gerade die Tür zum ‚Erz und Kohle’ geöffnet, als sie von der ausbrechenden Kneipenschlägerei erfasst wurden. Sie trafen ziemlich geschunden im ‚Glockenspiel’ ein. Wo Aryah einige Mühe hatte ihre Wunden zu bandagieren. Natürlich hatten auch sie nichts Neues erfahren.

Vilnheim - Oberorken, 3. Efferd 15

Heute hatten wir einen kurzen Abstecher über den Bodir gemacht und in Bodon zu Mittag gegessen. Allerdings ist dieses verschlafene Nest nicht einmal den Fährpreis wert. Deshalb machten wir uns dann auch so schnell wie möglich auf nach Oberorken.

Oberorken, 4. Efferd 15

Ich freue mich schon unglaublich auf mein Bett und eine ruhige Nacht. Heute Nacht hatte uns Minna schreiend geweckt. Als ich mich aus meiner Schlaftrun-kenheit herauskämpfte, erkannte ich im schwachen Feuerschein zwei riesige vierbeinige Angreifer. Dann erklang plötzlich ein markerschütterndes Brüllen. Zwei Waldlöwen hatten Minna angegriffen.
Sofort eilten Eren und ich ihr zu Hilfe. Noch im rennen schleuderte ich meine Streitaxt auf den ersten der beiden Löwen. Mit einem krachen blieb sie in seinem Schädel stecken. Den anderen versuchte sich unsere tapfere Magierin mit ihrem Zauberstab vom Leib zu halten. Eren schoss Pfeile in unglaublicher Geschwindig-keit ab. Noch bevor ich meine Axt aus dem toten Löwenschädel gezogen hatte sank der zweite Angreifer brüllend zu Boden. Sieben Pfeile ragten aus seiner Flanke hervor. Es hatte alle benötigt um das rasende Tier zur Strecke zu bringen. Natürlich hatte danach keiner von uns ein Auge zugetan. Und so waren wir sehr müde bei Tagesanbruch weiter nach Oberorken gezogen.
Wie überall, hatten wir, kaum das wir angekommen waren die verschieden Tavernen des Ortes besucht. Zwar konnten wir auch heute nichts über Hyggelik und sein Schwert in Erfahrung bringen, aber in ‚Ingerimms Feuer’ hatten Aryah und Thor von einem Wanderweg zum Einsiedlersee gehört. Der wäre für uns in sofern interessant, da Hyggelik ja in der Orkschädel-steppe umgekommen sein soll und sich der Einsiedlersee in eben jener befindet. In der ‚Eisenfaust’ waren unsere beiden Elfen auch teilweise erfolgreich. Sie hatten in Erfahrung bringen können, dass es in Oberorken scheinbar eine alte Mine gibt, die von einigen „verrückten“ Zwergen besetzt gehalten wird. Auch das hatte wiederum direkt nichts mit Hyggelik zu tun, aber wir können ja bekanntlich keinem Abenteuer aus dem Weg gehen.
So hatten wir denn auch in der ‚Wegrast’ gemeinsam beschlossen uns morgen diese ‚Zwergen-mine’ genauer anzusehen. Danach werden wir wohl einen kurzen Abstecher zum Einsiedlersee machen. Zumindest ist das der Plan, wir werden sehen was noch alles dazwischen kommt.

Oberorken, 8. Efferd 15

Diese Mine bedeutet übelste Schufterei. Heute war der vierte Tag an dem wir eher Minenarbeiter als Helden eines Abenteuers waren. Solch eine Plackerei wir in den Geschichten nie erwähnt. Jeden Abend fielen wir, vor Dreck strotzend in unser Federn in der ‚Wegrast’. Hoffentlich hat morgen dieses endlose Geschaufel ein Ende. Wenn nicht, dann werden wir diese Mine wohl ihrem Schicksal überlassen.

Oberorken, 9. Efferd 15

Nachdem der ganze Schutt der eingestürzten Decke beiseite geräumt war, hatten wir endlich freien Zugang zu der Mine. In einem Raum fanden wir eine riesige Ingerimm-Statue mit beweglichem Arm, der ein Klicken von sich gab als wir ihn bewegten. Daraufhin beschlossen wir die Statue erstmal in Ruhe zu lassen. Hinter einer verschlossenen Türe, die Thor nur mit Mühe aufbekam, begegneten wir dann vier Zwergen.
Die fackelten nicht lange und stürzten sich mit geschwungenen Kriegsbeilen auf uns. Wir hatten einige Mühe uns diese zähen Zwergenkrieger vom Leibe zu halten. Thor war besonders wütend über den unvermittelten Angriff seiner Artgenossen. Er stürzte sich fast wie ein Berserker ins Getümmel. Der erste Zwerg fiel deshalb auch Thor zum Opfer. Mit einem mächtigen Hieb seines Streitkolbens schlug er seinem Widersacher den Schädel ein. Gemeinsam konnten die drei Elfen sich eines weitern Zwerges erwehren. Um Minna musste man sich wie gewohnt kaum Sorgen machen, denn sie konnte einen der Angreifer mit ihren Zauberfähigkeiten unschädlich machen. Der letzte Zwerg erwies sich als hartnäckiger Zweikämpfer und bereitete mir einige Probleme. Die Tatsache dass ich dies hier aufschreiben kann beweist aber, dass ich der Aufgabe gewachsen war.
Nach diesem schweren Kampf versorgten wir erstmal unsere Wunden, auch wenn diese nur leicht waren. In einer Ecke des Raumes fanden wir eine Truhe, deren Öffnung einige Waffen und Zauber- und Heiltränke zutage förderte. Dir beiden Kettenhemden waren zwar schwer, aber von solch hervorragender Güte, dass Thor und ich uns diese überstreiften.
Auf der ersten Ebene trafen wir insgesamt noch auf vier weitere Zwerge, da diese sich aber jeweils einzeln und einmal im Duett bewegten waren sie für uns weit weniger gefährlich als ihre vier Kollegen zuvor.
Auf der zweiten Ebene begegneten wir wiederum zuerst einer Ingerimm-Statue. Bis auf ein kurzes Gebet von Thor ignorierten wir diese aber komplett. Im nächsten Raum fiel die Tür hinter uns sofort wieder ins Schloss. Noch bevor Thor feststellen konnte ob diese auch wieder verschlossen war, begann sich der ganze Raum mit Wasser zu füllen. Während Thor sich hastig mit der Tür beschäftigte, eilten wir anderen durch den Raum. Eren entdeckte eine weitere, aber verschlossene Tür. Das Wasser stieg immer höher. Schon reichte es mir bis zum Oberschenkel. Das gehen wurde immer schwieriger. Tanya, die unter Klaustrophobie litt, war kurz vor dem Zusammenbruch. Sie stand regungslos, jammernd in der Raummitte und hielt sich die Augen zu. Das Wasser stieg immer weiter. Es hatte fast meine Hüfte erreicht. Thor war kurz davor schwimmen zu müssen. Er hatte Mühe weiter an dem Schloss zu arbeiten. Plötzlich rief Minna: “Hier! Helft mir Mal!“ So schnell es das Wasser zuließ eilte ich zu ihr. Sie zeigte auf die Wand und begann zu drücken. Mit aller Macht lehnte ich mich gegen die Wand. Aryah warf sich auch dagegen. Plötzlich gab das Gestein nach. Die Felsbrocken fielen auseinander und gaben einen Gang frei. Das Wasser fand einen Abfluss. Das war echt knapp. Wir brauchten alle einige Minuten um uns wieder zu beruhigen.
Nachdem wir dem Wasser entkommen waren standen wir bald vor einem neuen Rätsel. Vor uns war eine Wand, aber eine magische Untersuchung bestätigte uns dass es dahinter weiter in den Berg ging. Wie schon im Raum zuvor versuchten wir die wand einzureißen. Da ich der schwerste bin, fiel es mir zu mich gegen die Wand zu werfen. Aber die Wand hielt und ich rutschte an ihr zu Boden. Doch der Boden gab nach und öffnete eine Speergrube unter mir. Auch! Das tut immer noch weh, wenn ich nur daran denke. Leider klappte auch ein Teleportzauber von Minna nicht und so mussten wir es weiter mit roher Gewalt versuchen. Dreimal sprangen Thor und ich noch gegen die Wand ehe sie nachgab. Am Ende sahen wir dass es gar keine echte Wand gewesen war, sondern eine Spiegelwand, die wir zerbrochen hatten. Minna meinte da sei Magie mit im Spiel gewesen, der ihren Teleport verhindert hatte.
Etwas zerschnitten stapften wir dann den neuen Gang herunter in die Tiefe. In einer kleinen Kammer sahen wir eine Tür am gegenüberliegenden Ende. Schnell wollten wir diese öffnen, doch kurz vor der Tür blieb Thor mit ausgebreiteten Armen wie angewurzelt stehen. Zum Glück hatte er uns alle gebremst. Nach einigem vorsichtigen Probieren konnte er eine weitere Speerfalle entschärfen. Danach war die Tür dann kein Problem mehr. Leider gilt das nicht für den Raum dahinter.
Kaum hatten wir alle die Kammer betreten, umstellten uns vier Veteranenkrieger des Zwergenvol-kes. Sie wollten nichts von Ingerimms Gastfreundschaft wissen und erhoben ihre Kriegsbeile gegen uns. Verletzt und erschöpft wie wir waren wurde es ein sehr harter Kampf. Minna konnte einen von ihnen mit einem Feuerball zu Asche verbrennen, aber ein zweiter schlug Tanya kurz darauf bewusstlos. Fünf gegen drei und Minna war der Erschöpfung nahe. An zaubern war für sie nicht mehr zu denken. Doch kämpfen konnte sie noch. Thor und ich waren jeder in einen erbitterten Zweikampf verstrickt und Eren hatte Mühe dem dritten auszuweichen. Aryah versuchte verzweifelt Tanya zu helfen, die stark blutete.
Minna eilte mir zu Hilfe und benutzte das Hylailer Feuer aus der Zwingfeste in Thorwal um meinem Gegner den Rest zu geben. Schreiend vor Schmerz starb der Zwerg an der ätzenden Flüssigkeit die seine Haut bedeckte. Sofort teilten wir uns., während ich Eren aus den Fängen des letzten Zwerges befreien konnte, ging Minna Thor auf ähnliche Weise zur Hand wie mir kurz zuvor. Leider war Thor ihr so gar nicht dankbar. Er fand er hatte durch ihre Hilfe an Ehre verloren. Letztendlich musste ich die beiden sogar von einem kleinen Handgemenge abhalten.
Mit fast beruhigten Gemütern machten wir uns daran den Raum zu erkunden. In einer Truhe fanden wir den Schatz der Zwerge. 400 glitzernde Dukaten! Wir waren hocherfreut. In der Zwischenzeit hatte Aryah Tanya wieder ins Leben zurückgeholt und wir konnten, die schwer angeschlagene Elfe stützend, die Mine verlassen. Sicherlich werden wir noch einige Tage in der ‚Wegrast’ bleiben müssen bis Tanya wieder Reisefähig ist.

