24.03.2012, 14:57
(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Ich glaube keiner möchte das "Raubmordkopieren" rechtfertigen."Raubmordkopieren"

(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Es geht doch viel mehr um die Art wie es bekämpft wird. Und da kriegen defacto die Rechteverwerter meiner Meinung nach momentan den Hals nicht zu voll.Wie etwas unrechtes bekämpft werden kann, regeln die einschlägigen Gesetze des Landes, und dass jemand seine Rechte wahrnimmt, kann man ihm nicht vorwerfen, auch wenn es sich um soetwas böses wie die Contentmafia handelt.
(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Auf Kassetten und CD/DVD-Rohlinge bezahle ich eine Abgabe die die Rechteverwerter bekommen. Warum das nicht auch für Streamingdienste einführen?Das ist genau das, was Regener und die GEMA verlangen, Google (und auch viele Nutzer) aber verweigern: einen Fixbetrag für jeden Stream.
(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Meine Rechte im Urheberecht als Verbraucher werden Jahr für Jahr immer mehr zu meinen Ungunsten beschnitten und irgendwann hört der Spaß nunmal auf.
Streng genommen hast Du als Nichturheber auch keine Urheberrechte! Du hast Nutzungsrechte, und welche man Dir einräumt, kann der Urheber theoretisch frei bestimmen. Wenn es Dir nicht gefällt, verzichte auf den Konsum, es gibt genug "freie" Werke.
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb:Das ist richtig, kann man aber eben auch in die andere Richtung interpretieren: Das Recht auf Privatkopie machte (nur) in einer Welt Sinn, in der es keine verlustfreien Kopien gab; bezogen auch das Internet muss es daher geändert, ergo abgeschafft werden.(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Dieses Argument Rechtfertigt die Selbstjustiz natürlich auch nicht, allerdings versäumt es der Gesetzgeber auch ganz klar, hier sozial gerechtfertigte Regelungen mit denen beide Seiten leben können zu etablieren.Dem kann ich nur zustimmen, unser Urheberrecht ist auf das Internetzeitalter einfach nicht mehr zugeschnitten ...
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb: und die Schritte in diese Richtung fallen sehr einseitig zu Lasten der Benutzer und zu Gunsten der Verwerter aus.Da ich ein paar "Kunstschaffende" als Bekannte habe, ist mein Facebook in den letzten Tagen mit Kommentaren zu Regeners Rant regelrecht geflutet worden, und ein Punkt ist, dass die es genau anders herum sehen: Durch das Internet UND die Möglichkeit der unbegrenzten Kopien ist eine eigentlich nicht vorgesehene, dramatsiche Verschiebung zu Gunsten der Verbaucher enstanden, die dringendst korrigiert werden muss.
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb: Die faktische Abschaffung des Rechts auf Privatkopie durch Ausschluß von Internetveröffentlichungen und Schutz von Kopiervorrichtungen ist ein Beispiel dafür. Das ist wohl einer der Gründe, weshalb die Piratenpartei diesen kaum vorstellbaren Sprung über die 5%-Hürde zu nehmen scheint.
Dass etwas als ungerecht empfunden wird, heisst aber noch lange nicht, dass es auch zwangsweise geändert werden muss, selbst wenn eine dafür stehende Partei gewählt wird.
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb:(24.03.2012, 09:14)Malefitzfetz schrieb: Wenn es alternative Angebote im Netz gäbe würde die Quote auch deutlich sinken. Auf Kassetten und CD/DVD-Rohlinge bezahle ich eine Abgabe die die Rechteverwerter bekommen.Da wäre ich allerdings nicht ganz so optimistisch. Im Internet für etwas bezahlen zu müssen, ist noch nicht hinreichend akzeptiert und etabliert in Konsumentenkreisen. Wenn es kostenlose illegale und kostenpflichtige legale Angebote nebeneinander gibt, dann wird ein ganz großer Teil nicht den Idealismus aufbringen, in den Geldbeutel zu greifen, solange für die andere Option keine Konsequenzen drohen.
