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Midi Musik statt CD Musik verwenden
#22
(09.05.2015, 10:16)Rabenaas schrieb: Sind die Soundfonts wirklich so unterschiedlich? Ich dachte, das hauptsächliche Problem wäre, wenn Musik für MT32 mit einem General MIDI-Gerät abgespielt wird.

Ja, dies ist halt das Prinzip von General Midi - man definiert 128 Klänge und Sounds, aber was der einzelne Hersteller / Produzent daraus macht, ist ihm überlassen - daher klingt General Midi oft so unterschiedlich. So Du SF2-Soundfonts verwenden kannst, wirst Du finden, dass z.B. die tolle Midi-Musik von Sternenschweif mit am besten mit einem guten an das Roland SC-55 angelegten Soundfont funktioniert, vor allem z.B. dem SC-55 Soundfont von Patch93 (siehe auch z.B. die DOOM-Musikclips mit diesem Soundfonts unter Youtube - mit vielen anderen Soundfonts, auch wenn sie gut sind (oder sein sollen), gewinnst Du dort kaum einen Blumentopf). Mit einem anderen beliebten und guten, Fluid R3, klingt Sternenschweif etwas anders, wenn auch nicht schlecht.

Ein weiteres gutes Beispiel ist die absolut herrliche Midi-Musik von Tie Fighter (z.B. Concourse und Tech Room). Auch hier ist das oben erwähnte SC-55-Soundfonts (von denen, die ich ausprobiert habe) das einzige, das an ein echtes Roland-Modul herankommt. Vor allem ist es das einzige, das entsprechenden Bass-Punch hat, der mit der Hardware-Version vergleichbar wäre. Alle anderen, die ich ausprobiert habe, waren teils auch nicht schlecht, aber halt doch basstechnisch etwas schwach auf der Brust. Irgendwie fehlte halt doch etwas ;-).

Nach soviel Lob jedoch auch Kritk. Bei Day of the Tentacle z.B. hat besagtes SC-55-Soundfont ein paar kleine Schwächen. Hier gefiel mir FluidR3 (und natürlich auch das echte SC-55) teilweise besser.

Umgekehrt bekommt man fast schon Kopfschmerzen (nein, kein Witz), wenn man Battle Isle 2 mit FluidR3 ausprobiert. Es klingt zwar gut, aber bei diesem Spiel irgendwie zu aufdringlich (vor allem bei zwei bestimmten Karten - GEGIDOS und FITORGE (es gibt jeweils zwei Stücke die bei diesen beiden Karten jeweils alternativ gespielt werden - für das jeweils andere einfach das Spiel neu starten und hoffen, dass das jeweils andere Stück kommt)). Man kann sich irgendwie nicht auf das Spiel konzentrieren. Auch hier funktionieren das oben erwähnte SC-55-Modul und natürlich das echte SC-55 deutlich besser.

Auch bei Sam and Max hit the Road ist das echte SC-55 sehr nah an den Audio-Tracks auf der CD (habe sie auch noch ;-))

Pirates Gold! (inklusive General Midi-Patch!) und Colonization klingen auch absolut herrlich mit dem echten SC-55.


Kurzum, nach vielem Herumprobieren, habe ich auf Ebay zugeschlagen, als sich eine gute Gelegenheit ergab, ein echtes SC-55 (aus England - zwar mit UK-Netzteil, aber wofür gibt es entsprechende Konverter) aus einer anscheinend zuverlässigen Quelle zu bekommen, ohne ein Vermögen für Versand und womöglich (!!!) noch Zoll (die meisten werden dort bekanntlich mit Versandadressen in Japan und den USA angeboten) zu zahlen.

Lange Rede kurzer Sinn, die Wahrscheinlichkeit, den Heiligen Gral zu finden, ist größer, als ein Soundfonts oder Midimodul (inkl. Karten), das mit allem perfekt klingt. Auch Größe (manche Soundfonts gehen ja bekanntlich bis jenseits der Gigabyte-Grenze) macht hier keinen Unterschied. Und ich habe wirklich schon einige Soundfonts ausprobiert!

Ein weiterer Aspekt sind Midi-Lags. Zumindest auf meiner Soundblaster X-Fi (PCI und PCI Express, besonders in meinem i7-3770 ist der Hardwaremodus der X-Fi (via Alchemy / OpenAL) mit Soundfonts unter DOSBox zu langsam (ja, auch DOSBox unterstützt DirectSound im Hardware-Modus! - kann man daran sehen, dass man im Software-Modus die Puffer teilweise höher stellen muss bei hohen Zyklen-Werten) - der Software-Modus funktioniert hier deutlich besser)) klangen Soundfonts, wenn man die Zyklen unter DOSBox zu hoch drehen musste, wie in Zeitlupe. Auch hier sind Hardware-Module deutlich weniger anfällig, was nicht heißen soll, dass man ganz davor gefeit ist. In meinem alten Pentium 133 hatte ich teilweise auch ein kleines Lag-Problem, trotz Hardware-Modul. Eventuell war die Tatsache, dass mein Roland SCB-7 Wavetable-Modul über eine ISA-Karte (gleich ob SB16 oder Terratec Maestro 32/96) lief, das Problem. Auch mit dem SC-55 kann man es teilweise, wenn auch in sehr viel kleinerem Maßstab, beobachten, aber dann kann man halt ggf. die Zyklen unter DOSBox ein kleines bisschen runtersetzen. Hier hat der Software-Kram von Microsoft einen deutlichen Vorteil. Klanglich mag vielleicht noch deutlich Luft nach oben sein, aber er ist schnell. Von Lag keine Spur.


(Ich habe beispielsweise auch die englische Version von Schicksalsklinge von GOG ausprobiert und musste überrascht feststellen, dass, wenn man die CD-Audio-Musik der deutschen Version als Maßstab nimmt, das SC-55 im MT-32-Modus (umschaltbar mit z.B. SCMode unter DOSBox) besser klang als mein echtes MT-32.)
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RE: Midi Musik statt CD Musik verwenden - von patricklibuda - 09.05.2015, 13:00



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