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Unterwegs mit Zwergen
#1
Der Hintergrund der Gruppe

Die Magierin heißt Althea. Sie entstammt einer Händlerfamilie aus Beilunk. Sie ist ein bisschen verwöhnt aufgewachsen, und hat sich aber nie besonders für das Geschäft ihres Vaters interessiert. Da sie eine magische Begabung zeigte, gingen sie in den Süden auf Artefaktakademie in Kunchom, etwas, das in den Augen ihres Vaters Gnade fand. Nachdem sie die Akademie abgeschlossen hatte, sandte ihr Vater sie mit einem ihrer Schiffe auf eine Reise um den Kontinent um einen seiner Geschäftspartner im entfernten Thorwal zu besuchen. Wahrscheinlich erhofft er sich, sie in das Geschäft der Familie einzubinden. Althea ist eine sehr charismatische Person, mit Eleganz und Agilität. Die Prägung ihrer Akademie hat ihr ein geschultes Auge für den Wert weltlicher Dinge eingebracht. Im inneren ihres Herzens ist sie aber eine Romantikerin, die den Sagen der Vergangenheit ind den Balladen der Gegenwart lauscht. Während sie gedankenverloren die Saiten ihrer Laute zupft, träumt so von Reisen voller Abenteuer.

Der zwergische Streuner heißt Furka. Er ist als Handwerker im Haushalt ihres Vaters, er ist Handwerksgeselle, tätig. Er hat Althea von Kindheitsbeinen an aufwachsen sehen. Und da er selbst für einen Zwerg verhältnismäßig jung ist, hat sich so etwas wie ein geschwisterliches Verhältnis entwickelt. Furka ist ein geselliger Kerl, den man abends bei einem frischgezapften Bier und einem Kartenspiel in den Gesindehäusern oder in einer Taverne der nahen Stadt antreffen kann. Er hat sich an das Leben in der Menschenwelt gewöhnt, auch wenn es mit dem Garethi nicht so recht klappen will. Im Haushalt ihres Vaters ist er sowas wie der Zwerg für alles in einer Hausmeisterrolle. Als Athea ihre Studien abgeschlossen hatte, hatte ihr Vater Furka auf einer der Koggen der Handelsgesellschaft losgeschickt, um sie auf dieser Reise abzuholen.

Kommen wir zu den drei zwergischen Brüdern. Keldi, Hurdin und Tondar hatten sich einer zwergischen Minengemeinschaft angeschlossen. Hurdin als Bergmann, Keldi als Bergwächter, Tondar für den Holzschlag, ein "oberirdischer" Zwerg also. Als die Ausbeute nach einigen Jahren zur Neige ging, Wir sahen die drei sich gezwungen weiter zu ziehen, Worauf sie die zwergische Wanderlust packte. Etwas ziellos in der Welt der Menschen, trafen Sie in einer Hafenkneipe auf Althea und Furka. In einer sich entwickelnde Schlägerei zwischen Seemännern und Flussschiffern, jetzt fangt die Gruppe an, sich gemeinsam zu behaupten, Bevor Sie das Weite suchten. Nun sind Zwerge Zwerge und Furka hatte das, was den anderen drei fehlte, den Draht zur Menschenwelt und menschliche Begleitung. Ab da waren die fünf gemeinsam unterwegs.

Hurdin ist am einfachsten zu beschreiben. Er redet nicht viel. So etwas wie ein Stoiker, wenn man den Begriff auf Zwerge anwenden kann. Er ist hart arbeitend, endlos belastbar und greift dramatisch zu, wo es nötig ist. Keldi ist einer von denen, die in jeder Situation alle möglichen Optionen im Blick behalten. Alle Ausgänge und jede Bewegung in der Umgebung. Er hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt, und scheint Althea und Furka als die jüngsten seiner Familie wahrzunehmen. Tondar ist  von den dreien der unabhängigste und beweglichste und hat auch kein Problem damit, sich von der Gruppe zu entfernen. Die drei halten zusammen wie es nur zwergische Brüder tun, wobei es eher so ist, dass Althea und Furka die drei adoptiert haben. Drei verlorene Zwerge, wie Althea in ihr Tagebuch schrieb.