Oberorken - Einsiedlersee, 12. Efferd 15

Zwei lange Tage hatte Tanya gebraucht bevor sie heute Morgen erklärt hatte, „Los geht’s! Hier fällt mir sonst noch die Decke auf den Kopf!“ Das ist auch der Grund warum wir heute hier im Schein des Lagerfeuers, auf dem Weg zum Einsiedlersee, sitzen.

Oberorken - Einsiedlersee, 14. Efferd 15

Gestern am späten Nachmittag kamen wir in hügeliges Gelände. Es waren die südöstlichen Ausläufer der Hjaldorberge. Wir standen am Fuß einer etwas höheren Erhebung, die gekrönt von einigen Eichen und Birken, in der untergehenden Sonne funkelte. Wir beschlossen den Hügel zu besteigen, er schien einen perfekten Rastplatz zu bieten. Schweißgebadet kamen wir oben an. Alle freuten sich auf die bevorstehende Mahlzeit.
Eren, er hatte sich bisher nicht nur als hervorragender Wildnisführer, sondern auch als ausgezeichneter Jäger bewiesen, machte sich sofort daran unsere Vorräte aufzustocken. Wir anderen kümmerten uns um Feuer und Holz. Eren war kaum zehn Minuten fort gewesen, als er völlig außer Atem zurück ins Lager gespurtet kam.
„Orks!“ schnaufte er und musste erstmal wieder zu Luft kommen.
„Auf der anderen Seite am Fuß des Hügels ist ein kleines Orklager. Soweit ich sehen konnte vier Orks und ein riesiger Oger.“ erklärte uns Eren.
Sofort machten wir uns kampfbereit. Natürlich konnten wir nicht einfach hier übernachten wenn in unmittelbarer Nähe Orks lagerten. Leise schlichen wir uns im Schutz der Bäume auf die andere Seite. Plötzlich raschelte es im Gebüsch vor uns. Ein gigantischer Oger stürzte krachend durchs Unterholz. Scheinbar war Eren nicht unbemerkt geblieben. Säbelschwingend rannten vier große Orks auf uns zu. Wildes Kampfgeheul ertönte durch das Wäldchen.
Zu unserem Glück hatten wir uns gut vorbereitet. Thor und ich wichen auseinander. Der blindlings heranstürmende Oger konnte nicht mehr bremsen und taumelte gerade zwischen uns durch. Minnas Zauberstab zucke nach links und sofort darauf nach rechts. Mit einem ungeheuren Krachen splitterten die Stämme zweier mächtiger Fichten. Der Oger hatte es mittlerweile geschafft zu wenden und wollte gerade erneut auf mich losstürmen, als ihn Minnas hölzerne Keulen mit zwei mächtigen Hieben niederschlugen. Der Oger war begraben.
Der erste der Orks hatte Thor erreicht und beide waren im dichten Unterholz sofort in ein furioses Handgemenge verwickelt. Der zweite Ork fiel schreiend über mich her. Seinen Säbel hocherhoben stürmte er heran. Ich riss im letzten Moment meine Axt hoch. Doch im dichten Gehölz war es viel zu eng. Ich blieb an einem Ast hängen und mein Schlag kam viel zu tief um den Hieb meines Angreifers zu parieren. Der Säbel raste auf mich zu. Ich war tot! Doch dann eilte mir Rondra selbst zu Hilfe. Auch der Ork blieb an einem Ast hängen und sein Säbel biss sich tief ins Holz. Bevor er sich befreien konnte, rammte ich ihm den Sporn meiner Axt in die Brust. Er spukte Blut und sackte in sich zusammen.
Als ich mich umdrehte sah ich dass auch meine Gefährten ihren Gegner gewachsen gewesen waren. Thor zog gerade seine Orknase aus dem Schädel seines Widersachers. Die restlichen zwei Orks wurden von den Pfeilen befreit, denen sie zum Opfer gefallen waren. Eren, Tanya und Aryah wollten keine der kostbaren Pfeile verschwendet sehen. Wir hatten sie besiegt! Ihr Lager brachte uns keine weiteren Erkenntnisse und wir zogen uns in unser Lager zurück.
Wir hatten uns gerade über unseren Braten hergemacht, als gellend schreiend vier weiter Orks in unser Lager rannten. Die stürmenden Angreifer erwischten uns total auf dem falschen Fuß. Wie eine Herde Wildtiere stoben wir auseinander. Jeder versuchte im schwachen Feuerschein seine Waffen zu finden. Mit einem erneuten Angriff hatte keiner mehr gerechnet.
Plötzlich zuckten Blitze quer durchs Lager. Die Luft knisterte. Drei Zacken rasten in die Herzen von verdutzten Orks. Sprichwörtlich wie vom Blitz getroffen fielen sie zu Boden. Unsere drei Elfen hatten nicht nach ihren Bögen gesucht. Der letzte Ork musste dann der Übermacht von Thor und mir nachgeben. Zwei waren einfach zuviel für ihn. Was für ein Abend. Wir zogen noch in der Nacht weiter Richtung Einsiedlersee.