Da bin ich auch sehr pessimistisch, denn es ist eigentlich eine sehr menschliche Eigenschaft, nach dem möglichst effizientesten Weg zu suchen, etwas zu bekommen, und wenn es etwas umsonst gibt, wird sich ein Bezahlmodell höchstens dann durchsetzen, wenn es sehr viel praktischer ist.
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb: Daher meine ich auch, daß das letztlich nur sinnvoll über eine Pauschalabgabe geregelt werden kann.Angesichts der Tatsache, wie sehr schon gegen die GEZ-Gebühr Sturm gelaufen wird, habe ich wenig Hoffnung, dass das hinterher auch wirklich akzeptiert wird. Es wird adnn wieder ne Menge Schreihälse geben, die von Zwang und Bevormundung reden. Nebenbei sehe ich das auch insofern kritisch, dass es aus meiner Sicht sinnvoll ist, wenn eine Gesellschaft frei entscheidet, wessen Werke sie konsumiert (=bezahlt) und wieviel sie insgesamt dafür ausgibt. Und letzterer Punkt wäre nicht mehr gegeben: Theoretisch würde jedes Jahr die gleiche Summe in Kultur investiert, egal ob unterm Strich viel Schund oder ne Menge genialer Werke produziert wurde. Da fehlt mir die Lenkungswirkung des Leistungsanreitzes. Außerdem müsste man ein umfangreiches Überwachungssytem einrichten, wer wie oft was konsumiert, um die Verteilung regeln zu können, und man muss verhindern, dass Künstler ihre eigenen Werke automatisiert nutzen, um höhere Einnahmen zu generieren.
(24.03.2012, 09:58)Zurgrimm schrieb: Das klassiche Verbietungsrecht des Berechtigten wird dadurch natürlich eingeschränkt, aber das ist eine Entwicklung unserer Zeit, die man nicht aufhalten kann und sollte. Wer nicht will, daß sein Werk im und über das Internet verbreitet wird, der sollte keine digitale Version davon in die Welt setzen.
Ich finde, mit solchen Aussagen macht man es sich zu einfach. Man sollte grundsätzliche Rechte nicht an technische Errungenschaften anpassen oder daran ausrichten. In meinen Augen sollte ein Kunstschaffender weiterhin seine Rechte behalten können. (Nur weil es mittels Telefon und Internet einfacher geworden ist, jemanden zu beleidigen, haben wir das ja auch nicht aus dem Strafkatalog genommen). Und das niemand seine Werke offenbaren muss, greift zu kurz: Wer damit Geld verdienen muss, muss es in irgendeiner Form zur Verfügung stellen, und kann, selbst wenn er es nicht in digitaler Form anbietet, nicht verhindern, dass es digitalisiert und verbreitet wird. Klassisches Beispiel: Das Einscannen von Büchern, die es nicht digital gibt.
(24.03.2012, 11:23)Malefitzfetz schrieb: Ich meinte damit ja auch nicht unbedingt kostenpflichtige Inhalte. Aber ich denke sich mit vielen Unterschiedlichen Firmen individuell zu einigen wird auch nicht funktionieren. Klar könnte sich Google z.B. mit der Gema einigen. Sinnvoller fände ich es aber wenn sich eine Haushaltsabgabe etablieren würde, die den Rechteverwertern zugute kommt. Das Internet ist und soll auch kein rechtsfreier Raum sein, da gebe ich dir vollkommen Recht!
Gegen die Haushaltsabgabe werden genau die Sturm laufen, die sie jetzt fordern. Jeder wird zum einen argumentieren, dass sie zu hoch ist (egal wie hoch sie ist) und zum zweiten sagen, dass er nicht für dies oder das mitbezahlt, dass es nicht wert ist/ ihm nicht gefällt. Siehe die Diskussion zu Rundfunkgebühr!