Kommen wir zum letzten Teil der Gruppe. Einen halben Kontinent entfernt in der Hafenstadt Havenna. Dort traf diese Gruppe Zwerge, plus Mensch, einen stillen und zurückgezogenen Angehörigen Ihres Volkes. Dieser Zwerg mit dem Namen Archon suchte eine Schiffspassage, und er schien nicht sehr wählerisch zu sein, solange das Schiff am nächsten Tag auslaufen würde. Und wie gesagt, Zwerge sind Zwerge. Auch wenn dieser Zwerg, wie Tondar bemerkte, ganz und gar unzwergisch daherkam. Archon scheint die Welt sich herum nur aus den Tiefen des Schattens seiner Kapuze wahrzunehmen. Er ist das, was man einen urbanisierten Zwerg nennen würde. Nicht zu menschlich, aber unauffällig. Abends sitzt er abseits, häufig über einem Buch, oder eingehüllt in den Rauch seiner Pfeife. Er redet nicht viel über seine Vergangenheit. Eigentlich redet er gar nicht viel. Aber wenn er mal redet, dann redet er mit wohlgewählten Worten. Der Mannschaft des Schiffes machte er sich schnell beliebt, weil er sich mit allerhand Wehwehchen und Tinkturen auskennt  Althea beschleicht manchmal das Gefühl, dass sich dieses Wissen nicht aus Menschenfreundlichkeit angeeignet hat. Aber wie gesagt, er redet nicht viel. Über die Zeit wurde er in der Gruppe akzeptiert und da er zwar von irgendwo weg wollte und jetzt nicht sicher ist, ob er irgendwo hinwollte, ist der eben dabei. Wie gesagt, Zwerge sind Zwerge. Er ist wohl mit Abstand der älteste der Zwerge, was ihm eine natürliche Achtung einbringt.
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#2
Unterwegs mit Zwergen #1

Ein leichter Nieselregen brachte die Bohlen des Docks zum Glänzen. Althea zog die Kapuze ihres Umhangs etwas tiefer und versuchte eine bequemere Sitzhaltung zwischen der Seetruhe und einem Ballen Ölzeug einzunehmen.

Thorwaler Langschiffe mögen ja schnell sein, aber sie war es gewohnt eine Kabinentür zwischen sich und den Elementen zu haben...

Auch wenn es schlimmer sein könnte, wie ein Blick auf ihre Gefährten sie wieder erinnerte. Die Gruppe Angroschim versuchte sich soweit es ging von den Bordwänden entfernt zu halten, einzig Tondar stand tapfer hinter dem Mast und blickte besorgt auf das offene Wasser jenseits der Hafeneinfahrt.

Und Archon natürlich. Dem schweigsamen Stubenhocker schien nichts etwas anhaben zu können und dafür, dass er wohl eigentlich nicht freiwillig hier war, saß er doch recht unbekümmert im Schutz einer Plane und stopfte eine Pfeife.

Im Gegensatz zu Furka, der nahezu an Borde getragen worden war, und dessen Gesicht schon eine ungesund fahl-grünliche Farbe angenommen hatte. Dabei hatten sie noch nicht einmal abgelegt...

Althea schloss die Augen und ließ die letzten Stunden Revue passieren. Die 'Aequitas', eine Kogge aus der Flotte ihres Vaters, hatte bei Ankunft in Thorwal eine Nachricht vorgefunden, die sie unverzüglich nach Süden zurückbeorderte. Wenigstens hatte ihr Kapitän eine schnelle Passage vermitteln können, mit der sie den Weg nach Prem fortsetzen konnten...

Die zwei Stunden dazwischen hatten gerade einmal ausgereicht, auf dem Markt einen Teil der mitgebrachten Waffen und Werkzeuge (gute zwergische Ware) an den Mann zu bringen und ihrer Reisegruppe einen Teil der Kleidung zu ersetzen, der auf dem Weg aus dem Süden dem Salzwasser zum Opfer gefallen war...

Für einen Happen im Traviatempel, der ortsfremde Reisende mit offenen Armen empfing, hatte es noch gereicht. Besser als dem Drängen der Söhne des Angrosch nachzugeben – aus einer der zahlreichen Tavernen hätte sie sie wohl nicht rechtzeitig herausgekriegt...