Oberorken - Einsiedlersee, 16. Efferd 15

Was für ein Tag! Es war gegen Mittag gewesen, als Aryah plötzlich stehen blieb.
„Was ist das?“ fragte sie aufgeregt und deutete in den Himmel.
Ich konnte nichts erkennen, aber die beiden anderen Elfen sahen es wohl auch. Es dauerte einige Minuten bis ich endlich einen kleinen Punkt am Himmel erkennen konnte.
„Das muss ein Drache sein!“ sagte Minna aufgeregt.
Der Punkt wurde immer größer. Was immer es auch war, es kam rasend schnell auf uns zu. Fast plötzlich war es dann da. Ein silber-bläulich funkelnder Drache schoss in unsere Richtung! Die drei Elfen fielen in einen geheimnisvollen Singsang. Thor stürzte sich vor Angst in ein Gebüsch. Ich blieb wie angewurzelt stehen und blickte starr gen Himmel. Minna fasste mich fest an der Hand. Mit einem ohrenbetäubenden Rauschen schoss der Drache über uns hinweg. Wie von Magie gesteuert streckte sich mein rechter Arm nach oben, die Hand nach den glitzernden Schuppen des mächtigsten aller Tiere greifend. Vergebens, im letzten Moment zog der Drache nach oben und verschwand in den Wolken. Langsam, sehr langsam kamen wir alle wieder zu uns. Es hatte einer ausgedehnten Rast bedurft, ehe wir weiterziehen konnten. Was für ein majestätisches Schauspiel!
Doch unser Tag der wundersamen Begegnungen war noch lange nicht vorbei. Noch immer leicht abwesend zogen wir weiter Richtung Einsiedlersee. Es waren sicherlich vier Stunden vergangen, seitdem wir dem Drachen begegnet waren, als wir eine riesige Ebene vor uns sahen. In einiger Entfernung graste ein einzelnes Pferd. Als wir näher kamen hob es langsam den Kopf und wir bleiben alle geschockt stehen. Es war kein Pferd!
„E..E..Einhorn!“ stammelte Thor.
Tatsächlich, es war ein Einhorn was uns da bedächtig beäugte. Immer noch standen wir alle wie angewurzelt da. Plötzlich schnaubte das Einhorn und galoppierte heran. Abrupt blieb es vor Eren stehen und senkte langsam sein Horn. Es zeigte damit direkt auf Erens Herz. Es war Furcht einflößend. Dennoch wagte es keiner sich zu bewegen. Vorsichtig ließ ich die Luft aus meinen Lungen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich sie angehalten hatte.
Langsam machte das wundersame Tier einen Schritt nach vorn. Sein Horn setzte nun auf Erens Brust auf. „Hoffentlich geht das gut!“ dachte ich, aber irgendwie spürte ich tief in mir drin eine unglaubliche Ruhe. Ich wusste es einfach, das Einhorn würde uns nichts tun.
Plötzlich riss es seinen Kopf herum. Es schnaubte kräftig und raste in wildem Galopp davon. Ich konnte hören wie die anderen laut aufatmeten. Eren aber stand immer noch regungslos da. Minna schüttelte ihn vorsichtig und er erwachte aus seiner Trance.
„Es hat mit mir gesprochen!“ sagte er, „Es will uns helfen! Es hat gesagt es holt eine Karte!“
Auch wenn das sehr unglaubwürdig klang, beschlossen wir an Ort und Stelle zu kampieren, vielleicht hatte Eren ja Recht und das Einhorn würde zurückkommen. Welch ein Tag!

Einsiedlersee, 18. Efferd 15

Welch ein Anblick erwartete uns heute am frühen Nachmittag. Wir hatten gerade ein kleines Wäldchen umrundet, als hinter einer kleinen Hügelkuppe der funkelnde Einsiedlersee auftauchte. Es war ein atembe-raubender Anblick, diesen riesigen See inmitten der sehr trockenen Orkschädelsteppe liegen zu sehen. Und tatsächlich stand an seinem Süd-Ende, von saftigen Wiesen umgeben, eine kleine Blockhütte.
Freundlich überrascht begrüßte uns der Eremit.
„Oh, hallo!“ sagte er mit krächzender Stimme, „wo kommt ihr denn her?“
„Phexchaer, woher sollen die sonst kommen, Steyn! Manchmal glaube ich du wirst senil!“ beantwortete er seine Frage selbst.
Er war etwas seltsamer Kauz, der hier wohnte, aber ich denke wenn man Jahrelang alleine in der Wildnis lebt, dann wird man automatisch etwas wunderlich. Jedenfalls sprudelte es nur so aus ihm heraus. Nachdem er uns wieder wahrgenommen hatte stellte er sich als Steyn Thurboldsson vor, und lud uns in seine Hütte ein.
Den Abend haben wir dann zusammen mit den Eremiten verbracht. Im Austausch für allerlei Geschichten, servierte er uns einen fantastischen Eintopf. Ich muss sagen ich habe mich schon lange nicht mehr so wohl gefühlt. Spät abends erzählte er uns dann noch von einer kleinen Kräuterwiese auf dem Weg um den Einsiedlersee herum. Aryah, deren Interesse er damit im Nu geweckt hatte versuchte sofort uns dazu zu bewegen diesen Weg auf uns zu nehmen. Na ja, was soll ich sagen, Morgenfrüh geht’s los rund um den See.

Einsiedlersee - Einsiedlersee, 19. Efferd 15

Stinkende Orks, überall stinkende Orks. Wir waren etwa seit einer Stunde in sehr sumpfigem Gebiet unterwegs. Plötzlich verstummten die Vögel und dann ging es auch schon los. Ohrenbetäubendes Orkgebrüll. Sie kamen von allen Seiten auf uns zugestürmt. Zu unserem Glück hatten sie genau die gleichen Probleme mit dem weichen Untergrund wie wir. Instinktiv bildeten wir einen Kreis.
Rücken an Rücken stellten wir uns den Orks. Links und rechts von mir feuerten Aryah und Eren einen Pfeil nach dem anderen ab. In meinem Rücken, wusste ich, tat Tanya genau das gleiche. Dennoch stürmten die Orks immer näher heran. Ich war bereit. Mit einem Stoßgebet zu Rondra trat ich dem vordersten Ork entgegen. Er rannte direkt in meine Klinge. Plötzlich zuckte ein Blitz aus den Wolken hernieder und ich hörte Minna ihre Zauberformeln murmeln.
Dann hörte ich Thor schreien. Es war ein mächtiger Kampfesschrei. Und dann war es auf einmal totenstill. Es war vorbei. Wir hatten die Orks zurückgeschlagen. Dank deren schlechter Taktik kamen wir weitestgehend unverletzt davon. Aber wir hatten der Orkschädelsteppe einige weitere Namensgeber beschert. Zehn Orks lagen im feuchten Sumpf. Zehn stinkende, tote Orks.