Dafür aber wahrscheinlich leichter an Bord...

Sie musste lächeln...

...
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#3
Unterwegs mit Zwergen #2

Hinter den Marktständen kam der Travia Tempel in Sicht, die geöffneten Tore einladend in der Nachmittagssonne. Althea konnte sich nicht des Gedankens erwehren, schon einmal in dieser Situation gewesen zu sein, zwei Wochen zuvor... Sie hatten nach Prem übergesetzt, auf dem wohl ältesten thorwalschen Handelsschiff, das den Golf von Prem noch befuhr. In Prem hatten sie sich zum Haus von Garsvik Thorfinsson durchgefragt, und den ehemaligen Kapitän ihres Vaters in der Taverne nebenan aufgefunden. Ein vertrauter Moment, hatte sie doch, wie Garsvik nicht müde wurde zu betonen, als Kind auf seinen Knien gewippt. Man musste keine Zauberkräfte haben, um zu erahnen, dass er nichts dagegen hätte, wenn die jetzt dralle junge Frau dies wieder tun würde – „Männer“, dachte sie mit einem inneren Lächeln...

Als sie ein letztes Bier getrunken hatten, war ein Bote der Hetgarde aus Thorwal eingetreten und hatte einen Aufruf des Hetmanns verkündet. Etwas, das ihr noch jetzt in den Ohren klang – und soviel besser als Schafe auf die Olportsteine zu transportieren. Es hatte einiges an Charme gekostet, den alten Kapitän davon zu überzeugen, mit ihr nach Thorwal zurückzukehren. Und das auch nur „für einmal, das wohl“. Und nachdem er alles geregelt hatte: derselbe alte Seelenverkäufer!

Wobei das nicht die Hauptsache war. Männer hin und her, sie musste diese Tentakel aus ihren Träumen verscheuchen. Auf dem Hinweg nach Prem war der alte Pott schwer stampfend den zweiten Tag unterwegs, als ein Krakenmolch versuchte seinen Speiseplan zu erweitern. Sie sah immer noch vor sich, wie Furka plötzlich über Deck geschleudert wurde und besinnungslos an der gegenüberliegenden Bordwand zu liegen kam. Dann hatte sie schon ein Tentakel erfasst und sie über Bord gezogen. Wer weiß, was passiert wäre, hätte sich Keldi nicht bedingungslos auf den Krakenmolch geworfen. Sie hatten vereinte Kräfte benötigt, um ihn wieder an Bord zu bekommen.

Dasselbe – sie blieb dabei – derselbe Molch hatte sich kurz nach Ausfahrt aus Prem wieder über das Schiff hergemacht. Diesmal hatten fast alle der Zwerge ein unfreiwilliges Bad genommen, bevor es gelungen war, das Biest wieder vom Schiff abzubringen. „Was essen die, wenn sie keine Zwerge bekommen?“, hatte Furka noch gekeucht, aber nicht einmal Tondar hatte eine Antwort.

Also – Tentakel. Und von Schiffsreisen hatte sie erst einmal genug...
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#4
Unterwegs mit Zwergen #3

Nachdem sie sich einen Überblick über die Stadt Thorwal verschafft hatten, die Geschäfts- und Übernachtungsmöglichkeiten, war die Nacht hereingebrochen. Wie vereinbart traf sich die Gruppe auf dem großen Marktplatz, dessen Stände allesamt zusammengeräumt und verriegelt waren.
"Dort gibt es eine lebhafte Taverne" – Furka deutete auf ein Gebäude gegenüber dem Travia-Tempel und ließ unternehmungslustig die Würfel in der Hand klickern.
"Das wohl, meine Kehle ist trocken", ließ sich Garsvik vernehmen, "Kommst du, Mädchen?" und hielt ihr ungelenk den Arm hin.
Althea verkniff sich ein Grinsen. Zusammen betraten sie den Letzten Held.

Furka war schnell zwischen Seeleuten und Bürgern ungewissem Charakters verschwunden, während der Rest der Gruppe sich ein Abendessen gönnte – das hatte es schon einmal besser gegeben. Über einigen Krügen Bier besprachen sie die nächsten Schritte, fragten den Wirt aus und unterhielten sich mit Ortsansässigen... Die Gespräche kamen schnell zu dem Stadtviertel jenseits des Bodir, die Klippen hinauf, über denen sich die Türme vergangener Zeiten erhoben. Als die Tür der Taverne sich nach einem letzten Bier hinter ihnen schloss, steckte Furka zufrieden einen Beutel klingender Münze hinter seinen Gürtel.
Althea runzelte die Stirn – sie war nie sicher, mit wie rechten Dingen das Glück des Zwergen einherging.

Sie erreichten das Herbergsviertel vor den großen Werkshöfen im Osten der Stadt und fielen alsbald in tiefen Schlaf.
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#5
Unterwegs mit Zwergen #4

...
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#6
Unterwegs mit Zwergen #5

Althea hatte die taktische Situation vorgegeben, indem sie sich, geschmeidig wie sie ist, an den Wachen vorbei lavierte. Dies erlaubte der Gruppe der Zwerge, die ankommenden Stadtgardisten am Eingangstor abzufangen, während Garsvik sich mit allen Mitteln um die Torwachen kümmerte.

In der Hitze des Handgemenges ging Garsvik dann zu Boden, worauf Althea sich unter einem Schutzzauber über ihn stellte. Weiter vorne wurde auch Keldi K.O. geschlagen, und nur den vereinten Kräften der anderen Zwerge ist es zu verdanken, dass die Gruppe am Ende ihre Kameraden halbtragend die Straße hinunter retten konnte...
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#7
Unterwegs mit Zwergen #6

Die Gruppe schaffte es zurück in ihre Herberge „Am Enterhaken“. Nachdem sie sich in ihre Zimmerflucht zurückgezogen hatten, kümmerte sich Archon sofort um Garsvik, der mehr tot als lebendig war, und um Keldi, den letztendlich die Ohnmacht überkommen hatte. Nachdem er die beiden stabilisiert und ihnen einige Tage Bettruhe verordnet hatte, bandagierte er die Blessuren von Hurdin und Tondar. Furka winkte nur ab.

Althea hatte sich, nachdem sie gesehen hatte, dass Garsvik und Keldi versorgt waren, still in ihr Zimmer zurückgezogen. Dort setzte sie sich im Schneidersitz auf das Bett, schlang die Arme um sich und begann mit leiser Stimme den ursprünglich elfischen Singsang des Balsam Salabunde zu murmeln. Ihre eigene Magie durchströmte sie – warm, tief und heilend. Die größte Erschöpfung fiel von ihr ab, und der Schlaf nahm sie bald darauf mit sich.

Am nächsten Morgen vertraten sich Althea, Furka, Hurdin und Tondar die Beine bei den nahen Eisenhöfen, dem industriellen Herz des Ostens von Thorwal – eine Faszination besonders für die Zwerge, die den Ausschlag gegeben hatte, in diesem Teil der Stadt zu bleiben. Anschließend besuchten sie das Immanstadion, das jedoch leer stand.

Während Hurdin und Tondar zur Herberge zurückkehrten, schlenderten Althea und Furka noch zur Wasserlinie hinunter, um die Werftanlagen zu begutachten – sehr zum Missfallen von Garsvik, der lautstark von seinem Bett aus kommentierte, während Archon ihn konsequent liegen ließ. Keldi hingegen erwies sich als vorbildlicher Patient.

Nach zwei weiteren stillen Tagen im Osten der Stadt war die Gruppe bereit zum Aufbruch. Im Zeughaus wurden die Bolzenvorräte aufgefüllt, bei einem nahegelegenen Händler zusätzlicher Proviant erworben. Dann wandte sich die Gruppe dem Osttor Thorwals zu – hinaus, dem Fluss Bodir folgend, in Richtung Norden.

Tondar ging voraus, seine Augen wachsam.
Keldi hinter ihm, ruhend wie ein Fels.
Althea hielt sich nah bei Furka.
Und Archon? Wie immer mit ein paar Metern Abstand –
der stille Schatten der Gruppe.

Die erste große Reise begann.
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