Monolith am Einsiedlersee, 22. Efferd 15

Thor ist einfach unglaublich. Es war kurz nach Mittag, wir hielten Ausschau nach einem geeigneten Fleckchen um unsere Mägen zu füllen, da ragte er plötzlich vor uns auf. Ein riesiger Monolith. Thor war sofort begeistert.
„Was man von da oben alles sehen kann!?“ sagte er mit blitzenden Augen. Eine Viertelstunde später waren wir alle angeseilt und hingen zwanzig Fuß hoch in der Felswand. Ich war heilfroh, dass ich am Seil hing. Mehr als einmal glaubte ich, ich würde fallen. Thor, an dem wir alle hingen, schien am Felsen zu kleben. Wie ein Eichhörnchen rannte er förmlich den steilen Monolithen hoch. Er musste kaum unsere Kletterhaken benutzen. Ich glaube er hätte sie sogar ganz weggelassen, hätte er uns nicht alle mitgeschleppt.
Fast eine Stunde hatte der Aufstieg gedauert, mehr als einmal war einer von uns ins rutschen gekommen, aber gemeinsam haben wir es dann doch geschafft. Und was für eine Aussicht hatten wir da oben. Es war fantastisch. Man konnte den gesamten Einsiedlersee überblicken, sogar die kleine Hütte von Steyn Thurboldsson konnten wir in der Ferne erkennen.
„Was ist das?“ fragte Minna plötzlich. Sie hatte ein schwarzes Artefakt entdeckt. Es muss uralt gewesen sein. Es war keine Figur im eigentlichen Sinne, sondern eher ein eindeutig von Lebewesen behauener, pechschwarzer Stein, der auf dem grauen Monolithen thronte.
Als ich den Stein berührte wurde mir schwindelig. Die Farben der Welt verschwammen zu bunten Linien. Mir wurde speiübel. Plötzlich flogen die Farben auseinander. Ich sah wieder klar, aber es war nicht das hier und jetzt was ich sah. Tief in meinem Inneren wusste ich es ist der 27. Peraine 17. Orks stürmten das Bodirtal hinunter und überrannten die Dörfer und Städte auf dem Weg nach Thorwal. Dann wurde alles schwarz.
Mit einem schweren Brummen im Kopf wachte ich wieder auf. Ich saß auf dem Boden vor dem Artefakt, genau wie meine Freunde. Uns allen brummte der Schädel und nach kurzer Rücksprache wussten wir, dass wir alle das gleiche gesehen hatten. Wir waren uns auch schnell über die Bedeutung der Vision im Klaren. Wir hatten noch etwas mehr als zwei Jahre Zeit, um die Orks aufzuhalten. Hoffentlich finden wir dieses Schwert bald!

Einsiedlersee - Felsteyn, 26. Efferd 15

Schon wieder Orks! Die ganze Gegend um den Einsiedlersee wimmelt nur so von Orks. Gestern hatten wir uns von Steyn Thurboldsson dem Eremiten verabschiedet und waren in Richtung Felsteyn aufgebrochen. Heute am zweiten Tag, kurz vor unserer Mittagsrast standen sie plötzlich vor uns - 9 Orks. Die waren genauso überrascht uns zusehen wie wir sie.
Trotzdem ging sofort das Gemetzel los. Minna schlug ihren Zauberstab mit einem krachen auf den Boden. Eine Fontäne von Gesteinsbrocken schoss auf die Orks zu und fällte drei der widerlichen Kreaturen. Thor und ich stürzten schreiend auf die restlichen Orks zu. Die ersten beiden hatten keine Chance gegen unsere Äxte und fielen wie vom Blitz getroffen um. Mittlerweile hatten auch Eren und Tanya ihre Bögen gespannt und die ersten Pfeile pfiffen durch die Luft. Aryah kniete noch auf dem Boden und kämpfte mit ihrem Bogen, als ein Ork auf sie zustürmte. Thor reagierte blitzschnell! Aus dem Handgelenk schleuderte er seine Orknase. Die Kreatur blieb wie versteinert stehen. Langsam kippte er nach hinten um. Thors Waffe hatte sein Gesicht in zwei Teile gespalten und steckte immer noch in des Orks Nase. Auch wenn wir diese Orks fast problemlos besiegt haben, ich hoffe das waren die letzten für eine lange Zeit.

Einsiedlersee - Felsteyn, 28. Efferd 15

Eine erstaunliche Erscheinung kam uns heute gegen Mittag entgegen. Eine alte Kräuterhändlerin bahnte sich mit ihrem Stock den Weg durchs Gras. „Rondra zum Gruße, Alte!“ rief ich und ging auf sie zu.
„Ja, ja ihr Bengel! Das hab ich gehört!“ rief sie zurück und schüttelte ihren Stock bedrohlich in unsere Richtung.
Nachdem wir uns vorgestellt hatten, sie nannte sich Janda, war sie aber sehr freundlich, fast schien sie mir ein wenig zerbrechlich. Das ganze Gewedel mit dem Stock war wohl nur ein Schauspiel um sich sicher zu fühlen. Jedenfalls machten wir gemeinsam Rast. Wir teilten unser Essen mit ihr und sie gab uns einen Schluck aus ihrer Feldflasche. „Bäääh!“ Was für ein Gesöff, mir brennt jetzt noch der Mund. Während des Essens erzählte sie uns von ihren Wanderungen. Als sie von unserem Reiseziel Felsteyn erfuhr, wurde sie kurz ruhig und nachdenklich. Dann wurde sie tatsächlich rot. Ich hätte nicht gedacht dass so eine alte Frau noch soviel Schamgefühl besitzt. Zwar erklärte sie sich nicht näher, doch denke ich verraten die Grüße, die wir an Isleif Olgardsson, den wir ja eh besuchen wollen, ausrichten sollen, alles.
Außerdem warnte uns Janda noch vor einer gefährlichen Passage in der Nähe von Felsteyn. Scheinbar gab es dort öfters Felsabbrüche, die unaufmerksamen Wanderern leicht zum Verhängnis werden könnten. Wir dankten ihr für die Warnung, versprachen Isleif die Grüße zu bestellen, wünschten ihr eine sichere Reise und machten uns wieder auf den Weg.

Einsiedlersee - Felsteyn, 29. Efferd 15

Natürlich konnte mein Wunsch nicht in Erfüllung gehen. Wieder einmal wurden wir von einer Gruppe Orks angefallen. Mittlerweile waren wir richtige Experten im vernichten der pelzigen Monster. Diesmal waren es nur sieben und sie waren mit Abstand am schlechtesten organisiert. Scheinbar hatte einer keine Geduld gehabt und war zu früh losgestürmt. Er rannte in vollem Tempo in den Tod.
Nachdem ihr Hinterhalt durch eigene Dummheit zunichte gemacht war, kamen sie viel zu vorsichtig aus dem Wald. Unsere drei Elfen konnten sie fast einzeln ins Visier nehmen. Keiner der restlichen sechs kam auch nur in die Nähe meiner Axt.
Kurz nach dem missglückten Orküberfall kamen wir dann an die Stelle die Janda gemeint haben musste. Links und rechts vom Pfad legen viele große Steinblöcke. Der Berghang zu unserer Rechten war übersäht mit großen und kleinen Felsbrocken. Es war in der Tat eine gefährliche Passage. Wir hatten es schon fast in den sicheren Wald auf der anderen Seite geschafft, als sich einer der Brocken polternd löste. Im Nu war eine Steinlawine auf direktem Weg zu uns unterwegs.
„Los! Los! Los!“ hatte Eren geschrieen und wir waren Hals über Kopf nach vorne gestolpert. Das dröhnen der rasenden Steine wurde immer Lauter.
„Ahhhh!“ plötzlich stolperte Minna. Ich drehte mich gerade noch rechtzeitig um, um sie aus dem Weg zu ziehen. Kaum hatte ich mich hinter einen Felsvorsprung geduckt, donnerte die Lawine an uns vorbei. Das war knapp!

Felsteyn, 30. Efferd 15

Wir sind heute Abend sehr spät in Felsteyn angekommen. Wir kehrten nur auf ein kurzes Abendessen in ‚Eldgrimas Stube’ ein und erfuhren dass der alte Isleif im Süden des Ortes wohnt. Aber es war schon viel zu spät um ihn noch zu stören, weshalb wir uns in der Herberge ‚Hjaldors Ruh’ einquartiert haben. Morgen wollen wir dann einmal sehen was der Olgardsson, über Hyggelik, so zu berichten hat.
#15
Den Zwölfen zum Gruße!

stormlord schrieb:Nachdem er uns wieder wahrgenommen hatte stellte er sich als Steyn Thurboldsson vor, und lud uns in seine Hütte ein.

Nennt der Eremit jemals seinen Namen? Ansonsten eine schöne Idee, sich den auszudenken.

stormlord schrieb:Ich sah wieder klar, aber es war nicht das hier und jetzt was ich sah. Tief in meinem Inneren wusste ich es ist der 27. Peraine 17. Orks stürmten das Bodirtal hinunter und überrannten die Dörfer und Städte auf dem Weg nach Thorwal. Dann wurde alles schwarz.

Das ist für mich der absolute Höhepunkt in einem ohnehin sehr stimmungsvollen Eintrag.

stormlord schrieb:Zwar erklärte sie sich nicht näher, doch denke ich verraten die Grüße die wir an Isleif Olgardsson, den wir ja eh besuchen wollen, ausrichten sollen.

Das fehlt noch etwas, z.B. ein ", alles" am Ende.
Ärger im Svellttal? Auf der Suche nach dem Salamanderstein? Dann hilft der Sternenschweif-Reiseführer von Kunar!
#16
Der erste Eintrag wurde auf Wunsch des Autors durch eine von ihm aktualisierte Fassung ersetzt.
"Haut die Säbel auffe Schnäbel."
#17
Hallo Kunar,

danke für dein Feedback. Das alles ist schon eingefügt. Und nein, der Eremit hat leider keinen Namen. Der ist eine Erfindung von mir. Ich fands irgendwie doof bei dem zu speisen ohne dass er seinen Namen nennt. Ich hatte erst überlegt, ob er selbst seinen Namen vergessen haben könnte, aber ich glaube das ist auch bei schlimmstem Alzheimer das letzte was man vergisst. Jedenfalls freut es mich dass mein Tagebuch so rege "Kundschaft" findet.

Danke Zurgrimm für die Hilfe mit dem ersten Teil.

stormlord
#18
Felsteyn - Oberorken, 1. Travia 15

Der alte Isleif Olgardsson hat sich richtig gefreut über die Grüsse von, wie er sagte, „seiner Janda“. Ich glaube die beiden müssten sich einfach mal an einen Tisch setzen um eine glückliche Zukunft zu verbringen, wenn das denn möglich ist. Ich glaube die waren mal richtig verliebt. Danach war er sehr offen mit uns und hat uns bereitwillig die rechte obere Ecke einer alten Schatzkarte gegeben. Er meinte sie würde zum Grab des Hetmans Hyggelik führen. Leider fehlen da noch einige Teile. Aber das war noch nicht alles. Der Alte wurde richtig geschwätzig. Er erzählte uns von einer Nachfahrin Hyggeliks, einer gewissen Algrid Trondesdotter aus Hjalsingor. Dann meinte er noch wir könnten mal bei Tiomar Swafnildsson vorbei fahren, wenn wir nach Manrek kommen. Der soll in Brendhil wohnen. Das ist ja nicht gerade der nächste Weg. Außerdem verwies er uns auch nach Breida zu diesem Asgrimm Thurboldsson. Der muss ja echt einiges wissen, er wurde uns nun schon zum dritten oder vierten Mal empfohlen. Wir verabschiedeten uns also vom alten Isleif und machten uns auf den Weg nach Breida.

Oberorken, 2. Travia 15

Wieder einmal übernachten wir heute in der ‚Wegrast’. Der Wirt kannte uns sogar noch. Thor musste von Aryah behandelt werden. Er hatte sich auf unserem kurzen Abstecher über den Vrala wohl etwas eingefangen. Aber unsere Waldelfin war nicht nur eine exzellente Musikerin, sondern auch kundig auf dem Gebiet der Heilung. Mit einigen Belmart Blättern und Donfstengeln konnte sie Thor einen Sud kochen, der ihn bis morgen wieder fit machen sollte.
Der Grund warum Thor überhaupt krank wurde, waren Erens Augen. Er hatte auf dem Weg nach Oberorken auf der anderen Vralaseite ein merkwürdiges Gebilde entdeckt. Wir konnten von unserer Seite nichts Genaues erkennen, außer dass es wie ein Denkmal aussah. Wir beschlossen dem ganzen auf den Grund zu gehen und zimmerten uns kurzerhand ein kleines Floss für unsere Ausrüstung. Dann zogen und schoben wir, schwimmend, das Floss auf die andere Seite. Tatsächlich war das Gebilde ein Denkmal, allerdings kein Menschliches. Es war ein orkischer Monolith, der den Göttern Tairach und Brazoragh gewidmet war. Die Namen der Götter waren mit Zwergenblut auf das Monument gepinselt worden. Einige Zwergenschädel und Knochen lagen in unmittelbarer Umgebung der unsäglichen Weihestätte.
Ich konnte Thors Wut gut verstehen als er begann das Götzenbild zu zerstören. Natürlich halfen wir ihm alle. Kaum hatten wir das Gebilde zerstört, hörten wir es im Unterholz knacken. Wutentbrannt stürmten neun mächtige Orks heran. Doch sie hatten nicht mit dem Zorn eines Zwerges gerechnet. Thor wirbelte wie ein Berserker. Er bezwang fünf Orks im Alleingang. Der Rest fiel dann den Klingen von unseren drei Elfen und mir zum Opfer.
Thor war auf dem ganzen Rückweg sehr bedrückt. Er hatte doch einige Schnittwunden abbekommen, auch wenn diese nur oberflächlich waren. Bis er dann kurz vor Oberorken erste Symptome von Sumpffieber zeigte. Der orkische Götzenschrein zeigt uns auf jeden Fall, dass diese widerlichen Kreaturen sich immer weiter ausbreiten. Hoffentlich finden wir dieses Schwert.

Rukian, 6. Travia 15

Die Bodirstrasse in Richtung Thorwal ist wirklich gut in Schuss. Wir kamen gut voran, und auch Thor hatte sich wieder vollkommen erholt. Heute Früh waren wir überrascht die Spuren einer Rotte Wildschweine zu finden, als wir unser Camp auflösten. Natürlich war sofort unser Jagdtrieb geweckt und wir schlichen, der Fährte folgend, los. Auf einer kleinen Lichtung sahen wir die Sau im Boden wühlen. Wahrscheinlich gab es hier Trüffel, zumindest aber Eicheln im Überfluss. Die Sau hatte vier kleine Ferkel bei sich und etwas abseits suhlte sich ein großer Eber im Schlamm.
Leider stand Eren auf einem Zweig als er sich aus der Deckung erhob. Der Zweig zerbrach mit einem Knacken und in Windeseile raste die Rotte in den Wald. Eren konnte nur noch eines der Ferkel erlegen. Aber auch dass sollte uns heute Abend eine saftige Mahlzeit liefern. In Rukian angekommen suchten wir dann die Herberge ‚Bornland’ auf und gaben dem Küchenchef unser Ferkel, damit er es zubereiten konnte. Während wir aufs Essen warteten erkundigten wir uns bei einem Bierchen im ‚Traviamet’, konnten aber nichts Neues über Hyggelik lernen. Der braten hat dann ausgezeichnet geschmeckt und wir werden morgen ausgeruht und wohlgenährt nach Tjoila weiterziehen.

Tjoila, 7. Travia 15

24 Heller wollte er haben, der alte Wucherer, und dann brauchte er auch noch ewig um uns über den Bodir zu schippern. Fährmänner versuchen immer einen auszurauben, weil sie wissen dass man sie auf jeden Fall braucht. Na ja, egal, wir sind ja in Tjoila angekommen. Im ‚vollen Humpen’ hat uns wieder jemand von diesen Asgrimm in Breida erzählt, hoffentlich weiß der soviel wie andere über ihn wissen.

Breida, 9. Travia 15

Der Weg nach Breida war ziemlich beschwerlich. Eine Flut hatte eine kleine Hängebrücke weggespült und wir mussten, wie schon zwischen Varnheim und Auplog, improvisieren. Aber wir sind alle Heil hier angekommen, auch wenn uns auf der anderen Flussseite zwei Waldlöwen, die wir überrascht hatten, anfielen.
In Breida selbst kehrten wir erstmal in der ‚Goldgrube’ ein um uns ein wenig umzuhören. Allerdings war das nicht von Nöten, denn die erste Person die wir kennen lernten war der berüchtigte Asgrimm Thurboldsson höchstpersönlich. Er wollte aber lieber zuhause mit uns reden und lud uns auf einen selbst gemachten Eintopf ein. Der war ausgezeichnet.
Asgrimm erzählte dann ewig von seinem ach so tollen Großvater, der scheinbar als einziger die berühmte Orklandexpedition von Hyggelik überlebt hatte. So oft wie er es ohne Grund abstritt, scheint sein Vorfahr einfach getürmt zu sein. Zu guter letzt hat er dann doch noch wertvolle Informationen gehabt. Er meinte wir sollten mal bei Hjore Ahrensson in Ottarje vorbeischauen, der wüsste eine Menge über Hyggelik. Außerdem soll es in Vidsand eine Nachfahrin des großen Hetmans leben, eine gewisse Ragna Firunsdotter. Wir werden sehen was die wohl so zu erzählen haben. Auf jeden Fall haben wir neue Spuren und im ‚Wegkreuz’ ein komfortables Bett für die Nacht.

Vaermhag, 14. Travia 15

Nach einigen Tagen Fußmarsch über Serske, leider hatten wir diesmal kein Jagdglück und das angeschossene Wildrind entkam, und Thorwal haben wir heute Vaermhag erreicht. Wir haben uns entschieden diesen Hjore in Ottarje als nächstes aufzusuchen.
Hier in Vaermhag haben wir uns mal im ‚Küstennebel’, umgehört und von einer gelehrten Namens Eliane Windbek in Varnheim gehört. Die soll alles Mögliche wissen. Nachdem wir eh durch den Ort müssen werden wir mal bei ihr anklopfen. Leider kann ich das Lob für die Taverne im Ort nicht auch für die Herberge verteilen. ‚Zum Tempel’ heißt der Ort wo wir uns Zimmer gemietet haben, doch leider ist es eher ein Tempel für Flöhe. Ich schlafe heute Nacht auf dem Boden!

Varnheim, 16. Travia 15

Im Pelikan hatten wir erfahren, dass Eliane im Norden der Stadt wohnt. Überrascht war ich ja schon, und ich glaube wohl die anderen waren es auch, so eine junge Frau anzutreffen. Nach den Erzählungen über eine Gelehrte in Varnheim, hatten wir wohl alle instinktiv an jemand alten gedacht. Jedenfalls hatte sie eine Menge zu erzählen.
Zuerst dachte ich schon, das wird nix, als sie von Asgrimm Thurboldsson in Breida anfing, aber danach wurde es nur noch besser. Sie meinte in Phexchaer würde ein Verwandter des alten Hetmans wohnen, ein gewisser Alrik Derondan. Mal sehen wann wir dorthin kommen. Außerdem sollten wir mal zu Yasma Thinmarsdotter in Clanegh reisen, die hätte wohl ein altes Erbstück von Hyggelik.
„Wenn ihr Glück habt, dann trefft ihr irgendwo Swafnild Egilsdotter. Die ist ständig auf ihrem Schiff ‚Hjallandsstolz’ unterwegs.“ Sagte sie noch. Nach kurzem Zögern sagte sie dann noch, dass sie eine Karte hätte, die zum Grab von Hyggelik führen soll. Wahrscheinlich ein Teil von unserer Karte. Aber die will sie nur herausrücken wenn wir ihr einen Gefallen tun. Sie hat uns gebeten einen Kult, der dem Namenlosen geweiht ist, zu zerschlagen. Deren Tempel soll auf Hjalland liegen. Natürlich haben wir eingewilligt, wir brauchen ja diese Karte. Wenn wir ein Schiff finden geht es morgen los.

Ljasdahl, 23. Travia 15

Wo ist nur dieser Tempel. Langsam wird es frustrierend. Seit sechs Tagen stapfen wir nun schon kreuz und quer über diese verfluchte Insel hinweg. Wir waren ja schon am 17. mit der ‚Beorn Beornssen VII’ nach Ljasdahl übergesetzt. In diesem Inselnest scheint aber keiner etwas über diesen blöden Tempel zu wissen. Entweder die wissen wirklich nichts, oder die hängen da alle mit drin. Ich hoffe inständig auf ersteres, sonst kommen wir nicht mehr Lebend von dieser Insel.
Am zweiten Tag sind wir dann zum ‚Hjallander Hof’ marschiert, doch dort gab es nur einen Bauernhof, dessen Bewohner nicht sehr gesprächig waren. Am 19. waren wir dann losmarschiert auf unsere Tour rund um die Insel. Aber gefunden haben wir nichts. Gut, einen Hirten am ersten und einen Krämer am letzten Tag. Die konnten uns aber auch nichts über den Kult erzählen. Beide schienen an Geister zu glauben, denn sie erzählten beide von einem alten Stall in dem es einmal im Monat umgehen soll, wann und wo das genau ist, wussten sie natürlich nicht. Aber das Wort ‚Aufgabe’ kennen wir alle nicht. Morgen werden wir noch einmal diese Insel durchkämmen.

Ljasdahl, 27. Travia 15

Wir haben den Tempel der Kultisten dann doch noch gefunden. Er war tatsächlich unter einem alten, verrotteten Stall versteckt. Die Tatsache dass ich darüber berichten kann verrät schon dass wir da unten lebend herausgekommen sind, aber es war knapp.
Natürlich war der Tempel kein wirklicher Tempel wie man ihn von den Zwölfen her kennt, sondern eher eine Art Kellergewölbe. Schon hinter der ersten Tür trafen wir auf einen sehr überraschten Kultisten. Noch bevor er wusste wer wir waren und warum wir hier waren lag er blutend am Boden. In einer Nische in dem Raum stand eine Statue des Namenlosen Gottes, die wir natürlich prompt zerschlugen. Ich denke das war ein Fehler.
Durch den Krach, den wir dabei machten, wurden zwei weitere Kultisten angelockt. Die beiden Streuner waren bei Weitem nicht so überrascht wie ihr Vorgänger und bereiteten uns einige Mühen. Minna missglückte ein Zauber und sie musste diesen Fehler mit einigen bösen Wunden bezahlen. Trotzdem konnten wir die beiden überwältigen und zerstörten eine weitere Statue in diesem Raum.
Hinter der nächsten Tür trafen wir auf eine kleine Gruppe der Sektenmitglieder. Drei Streuner stürmten Klingen schwingend auf uns zu, während zwei Thorwaler ihre Bögen zückten. Als wir unter dem Pfeilhagel zurückwichen, versuchte ein Krieger zu fliehen. Eren reagierte blitzschnell. Er murmelte einige Worte und plötzlich blieb der Flüchtende mitten in der Bewegung regungslos stehen. Es wäre uns sicher schlecht bekommen hätten wir den Kerl entkommen lassen. Ich bin mir sicher er wollte einen Alarm auslösen.
In der Zwischenzeit hatten sich Aryah und Tanya hinter dem Türrahmen verschanzt und konnten schnell die beiden feindlichen Schützen ausschalten. Thor und ich konnten dann jeweils einen der Angreifer aufhalten, während sich Eren um den dritten kümmerte. Leider konnten wir aus dem fliehenden Krieger nichts heraus bekommen. Er brabbelte nur sinnloses Zeug. Letztendlich mussten wir auch ihn beseitigen. Wir konnten ihn ja nicht als Warnung mitten im Raum stehen lassen.
Da wir hier nichts außer einer Leiter nach unten fanden, begaben wir uns wieder ins Zentrum des Kellers. Wir fanden einen kleinen Vorraum, von dem aus wir eine Gruppe Kultisten bei einem Ritual beobachten konnten. Sie waren nur zu fünft und wir hatten den Vorteil der Überraschung auf unserer Seite. Noch aus dem Vorraum heraus feuerten unsere drei Schützen auf die drei Streuner im nächsten Raum. Thor und ich stürmten die große Halle und Minna feuerte einen Lichtblitz auf die Kultisten ab. Gemeinsam konnten wir die Sektengruppe schnell überwinden und Kampfunfähig machen. In allen vier Ecken des Raumes standen wieder diese Statuen des Namenlosen, die wir natürlich so gleich zerstörten.
Im Westteil des Kellers trafen wir noch zwei korrumpierte Thorwaler, die wir jedes Mal schnell überwältigen konnten. Leider übersahen wir, beim Zerschlagen von weiteren Statuen, eine Falle. Thor und Minna wurden böse getroffen. In einem geheimen Raum fanden wir einen kleinen Hebel. Wir hätten nicht daran ziehen sollen. Ich bin mir sicher, dass wir damit eine Falle aktiviert haben. Auf dem Weg zurück in den Ostteil wurden wir von einer weiteren Armbrustfalle überrascht. Die war vorhin noch nicht da gewesen. Minna wurde wieder getroffen, aber diesmal mussten wir auch Tanya und Aryah von zwei Bolzen befreien.
Im Südosten fanden wir die Speisekammer der Sekte und direkt daneben die Latrine. Dort überraschten wir einen Gläubigen mit nicht nur sprichwörtlich herunter gelassenen Hosen. Der Thorwaler starb noch im sitzen mit einem Pfeil im Hals. Im Nordostteil fanden wir noch eine dieser blasphemischen Statuen und eine Schatztruhe. Mit etwas Mühe konnte Thor diese öffnen und brachte einen goldenen Schild, den Minna sofort an sich nahm, und einige wertvolle Schmuckstücke zum Vorschein. Danach begaben wir uns ein Geschoss tiefer.
Am Fuße der Treppe liefen wir direkt zwei Krieger-Kultisten in die Arme. Zum Glück hatte ich einen Dolch im Gürtel, den ich meinem Angreifer in den Nacken stieß. Minna reagierte blitzschnell und setzte ihren neuen Schild ein. Sie traf den Krieger mit voller Wucht am Kopf und der sank bewusstlos zu Boden. Wieder fanden wir einige Statuen, aber auch eine erneute Bolzenfalle. Wieder wurden Thor und ich getroffen. Mittlerweile blutete ich aus zahlreichen Wunden. Den anderen ging es da aber nicht viel besser.
Hinter der nächsten Tür fanden wir das Waffenlager der Sekte und vier weitere verwirrte Seelen. Sie hatten wohl nicht mit einem Angriff gerechnet, reagierten aber trotzdem gut. Alle vier suchten nicht erst nach Waffen, sonder schwangen diejenigen, an denen sie gerade arbeiteten. Das war zwar besser als ein unbewaffneter Kampf, doch gegen unsere gute Ausrüstung waren sie doch deutlich unterlegen. Dennoch schafften sie es Eren und Tanya zwei üble Schnitte zu verpassen.
Leichter sollte es auch von hier an nicht werden. Wir versorgten schnell unsere Wunden, soweit das hier eben ging und machten uns wieder auf. Schon hinter der nächsten Tür wartete ein Priester des Namenlosen Gottes auf uns. Kaum hatten wir den Raum betreten murmelte er eine magische Formel und der Krieger der bei ihm war lief wie ein Berserker auf uns zu. Minna feuerte sofort eine Feuerlanze auf den Priester ab, doch erst als Eren und Tanya dasselbe taten konnten sie den Zauberer ausschalten. Thor und ich sprangen zur Seite und ließen der Berserker zwischen uns. Auch als Aryah ihr Schwert zückte und uns zur Hilfe kam, hatten wir noch einige Mühe den, mit übermenschlicher Kraft, kämpfenden zu überwältigen. Eigentlich kann man von überwältigen gar nicht sprechen. Am Ende blutete er aus unzähligen Wunden; uns ging es da nicht anders. Er fiel erst um, als meine Axt sein rechtes Bein abtrennte. Natürlich mussten wir auch hier einige Statuen zerstören.
Im Gang nach dem Priesterangriff kamen uns zwei Thorwaler entgegen gerannt. Sie hatten offensichtlich unseren Kampf mit dem Priester gehört. In ihrer Hast waren sie allerdings keine Gegner für die Pfeile von Aryah und Tanya.
In einem nach Norden führenden Flur konnte Thor dann eine geheime Tür öffnen, hinter der wir erstmal wieder in eine Falle liefen. Langsam wurde es richtig ernst. Wenn wir hier nicht bald raus kamen würden wir es gar nicht mehr schaffen. In einem kleinen Zimmer stand eine hölzerne Truhe, auf der ein seltsamer Kristall leuchtete. Plötzlich begann der Kristall zu pulsieren. Rauch stieg auf! Aus dem Nebel drang ein unheimliches Stöhnen. Thor wurde blass und stotterte: „We… we…weg hier!“
Der Rauch wurde immer dicker und begann sich zu drehen. Plötzlich stand ein schwarzer Dämon vor uns. Der Heshtot ließ seine Peitsche zucken. Wie ein Feuerstift leckte sie über meine Brust. Es brannte schlimmer als jedes Feuer. Minna stach ihren Zauberstab mitten ins Herz des Dämons. Mit einem gellenden Schrei löste er sich in Luft auf. Der ganze Raum schien auf einmal eine Nuance heller. Der Kristall war immer noch da und Minna schleuderte einen Feuerball gigantischer Intensität auf die Truhe. Es dauerte eine ganze Weile bis wir alle wieder klar sehen konnten, so hell war der Feuerball gewesen. Dann hörten wir alle ein leises knacken und langsam krochen feine Risse über den Kristall. Wieder knackte es und der Stein bröselte in feinsten splittern zu Boden. Zu unserer Enttäuschung war die Truhe darunter wohl leer gewesen, jedenfalls konnten wir in ihren Trümmern nichts von Wert finden. Zu allem Übel hatte der Feuerball Minna viel Kraft gekostet, sie nahm zwar einen Trank zu sich, der ihre astralen Kräfte etwas auffrischen konnte, aber sie würde heute nicht mehr viel Magie anwenden können.
Da wir in einem westlichen Raum, von einem Felsblock, der eine Tür blockierte, aufgehalten wurden, musste Minna einen Teil ihrer letzten Energiereserven dazu nutzen uns auf die andere Seite zu teleportieren. Dieser Einsatz hatte sich aber gelohnt, da wir am Ende des Ganges den Altarraum des Tempelgewölbes entdeckten.
Wir waren wohl genau in ein wichtiges Ritual geplatzt. Zwei, ganz in rot gekleidete, Priester und vier Kultisten griffen uns erbost an. Wie schon zuvor versuchten die Priester die beiden Krieger mit ihrem Berserkerzauber zu belegen. Doch diesmal waren wir vorbereitet. Eren und Tanya bewiesen ihr können. Einer der Priester fiel röcheln zu Boden. Tanyas Pfeil hatte seinen Hals durchschlagen. Der zweite Priester brachte nur ein lautes Gähnen hervor, er war Erens Schlafzauber zum Opfer gefallen und weilte nun in der Welt der Träume. Die beiden Streuner versuchten zwar noch ihre beiden Kriegerkumpane mit ihren Bögen zu unterstützen, doch die beiden Krieger kämpften ohne Herz. Scheinbar hatten sie mit dem Berserkerzauber gerechnet und fühlten sich ohne hilflos. Zwar waren auch wir nicht im Vollbesitz unserer Kräfte, doch wir waren in der Überzahl. Diese konnten wir gut ausnutzen und bald stand nicht einmal mehr der schlafende Priester.
Natürlich standen um den Altar herum auch wieder diese unsäglichen Statuen, die wir gemeinsam mit dem Altar zerschlugen. Dabei fanden wir in dem Altar eine kleine Statue, die wir Eliane als Beweis unserer Tat mitbringen wollen. Wir wollten uns gerade aufmachen dieses dunklen Keller zu verlassen, als Thor uns zum verweilen aufforderte.
„Wartet mal! Ich hab da was gesehen.“, sagte er und machte sich an der Westwand zu schaffen. Schnell hatte er eine versteckte Tür geöffnet, hinter der wir den Hohepriester dieses Kultes vorfanden. Er hatte uns wohl bei unserem zerstörerischen Werk gehört. Jedenfalls schleuderte er mir sofort eine Feuerkugel ins Gesicht. Ich konnte gerade noch rechtzeitig meine Axt hochreißen, doch die Flammen erreichten mich trotzdem. Dank des Irren hab ich jetzt kaum noch Haare. Na ja, die wachsen nach. Unserer Überzahl hatte er danach jedoch nicht mehr viel entgegen zu setzen. In seiner Kammer fanden wir eine Mitgliederliste seiner Sekte und eine kleine Truhe. In der lagen einige wertvolle Schmuckstücke, 250 funkelnde Dukaten und einen silbernen Stirnreif. Minna sagt, der erhöht die magische Widerstandskraft. Er steht ihr richtig gut.
Mit letzter Energie hatte uns Minna dann wieder an dem Felsblock vorbei teleportiert und wir waren über die Leiter wieder nach oben ans Licht gelangt. Den Zwölfen sei Dank, das Licht hat uns wieder! Wieder in Ljasdahl angekommen haben wir erstmal die erbeuteten Schätze zu Geld gemacht und uns im ‚Haus Hjalland’ einquartiert. Leider wird erst morgen ein Schiff zurück nach Varnheim fahren.

Varnheim, 28. Travia 15

Auf der ‚Hjalding’ waren wir heute endlich wieder von dieser düsteren Insel herunter gekommen. Hoffentlich haben wir diesen bösen Kult komplett vernichtet. Eliane jedenfalls war beeindruckt. Aber wir waren wohl zu einem ungünstigen Zeitpunkt gekommen. Sie hatte wohl gerade Herrenbesuch. Jedenfalls öffnete sie die Tür in ein Laken gehüllt und drückte uns nur schnell das versprochene Kartenstück in die Hand. Es passt genau an den unteren Rand unserer Karte. Super! Dann verschwand sie mit einem eiligen „Danke, bis bald!“ hinter der Tür. Grinsend begaben wir uns in die ‚Herberge Varnheim’ um unsere Wunden zu pflegen.
#19
Den Zwölfen zum Gruße!

stormlord schrieb:Er hatte sich auf unserem kurzen Abstecher über den Thossel wohl etwas eingefangen. (...) Er hatte auf dem Weg nach Oberorken auf der anderen Thosselseite ein merkwürdiges Gebilde entdeckt.

Der Fluss, der aus den Hjaldorbergen in den Bodir fließt, heißt Vrala. Die Thossel liegt auf der anderen Seite der Berge. Eventuell werden ab und zu falsche Flussnamen im Spiel angezeigt. Ich habe das aber noch nicht überprüft, sondern nur als vage Vermutung im Hinterkopf.

stormlord schrieb:Hier in Vaermhag haben wir uns mal in der ‚Goldgrube’, sie macht ihrem Namen alle Ehre, umgehört und von einer gelehrten Namens Eliane Windbek in Varnheim gehört. Die soll alles Mögliche wissen.

Die Taverne in Vaermhag heißt Küstennebel. Die Goldgrube befindet sich in Breida.
Ärger im Svellttal? Auf der Suche nach dem Salamanderstein? Dann hilft der Sternenschweif-Reiseführer von Kunar!
#20
Kunar schrieb:Der Fluss, der aus den Hjaldorbergen in den Bodir fließt, heißt Vrala. Die Thossel liegt auf der anderen Seite der Berge. Eventuell werden ab und zu falsche Flussnamen im Spiel angezeigt. Ich habe das aber noch nicht überprüft, sondern nur als vage Vermutung im Hinterkopf.

Also, im Spiel hieß der Fluss in der Textbox Thossel. Ich hab mich da schon ein wenig gewundert, weil Thoss ja ganz woanders liegt. Ich denke ich hätte es wohl besser nachgeschlagen, als mich einfach auf das Spiel zu verlassen. Wird geändert!

Kunar schrieb:Die Taverne in Vaermhag heißt Küstennebel. Die Goldgrube befindet sich in Breida.

Danke, das war ein Copy- und Paste-Fehler in meiner Exceldatei. Ist schon geändert!




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